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Offener Brief der Ärzte an die Behörden
Aus HeuteMorgen vom 18.08.2020.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Kritik an den Behörden Corona-Strategie: Hausärzte wollen mitreden

Corona-Testzentren und leere Praxen während des Lockdowns – Hausärztinnen und Hausärzte kritisieren die Behörden.

Xaver Huber hat seine Praxis in Birsfelden, einem Vorort von Basel. Sie gehört zu einem regionalen Netzwerk mit über 60 Ärzten. Der Hausarzt ärgert sich seit dem Frühling über den Umgang mit seinem Berufsstand in der Corona-Krise, insbesondere was das Testen anbelangt.

«Man hat ohne uns geplant. Man hat nicht die Möglichkeit erwogen, diese Testungen dezentral über verschiedene Hausarztpraxen zu organisieren», findet er. «Die Infrastruktur, das Personal, die Kenntnisse der Patienten – das wäre alles schon da gewesen.»

Offener Brief an Verantwortliche

Das hätte viele ad hoc erstellte Testzentren überflüssig gemacht, ist Huber überzeugt. Der Hausarzt könne schneller, billiger und einfacher testen.

Er hat jetzt mit seinem Ärztenetzwerk einen offenen Brief an die politisch Verantwortlichen in der ganzen Nordwestschweiz geschrieben.
«Wir versuchen hier bei den entsprechenden Behörden unsere Anliegen zu positionieren», erklärt er. Dies, damit in Zukunft mit den Hausärzten geplant werde.

Rückendeckung kommt vom Dachverband der Hausärzte. Dessen Präsident Philippe Luchsinger stellt zwar fest, dass unterdessen viele Hausärzte testen können und dürfen. Aber es gebe grosse kantonale Unterschiede. Er bemängelt, «dass wir nicht von Beginn weg eingeplant worden sind. Das kann man in der Hitze des Gefechtes noch verstehen. Jetzt sollte aber die Möglichkeit wahrgenommen werden, uns in die ganze Planung und auch in die Planungsgremien einzubeziehen.»

Noch immer fehlten seine Kolleginnen und Kollegen in manchem kantonalen Krisenstab. Und in der 60-köpfigen Covid-Taskforce des Bundes sitze ein einziger Hausarzt.

Testen soll vor allem schneller gehen

Der Präsident aller Kantonsärzte, der Zuger Rudolf Hauri versteht die Kritik der Hausärzte nur zum Teil. Es stimme, dass viele Hausärzte sich im Frühling weniger als gewünscht hätten engagieren können. Aber: «Ein Teil der Hausärzte war ganz froh, wenn sie die Patienten mit Covid-Verdacht nicht untersuchen mussten, oder wenn sie die Tests nicht machen mussten.» Dies aus Angst vor Ansteckungen.

Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri an einer Pressekonferenz.
Legende: Der oberste Kantonsarzt Rudolf Hauri versteht die Kritik nur teilweise. Keystone

«Man lernt, zieht Schlüsse und macht Erfahrungen aus Vergangenem», blickt Hauri auf eine mögliche zweite Welle. «Man wird sicher die Testung und die Testzentren immer wieder überprüfen und optimieren.» Das heisst für den obersten Kantonsarzt vor allem, dass das Testen schneller gehen muss. Ob dafür der Hausarzt, die Hausärztin oder das Testcenter die bessere Lösung sei, müsse jede Region selber anschauen.

SRF 4 News, Heute Morgen, 18. August 2020, 06:00 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Testzentren statt Testen in Hausarztpraxen hat einen mehrfachen Nutzen:
    - Hausärzte werden geschützt
    - andere Patienten in den Praxen werden geschützt
    - Chaos durch zuviele Meldestellen wird vermieden
    - Schutzmaterial muss nicht an x verschiedene Stellen verteilt werden
    Vermutlich gab es noch mehr gute Gründe für diese Entscheidung.
    Am besten, es gäbe einen Test, den man zuhause durchführen könnte.
    Bislang offenbar leider nicht zuverlässig genug.
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Dito! Schutzmaterial einsammeln und am Ort abgeben, für den es hergestellt worden ist! Im Zweifelsfall beglückt den Baumarkt eurer Wahl!
  • Kommentar von Mariette Schelker  (Grosi)
    @Dorothee Meili: "Netzwerk" und "Dachverband" wirkt auf mich wie ein Trojanisches Pferd.
    D.h. es könnte nicht sicher ausgeschlossen werden, dass statt richtige Human - Mediziner nicht doch wieder Wirtschaftswissenschaftler, Philosophen und Träumer dem Bundesrat regieren helfen möchten. Bewährte, tüchtige, erfahrene, beliebte Hausärzte haben keine Zeit für "sowas".
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Danke! Zur Sicherheit habe ich heute drei mir bekannte/befreundete Hausärzte befragt: allen ist diese Aktion vom "Dachverband", ausgehend von Birsfelden, ausdrücklich peinlich. Sie möchten eigentlich einfach ihre konkrete Arbeit weitermachen (haben offenbar allesamt auch genug zu tun), sind sogar angetan von Test-Zentren und dieser Art "Arbeitsteilung", so wie es oben Frau Werle beschreibt. Von Zweien habe ich eine Rüge kassiert: sie machen regelmässig Besuche in Pflegheimen; freiwillig,gratis!
  • Kommentar von Mariette Schelker  (Grosi)
    Ärztenetzwerk und Dachverband der Hausärzte: «Man hat ohne uns geplant. Man hat nicht die Möglichkeit erwogen, diese Testungen dezentral über verschiedene Hausarztpraxen zu organisieren». Hausärzte testen und vergessen zu melden.
    Der 30- jährige "Verstorbene" neulich - Welcher dieser "Ärzte" servierte dies dem BAG?
    Möglicherweise "vergass" halt Ärztenetzwerk und Dachverband der Hausärzte einfach einmal mehr, Verantwortung der Bevölkerung, dem BAG und dem Bundesrat gegenüber wahrzunehmen.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Und auf welchem Weg kam diese Info eigentlich direkt zu einem Journalisten, der sich gezwungen sah, das ja subito in die PK einzubringen?!