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David Nauer zu Selenskis Reden
Aus Echo der Zeit vom 19.03.2022.
abspielen. Laufzeit 2 Minuten 4 Sekunden.
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Krieg in der Ukraine «Mit seinen Reden hat Selenski schon sehr viel erreicht»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat vor einigen Tausend Demonstranten in Bern zur Schweiz gesprochen. Auch diverse Online-Portale übertrugen die Rede live. Es war nicht der erste und auch nicht der einzige virtuelle Auftritt des ukrainischen Präsidenten.

Selenski hat auch schon vor über zehn Parlamenten gesprochen. Zum Beispiel in Berlin, Washington und London. Live, aber per Videoschaltung. Auslandredaktor David Nauer vergleicht die Rede in Bern mit denjenigen, die Selenski in anderen westlichen Städten gehalten hat.

David Nauer

David Nauer

Auslandredaktor SRF, Schwerpunkt Russland

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David Nauer ist Auslandredaktor bei Radio SRF. Von 2016 bis 2021 war er als Korrespondent von Radio SRF in Russland tätig.

SRF News: David Nauer, wie ordnen Sie die Rede Selenskis in Bern ein?

David Nauer: Selenski ist ein guter Redner, das heisst auch, er weiss immer, zu wem er spricht. Er hat dann eine spezielle, eine entsprechende Botschaft dabei. Die Amerikaner zum Beispiel hat er darum gebeten, eine Flugverbotszone über der Ukraine durchzusetzen. Die Deutschen hat er an ihre historische Verantwortung für die Ukraine erinnert, weil die Ukraine im Zweiten Weltkrieg ganz furchtbar unter den Nazis gelitten hat.

Und in der Schweiz?

Heute in Bern sprach Selenski das Geld der russischen Oligarchen auf den Banken an – auf den Schweizer Banken. Und er sprach auch den Nahrungsmittelkonzern Nestlé an, der immer noch Geschäfte in Russland macht, trotz des Krieges. Etwas, das Selenski gerne beendet sehen würde. Also man kann sagen: Selenskis Rede heute in Bern war eine personalisierte Rede für die Schweiz, wenn man so will.

Was steckt hinter diesen Reden in und vor Parlamentsgebäuden?

Selenski versucht auf der ganzen Welt, also vor allem in der westlichen Welt, Unterstützung zu suchen. Waffen einerseits, andererseits humanitäre Hilfe. Er versucht aber auch, Sanktionen gegen Russland zu erreichen. All das steht auf seiner Agenda. Denn er weiss, dass ohne diese Unterstützung die Ukraine keine Chance hat, gegen den russischen Überfall lange zu bestehen. Westliche Unterstützung ist überlebenswichtig für die Ukraine und entsprechend viel Energie und Zeit investiert Selenski darin, solche Unterstützung zu beschaffen.

Reden ist gut und recht, aber was hat er damit bis jetzt auch erreicht?

Er hat sehr viel erreicht. Zahlreiche westliche Länder liefern Waffen in grossem Umfang an die Ukraine. Sie schicken grosse Finanzhilfen. Aber es gibt auch diplomatische Unterstützung und Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Die Ukraine bekommt viel westliche Hilfe, und ich denke, Selenski hat einen grossen Teil dieser Hilfe persönlich eingeholt, denn er ist zum Gesicht des Widerstandes gegen die russische Aggression geworden. Und ich denke, mit seinen Reden rund um die Welt und auch mit derjenigen heute in Bern, versucht er, genau dieses Image zu zementieren.

Das Gespräch führte Beat Soltermann.

Video
Selenski spricht zur Schweiz: Die ganze Rede
Aus News-Clip vom 19.03.2022.
abspielen. Laufzeit 9 Minuten 2 Sekunden.

Echo der Zeit, 19.3.22, 18 Uhr;

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154 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, merci für den spannenden Austausch unter diesem Artikel. Für heute schliessen wir die Kommentarspalte und wünschen Ihnen einen schönen Sonntagabend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    und unter diesen Voraussetzungen ist davon auszugehen, dass der Westen hinter den Kulissen mit Selenski über die Möglichkeiten eines Ausstiegs aus diesem von Rusdland angezettekten Desaster spricht. Das macht Sinn! Blutvergiessen um jeden Preis ist die falsche Strategie.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Pascale von Planta: Ich sehe das genauso. Wir können leicht schreiben, man solle die Freiheit verteidigen, obwohl wir selber nicht einmal bereit sind, sämtliche Energielieferungen russischen Ursprung sofort zu stoppen. Ich hoffe, dass Selenski, der militärisch nicht in einer schlechten Position ist, in einen Waffenstillstand einwilligt und Verhandlungen beginnt. Er kann die Krim und die widerspenstigen Republiken an Russland abtreten, denn die wollen das ja und einen guten Vertrag aushandeln.
    2. Antwort von Korina Graf  (Kory)
      Man kann sich auch weithin Illusionen hingeben. Putin wird sich nicht mit der Krim und den Regionen Donbass und Donezk zufrieden geben. Er will keine funktionierende Demokratie in seiner Nachbarschaft . Ist das so Schwert zu verstehen. Er will gar nicht mit Selenkyj verhandeln.
    3. Antwort von Pascale von Planta  (Pascale)
      Frau Graf: was KONKRET wollen Sie mit Ihrem Kommentar sagen? Was bedeuten Ihre Worte im Endeffekt?
      Welche Perspektive verfolgen Sie mit Ihren Zeilen?
    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Korina Graf: Da wir alle nicht in Putins Gehirn schauen können, wissen wir nicht genau was er will, sondern können einfach wild spekulieren. Was aber klar ist, ist, dass auch Putin Restriktionen hat. Wenn er Russland total an die Wand fährt, wird ihn das irgendeinmal mindestens sein Amt kosten. Insofern ist auch Putin unter Druck, in den nächsten Tagen/Wochen in einen Waffenstillstand einzuwilligen. Das weiss übrigens auch Selenski.
    5. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Das ist wünschenswert und anzustreben. Nur müssten wir inzwischen wissen, dass sich Putin an keine Abkommen hält. Als Minsk2 nicht nach seinem Gusto strukturiert war, hat er unterschrieben und dann weiter sein eigenes Ding gemacht. Seine Ideologie ist allem anderen vernünftigen, sachlichen, verhandelbaren Denken hoch erhaben. Er will die ganze Ukraine mit seinen Vasallen; das Gleiche noch mehr wie Weissrussland. Und ob Georgien mit unserer Schutzhilfe bestehen darf? es ist zu bezweifeln
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Die Sympathie des Westens
    gilt der Ukraine.Selensky spricht via zu westl. Ländern.Gut so.Der Westen ist wieder näher zusammen gerückt, und stellt sich geeint gegen die russ.Invasion, gut so.Aktiv in die Kriegshandlungen eingreifen will &soll der Westen nicht.Dass Selenski die USA gebeten hat,den Luftraum zu sperren,geht nicht.Denn dadurch wäre die USA und mit ihr Europa in direkte Kriegshandlungen involviert.Was Russland die Gelegenheit geben würde Nato Staaten anzugreifen. KEIN 3. WK!!
    1. Antwort von Dominic Müller  (Domi3)
      Das würde aber ein Minimum an Kompromissbereitschaft seitens Putin erfordern, dass er gewisse rote Linien nicht überschreitet, wie Einsatz von chemischen Waffen oder Angriff auf ein Nato-Land. Wenn er das macht, gibt es keinen 3. WK, sondern eine Niederlage Russlands.