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Schweizerische Flüchtlingshilfe fordert zusätzliches Kontingent an Resettlement-Plätzen
Aus HeuteMorgen vom 20.12.2021.
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Krise in Afghanistan Die Schweiz will doch keine weiteren Flüchtlinge direkt aufnehmen

Die Flüchtlingshilfe fordert, dass sich die Schweiz an der europäischen Aufnahme afghanischer Flüchtlinge beteiligt.

Die Forderung der Schweizerischen Flüchtlingshilfe (SFH) ist klipp und klar: Afghanische Geflüchtete bräuchten Hilfe. Die humanitäre Lage im Land habe sich nach der Machtübernahme der Taliban Mitte August dramatisch verschärft. «Wir fordern, dass der Bundesrat ein zusätzliches Kontingent an Resettlement-Plätzen zur Verfügung stellt, um besonders verletzlichen Afghaninnen und Afghanen dauerhaften Schutz zu bieten», sagt SFH-Mediensprecherin Eliane Engeler.

Der Bundesrat soll ein zusätzliches Kontingent an Resettlement-Plätzen zur Verfügung stellen.
Autor: Eliane Engeler Mediensprecherin Schweizerische Flüchtlingshilfe

Noch in dieser Wintersession sagte Bundesrätin Karin Keller-Sutter zur Aufnahme von Geflüchteten aus Afghanistan: «Die Schweiz hat seit Beginn der Krise den Standpunkt vertreten, dass Resettlement im Kontext Afghanistan international koordiniert und Teil einer umfassenden Lösung sein sollte.»

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Aus dem Archiv: Schweiz will Hilfe in Afghanistan leisten
Aus Tagesschau vom 21.10.2021.
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Eine internationale Koordination sei also Grundvoraussetzung – und die gebe es nicht. Doch nun gibt es diese Koordination. EU-Kommissarin Ylva Johansson sagte kürzlich: «15 EU-Staaten haben zugesagt, 40'000 afghanische Geflüchtete aufzunehmen und dies zusätzlich zum aktuellen Resettlement-Kontingent.»

Es gibt jetzt keinen Grund mehr zuzuwarten.
Autor: Eliane Engeler Mediensprecherin Schweizerische Flüchtlingshilfe

Und hier hakt die Schweizerische Flüchtlingshilfe ein. Die Schweiz müsse jetzt handeln, sagt Mediensprecherin Eliane Engeler. «Der Bedarf ist da, eine koordinierte Aktion ist da. Es gibt jetzt keinen Grund mehr zuzuwarten.»

Schweiz verfolgt Situation «regelmässig»

Keller-Sutters Departement, das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD), teilte auf Anfrage mit: Nein, die Schweiz werde nicht aktiv und hole keine Flüchtlinge aus Afghanistan direkt. Hingegen wolle der Bund afghanische Geflüchtete über das bestehende Kontingent aus der Türkei aufnehmen.

Was sind Resettlement-Flüchtlinge?

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Resettlement bedeutet die Umsiedlung von besonders schutzbedürftigen Menschen aus einem Erstaufnahmeland in ein sicheres Drittland. Beim Resettlement sind Personen vom UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bereits als Flüchtlinge anerkannt, bevor sie in ein anderes Land gebracht werden.

Das UNHCR ist einer der grössten Partner in der humanitären Hilfe der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit.

Zudem bekräftigt das EJPD in seiner Stellungnahme, dass der Bundesrat die Situation in Afghanistan regelmässig verfolge. Die Priorität liege aber aktuell bei Hilfe vor Ort.

SRF 4 News, HeuteMorgen, 20.12.2021, 06:00 Uhr

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91 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wir schliessen die Debatte an diesem Punkt und wünschen einen guten Abend.
  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    Wie heute im Radio SRF2 in den Nachrichten bestätigt wird: die Schweiz nimmt sehr wohl afghanische Flüchtlinge auf. Es sind solche, die in der Türkei gestrandet sind. Insofern ist der Titel des Beitrags (trotz dem Wörtchen "direkt") etwas irreführend.
  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Tenor:

    „Wieso sollen wir Schweizer z.B. bereits geflüchtete Kinder aufnehmen die im Winter irgendwo ohne Hab und Gut in einem Zelt am frieren sind?.............“Schau Fritzli, unter dem Baum das grosse Packet ist auch noch für dich - deine neue Playstation.“

    Wie wollen bereits geflüchtete denn von „Hilfe vor Ort“ oder „Sanktionen“ etc. profitieren? Sie sind bereits geflüchtet und in Not, plus ist es Winter. Aber was die Russen und Amerikaner in Afghanistan nicht schafften, die Schweiz kann
    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Danke, Herr Holzer, für Ihre die Menschlichkeit kultivierenden Gedanken. Schön im Blick auf alle, die hier statt der Selbstgerechtigkeit und Herzlosigkeit so etwas wie Erbarmen mit schon Geflüchteten an den Tag legen. Eine „eutrophe“ Gesellschaft, wie wir Industrieländer sind und direkt oder indirekt mitmachen, schon Arme noch ärmer zu machen, können sich einige Gruppen Flüchtlinge längst „leisten“.
    2. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @ Holzer - vielleicht wär's keine so schlechte Idee gar nicht erst mit den Sch....kriegen anzufangen; und/oder den Leuten vor Ort Hilfe zukommen zu lassen BEVOR sie flüchten müssen. Aber soweit nach vorne zu denken damit sowas nicht nochmal passiert, ist von DIESER "Menschheit" wohl zu viel verlangt...;-))
    3. Antwort von Lilian Albis  (L.A.)
      Herr Waeber. Dafür ist es zu spät. Was wäre wenn Statements sind viel zu spät. Das Problem der Geflüchteten ist da, nun brauchen wir pragmatische Lösungen.
    4. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @ Albis - wie heute schon geschrieben: die Lösungen liegen auf der Hand und erfordern nicht soooo viel Pragmatik. Für die aktuelle Flüchtlingskrise mag's "zu spät" sein, aber - wie ebenfalls geschrieben - für künftige noch nicht...;-))
    5. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Was können die meisten Flüchtlinge dafür, dass Krieg herrscht? Das ist dort nicht eine Demokratie, wie wir sie kennen. Wenn Sie jetzt einer der Leidtragenden dort wären, unterdrückt, dann von Kriegen überrollt, würden sie auch so - ich sage es nett - distanziert sagen, gar nicht erst mit einem Krieg anzufangen? Diese Menschen brauchen JETZT Hilfe. Das würden Sie sich doch auch erhoffen, wenn Sie in einer ähnlichen Situation wären. Wir könnten nicht allen, aber doch einigen helfen.
    6. Antwort von Michael Fuchs  (mfuchs)
      @Francis Waeber. Habe ich das richtig mitbekommen, Ihre bahnbrechende Lösung ist: Keine Kriege mehr? Klar, das ist sehr einfach umzusetzen, wieso ist da noch niemand draufgekommen?

      Flüchtlinge sind eine Realität, die Sie nicht mit dem Keyboard wegdiskutieren können. Die Frage ist einzig, wie stark helfen wir, oder wie stark verstecken wir uns hinter anderen oder fadenscheinigen Vorwänden um weniger helfen zu müssen.

      Das ";-))" passt übrigens kaum je hin, in Ihren Kommentaren.
    7. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @ UvK - wann habe ich je behauptet die Flüchtlinge seinen an den Mistkriegen schuld? Punkto Hilfe für sozial Benachteiligte würde mich Ihr Leistungsnachweis interessieren. Meiner ist jedenfalls nicht sooo schlecht wie Sie heute mehrfach behauptet haben. Ganz im Gegenteil! @ Fuchs - na, wenn die Sch....kriegereien nicht endlich eingestellt werden, brauchen Sie sich auch nicht über die Flüchtlings-Miseren zu wundern. Die werden dann unvermindert weiter gehen. Ob's Ihnen passt oder nicht...;-))
    8. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Sie haben schon nicht direkt gesagt, dass Flüchtlinge am Krieg schuld seien; aber es tönte etwas herablassend gegenüber Flüchtigen dort dem Sinn nach: „Dann hätten Flüchtlinge dort Pech gehabt,dafür bin ich nicht verantwortlich“.Dann mein Leistungsausweis:Der Glückskette habe ich in der letzten Woche einen namhaften Betrag gespendet und bin überhaupt nicht Millionär, besitze überhaupt kein Immobilium und kein Land.Im Weiteren bin ich in ein Flüchtlingsintegrationswerk involviert…
    9. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      @ UvK - Sie sollten lesen was ich schreibe, nicht rein interpretieren was Sie gerne dem "bösen Atheisten Waeber" unterstellen würden. Dass Ihr "Leistungsnachweis" besser ist als vermutet, freut mich - aber ich verbitte mir das Sie Meinen diffamieren....;-))
    10. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Waeber: Ich habe nie behauptet, dass Sie sich nicht für Benachteiligte einsetzen. Ich wehrte mich gegen Ihre Falschbehauptung, dass Weihnachten im biblischen Sinn auf Aberglauben aufbaue und somit Weihnachten nur ein punktuelles Fest sei. Lesen Sie z.B. das Buch „Lieben und Arbeiten“ von der liberal-sozialen Theologin Dorothee Sölle. Weihnachten ist das Tor, das sich für Nächstenliebe und Teilen-Miteinander öffnet…und die Erde gehört allen. Also, der biblische Bericht ist kein Aberglaube.