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Christian Hugi, Präsident des Lehrerverbands: «Wenn der Wille da ist, ist auch die Logistik zu bewältigen»
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 22.03.2021.
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Kontroverse um Massentests Zürcher Lehrer fordern Corona-Massentests in den Schulen

Massentests in Schulen seien auch in Zürich machbar, sagen die Lehrer. Und widersprechen so der Bildungsdirektion.

Anders als in vielen anderen Kantonen gibt es bis jetzt in Zürich keine präventiven Massentests an Schulen. Zweimaliges Testen pro Woche sei bei 250'000 Schülerinnen und Schülern fast nicht machbar, begründet Bildungsdirektorin Silvia Steiner die zurückhaltende Strategie.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband sieht dies entschieden anders. Bereits seit dem Sommer forderten sie eine offensivere Teststrategie, sagt der Präsident des Verbands, Christian Hugi, im Gespräch mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Jetzt, wo vermehrt wieder ganze Schulhäuser geschlossen werden und Schülerinnen und Lehrer in Quarantäne müssten, soll auch das Testen bei Kindern und Jugendlichen ausgedehnt werden.

Christian Hugi

Christian Hugi

Präsident des Zürcher Lehrerverbands

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Christian Hugi präsidiert den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband seit August 2017. Zuvor sass er bereits drei Jahre in dessen Geschäftsleitung. Der Verband zählt rund 4000 Mitglieder. Der 39-Jährige unterrichtet seit 2008 als Unterstufenlehrer in der Stadt Zürich.

SRF News: Die Situation hat sich wieder verschärft, die Corona-Fallzahlen steigen, vor allem bei den Kindern und Jugendlichen. Wie sehr besorgt Sie das?

Christian Hugi: Alle wollen, dass die Schulen offen bleiben. Nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch die Zürcher Bildungsdirektion und der Bund haben dies als Ziel mit hoher Priorität definiert. Vor diesem Hintergrund macht es mir schon Sorgen. Wir haben im Frühling gesehen, was es für die Schülerinnen und Schüler bedeutet, wenn die Schulen geschlossen sind. Und was für Probleme es mit sich bringt hinsichtlich Chancengerechtigkeit oder Lernfortschritt.

In anderen Kantonen wird grossflächig, zweimal pro Woche, getestet. Im Kanton Zürich wird getestet, wenn es an einer Schule zu einem Ausbruch kommt. Würden Sie eine Strategieänderung begrüssen?

Die Empfehlungen des Bundes sind klar. Er sagt, es soll breit getestet werden, auch an Schulen. Aus unserer Sicht würden wir damit einen Vorsprung gewinnen auf das Virus oder wir würden zumindest nicht hinterherhinken. Gerade weil es unter Kindern zu Übertragungen kommt, auch wenn sie häufig asymptomatisch sind. Vor diesem Hintergrund können wir uns der Empfehlung des Bundesrats anschliessen. Wenn wir die Schulen offen halten wollen, müssen wir wissen, woran wir sind.

Erwarten Sie nun eine Strategieänderung der Zürcher Bildungsdirektion?

Wir empfehlen es und haben es auch schon verschiedentlich bei der Bildungsdirektion eingebracht, bereits im Sommer. Damals hat noch niemand von Massentests gesprochen, aber nun sind wir an einem anderen Punkt.

Massentests würden uns einen Vorsprung verschaffen auf das Virus. Wir würden wissen, woran wir sind.
Autor: Christian HugiPräsident Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband

Angenommen, die Massentests werden eingeführt. Was würde es für die Schulen bedeuten?

Ich gehe davon aus, dass es einen zusätzlichen, organisatorischen Aufwand bedeutet. Es würde auch davon abhängen, wo und wie man die Tests durchführt. Schon jetzt wird der zeitliche Rahmen für den Unterricht eingeschränkt, zum Beispiel weil alle Kinder beim Betreten des Klassenzimmers die Hände waschen müssen. Aber die Gesundheit muss an allererster Stelle stehen. Für die Kinder und auch für die Lehrer.

Was bedeutet es für Sie, dass es mit dem Testen so langsam vorwärtsgeht?

Wir hätten die Möglichkeit, breiter zu testen. Offenbar ist es im Kanton Zürich eine logistische Fragestellung. Diese würde sich aber lösen lassen – so wie andere logistische Fragen. Zum Beispiel werden jeden Tag unzählige Essen an die Schulen geliefert, wir schaffen es, die Schulen mit Material auszustatten. Ich denke, wenn der Wille da ist, wird man auch die logistischen Herausforderungen im Zusammenhang mit Massentests bewältigen können.

Das Gespräch führte Margrith Meier.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 21.03.2021, 17:30 Uhr;

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Michel  (MMichel)
    Ich bin einer dieser Zürcher Lehrpersonen und wurde nie gefragt, ob ich Masken oder Massentests will oder gut finde. Vielleicht, weil bei einer repräsentativen Umfrage ein anderer SRF-Titel nötig würde?
  • Kommentar von Lukretia Candreja  (Lukretia)
    Schulen sind Pandemie Treiber. Die Kinder werden meist nicht krank, aber sie verbreiten den Virus. Schulschliessungen würden epidemiologisch viel bringen, sind aber nicht gut für die Kinder. Massentests lassen Symptomlose finden und verhindern so Hotspots. Mit Spucktests und Pooling überhaupt kein Problem. GR gibt ZH sicher gerne das Konzept weiter. Regierungen sollten regieren und nicht alles verschlafen.
  • Kommentar von Martin Gebauer  (Mäde)
    Nachdem uns fast ein Jahr vorgegaukelt wurde, die Kinder seien kein Treiber der Pandemie, ist nun glasklar, dass die Kinder und damit die Schulen Treiber Nummer eins sind. Vor allem die jüngeren Kinder, die nicht in der Lage sind Abstand zu halten, verbreiten das Virus in rasantem Tempo. Die Kinder sind meist völlig symptomlos, was die Sache noch schwieriger macht, weil so kaum jemand merkt wie rasch sich das Virus verbreitet. Und Frau Steiner? Die weiss, wie immer, alles besser...