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Kosten des Gesundheitswesens Kantone wollen Krankenversorgung auf gesunde Füsse stellen

  • Der Vorschlag der nationalrätlichen Gesundheitskommission stösst bei den Kantonen auf breite Ablehnung.
  • Sie fürchten, dass nicht eingespart, sondern lediglich Kosten umgelagert werden.
  • Zwei Bedingungen müssten erfüllt sein, wenn die Kantone der einheitlichen Finanzierung zustimmen sollen.
Arzt bei der Untersuchung eines Patienten
Legende: Wenn die Finanzierung des Gesundheitswesens umgebaut werde, dann bitte umfassend, sagen die Kantone. Keystone

Die nationalrätliche Gesundheitskommission möchte die Finanzierung im Gesundheitswesen vereinfachen. Alle ambulanten und stationären Behandlungen sollen über die Krankenkassen abgerechnet werden. Die Kantone sollen rund ein Viertel dieser Kosten beisteuern.

Kantone widersprechen

Eine breite Allianz applaudiert: Krankenversicherer, Ärztevereinigung, die Pharma, sowie Patienten- und Konsumenten-Organisationen. Doch die Kantone sind dagegen.

Die nationalrätliche Vorlage trägt selbst nichts dazu bei, dass Kosten im System wirklich gesenkt werden.
Autor: Thomas HeinigerPräsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren

Für die Kantone hiesse der Vorschlag weniger Einfluss. Kosten würden lediglich umgelagert, nicht aber eingespart, sagt Thomas Heiniger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren und Zürcher Regierungsmitglied: «Die nationalrätliche Vorlage trägt selbst nichts dazu bei, dass Kosten im System wirklich gesenkt werden. Und deshalb ist sie auch zurückzuweisen. Das ist die einstimmige Meinung der Kantone».

Kantone formulieren Bedingungen

Heute teilen sich Kantone und Krankenkassen die Kosten bei Behandlungen mit Spital-Übernachtung. Bei Behandlungen in Arzt-Praxen geht die Rechnung an die Krankenkassen und wirkt sich eins zu eins auf die Prämien aus.

Das «Nein» der Kantone zur einheitlichen Finanzierung ist nicht kategorisch. Für sie braucht es aber zwei Bedingungen, meint Thomas Heiniger: «Einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen setzt eine gezielte Steuerung der Kantone auch in der ambulanten Versorgung voraus. Und - sie braucht die Integration der Pflege, der Pflegekosten.»

Politisches Ringen in vollem Gange

Denn die Pflegekosten werden nochmals anders verrechnet. Sie gehören aber zur Gesundheitsversorgung und müssten auch einbezogen werden. Wenn die Finanzierung schon umgebaut werde, dann bitte umfassend, argumentieren die Kantone. Nur so liessen sich auch die Kosten senken.

Im nächsten Jahr kommt der Vorschlag in den Nationalrat - das politische Ringen ist aber schon im vollen Gange.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Benjamin Perez (Adelante)
    Die Gier ist das Problem. Alle wollen immer mehr nehmen. Relativ einfach. Solange diese Einstellung herrscht ändert nichts. Bis zum Kollaps.
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Wie wollen die das machen, wenn deren Politik und Wirtschaftsmitglieder an unseren Prämien kräftig mitverdienen? Man könnte die Prämien schon lange senken, würde man das nur wollen. Warum können wir keine Medikamente im Ausland zum halben Preis beziehen? Die sind teilweise besser geprüft als durch unser parteiisches BAG. Warum braucht es dutzende Kassen die alle dieselbe Leistung bringen? Da kann kein Preisdruck entstehen (typisch Schweiz), dass ist ein Kartell an dem sich die Reichen laben!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das gesamte, riesige - Menschen ausbeutende - äusserst lukrative "Gesundheits-Un-Wesen", muss zu einem gesamtschweizerischen, ehrlichen "Gesundheits-Wesen" reformiert werden!!
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