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Kritik an Strategie gegen PCB-Schadstoffe
Aus Rendez-vous vom 04.10.2019.
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Krebserregender Giftstoff «PCB kann jeden von uns jederzeit treffen»

Mit einer neuen Strategie will der Bund den Giftstoff eliminieren. Doch diese stösst nicht überall auf Begeisterung.

Über drei Jahre arbeiteten Vertreter mehrerer Bundesämter und verschiedener Kantone daran, eine erste nationale PCB-Strategie zu entwickeln, berichtet die Zeitschrift «Beobachter». Lucia Klauser, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, war Co-Leiterin der Arbeitsgruppe: «Das Ziel ist, die PCB und Dioxine in der Lebensmittelkette zu verringern.»

In den letzten Jahrzehnten habe die Belastung in Lebensmitteln zwar abgenommen, sagt Klauser weiter, doch das Problem sei noch nicht gelöst. Schweizweit sind laut Berechnungen von ETH-Wissenschaftlern noch über 200 Tonnen PCB in Wandfarben, Fugendichtungen oder Elektrogeräten verbaut. Hinzu kommt eine diffuse Kontamination der Umwelt.

Was ist PCB?

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Polychlorierte Biphenyle sind chlorierte organische Verbindungen, die in der Umwelt kaum abgebaut werden. Es gibt 209 verschiedene Kombinationen, davon zwölf hochgiftige dioxinähnliche Verbindungen. Bei der Verbrennung von PCB entstehen Dioxine. PCB kann in der Luft, in Gewässern, im Boden, in Tier und Mensch nachgewiesen werden.

PCB wird über den Magen-Darm-Trakt, über die Haut oder auch durch Einatmen von Dämpfen aufgenommen, verteilt sich rasch im Körper und reichert sich im Fettgewebe an, wo es deponiert bleibt. PCB ist eines der gefährlichsten Umweltgifte überhaupt. Durch die Eigenschaft, dass PCB fettlöslich ist und sich in der Umwelt nicht abbaut, verteilt sich PCB global und reichert sich in der Nahrungskette ständig weiter an. PCB, das in die Umwelt gelangt, bleibt für alle Ewigkeit im Nahrungskreislauf enthalten.

Beim Menschen konnten fatale Langzeitauswirkungen schon bei geringen Mengen festgestellt werden. PCB führt zu Leber-, Milz- und Nierenschäden, beeinträchtigt den Sexualhormonhaushalt und sind laut WHO krebserregend.

PCB landet auf unsern Tellern, wenn Tiere beispielsweise kontaminierte Erde oder verseuchtes Futter fressen. Die Schweizer Bevölkerung nimmt laut Bericht über die Nahrung deutlich mehr PCB auf, als über eine längere Zeit als sicher eingestuft wird, es besteht also ein Gesundheitsrisiko.

«PCB ist giftig und lauert überall»

Bereits vor über zehn Jahren schlug die Stiftung für Konsumentenschutz Alarm, warnte vor PCB in Fleisch und forderte Massnahmen. Sprecher Alex von Hettlingen sagt heute: «PCB ist giftig und lauert überall. Es kann jeden von uns jederzeit treffen. Beispielsweise wenn eine Milchkuh unbemerkt Giftfarbe frisst oder ein Huhn, das verseuchten Boden pickt.»

Genau einen solchen Fall hatten die Behörden vor einigen Jahren entdeckt. In einem Stall in Graubünden war PCB-haltige Farbe von der Wand geblättert. Einzelne Splitter genügten, um Milch und Fleisch von Kühen und Kälbern teilweise massiv zu kontaminieren. Dieser Fall war laut Recherchen des «Beobachters» auch der Grund, wieso Kantone und Bund eine nationale PCB-Strategie erarbeiten.

Fleischtheke.
Legende: Wenn Tiere kontaminierte Erde oder verseuchtes Futter fressen, landet PCB auf unseren Tellern. Keystone

Das nun publizierte Dokument überzeugt die Stiftung für Konsumentenschutz nicht. Der Text sei diffus und umständlich formuliert. Dadurch entstehe der Eindruck, dass der Ball flach gehalten werden soll. «Dies Strategie stützt sich im Wesentlichen darauf, dass die Lösungsverantwortung den Landwirten in die Schuhe geschoben wird.»

Mehr Unterstützung durch die Behörden wünscht sich auch der Schweizerische Bauernverband. Die Strategie habe zwar gute Ansätze, es sei richtig, die Bauern über das Problem zu informieren und sie zu sensibilisieren. Doch es sei mehr nötig, sagt Geschäftsleitungsmitglied Martin Rufer. Die betroffenen Bauern könnten nichts dafür. «Die öffentliche Hand sollte die betroffenen Landwirte besser unterstützen.» Die betroffenen Betriebe müssten identifiziert werden und es sollte Unterstützung bei einer Ursachenabklärung, bei einer Laboranalyse und allenfalls bei einer Sanierung geboten werden.

Unklar, wie viele Gebäude kontaminiert sind

Das Beispiel in Graubünden hat gezeigt: Eine Sanierung kann schnell mehrere 10'000 Franken kosten. Laut PCB-Strategie stünden hier in erster Linie die Bauern in der Pflicht diese zu berappen, Kantone können sie je nach Fall finanziell unterstützen.

Bis heute ist unklar, wie viele landwirtschaftliche Gebäude mit PCB kontaminiert und somit eine Gefahr sind. Mit einem Pilotprojekt sollen nun erstmals Gebäude in einzelnen Kantonen inventarisiert werden. In welchen Kantonen und bis wann lässt die PCB-Strategie offen.

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27 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Man erfährt täglich, dass wir den unterschiedlichen Giften ausgesetzt sind. Äcker- und Grundwasser verseucht. Wer übernimmt eigentlich die Verantwortung dafür? Die Wirtschaft wie das Bundesamt für Gesundheit verschweigen dem Volk die Wahrheit. Beschämend. Es wird Zeit für eine ehrlich Aufklärung, damit die Menschen wissen was ihnen schadet.
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    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      A.K. Aufklärungen gibt es doch schon einige,nur nützen die nicht,wenn man nicht selber die Verantwortung für sich übernimmt,für den gewählten Lebensstil. Es gab schon früher Krankheiten, wie die Pest, Kinderlähmung, Cholera usw. Darum bin ich der Meinung Beschuldigungen bringen eigentlich nicht viel,da der Wahrheit egal ist wie sie erlangt wird.Als Mensch sollte man vielleicht wieder mehr auf die innere Stimme hören (Instinkt),dieser ist vielleicht vor lauter umtrieb etwas verloren gegangen.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Man hat frueher Asbest eingesetzt und eben Stoffe wie PCB... man hat einfach das Wissen ueber eine moegliche Giftigkeit nicht gehabt... Die Krebsforschung ist ja immer noch nicht abgeschlossen.. da wird noch mehr dazu kommen. Und wir konsumieren Margarine ... alle Margarine und die meisten Fertigbackwaren und Fertiggerichte enthalten Palmfrucht/Palmoel..das wird bei Erhitzung auch Kanzerogen, also kann Krebs verursachen.. und da schweigen alle..
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    1. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      F.N. es gibt neu auch Giftstoffe zur Herstellung der Batterien für E-Bikes, E-Autos usw. Da wird sogar Grundwasser in hohen Mengen gebraucht,wie ich lesen konnte,nicht in der Schweiz,sondern im Ausland.In einigen Jahren wird dann dieses Gift wieder das Thema sein. Eines muss man trotzdem wissen,alle Menschen sind sterblich,mit oder ohne Gift.Umso steriler die Gesellschaft wird, wird sie auch empfindlicher reagieren. Leider hat dieser Wohlstand,auch zum Unwohlstand geführt, traurig aber wahr.
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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Das reiche Chemieland, mit den hervorragenden Chemikern, die herrliche Farben entwickelten mit der man die gesamte Menschheit auf ewig vergiften kann, schafft es, die Menschen in einigen Jahrzehnten so zu vergiften, das ihre Art von dieser Erde verschwindet. Die Ureinwohner in den Wäldern von Brasilien werden staunen, dass keine Holzmaffia mehr zu sehen ist und sie endlich von dieser kaputten Weissen Gesellschaft ihre Ruhe haben. Einfach der Horror - Greta wo bist du auch dies ein zu klagen ?
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    1. Antwort von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
      Gehe einig mit Ihnen. Und genau DIESE ChemikerInnen halten sich hier bedeckt/versteckt und sagen nichts, gar nichts. Warum? Sie haben alle Angst um ihren Job. Nach der Pensionierung seinen Mund aufmachen oder sein Gewissen erleichtern ist zuu spät. Bei Greta: Sie ist noch SEHR jung und ich bezweifel es, dass sie ihre Texte selbst schreibt. Ein Gebot: "Du sollst der Intelligenz der Natur nicht mit Chemie ins Handwerk pfuschen" (von einer Gesundheitsfa. erhalten). Ich arbeite täglich daran.
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    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      P.W. ob Sie hier richtig liegen,mit der Verurteilung von Chemikern.Gretas Vater vertritt E-Autos wie ich lesen konnte. Batterien für E-Autos brauchen eine Menge Grundwasser,dies lässt die Erde austrocknen,nicht hier in der Schweiz, in andern Ländern.Alle Menschen sind doch schon lange den unterschiedlichen Giften ausgesetzt, entweder kann man überleben,oder man stirbt früher.Der Tod gehört eben zum Leben.Jedoch heute wird alles so hoch sterilisiert,dass man vor lauter Angst schon fast stirbt.
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