Mehrere Täler im Wallis gesperrt: Im Goms ist die Strasse zwischen Niederwald und Obergesteln gesperrt. Auch die Züge der Matterhorn-Gotthard-Bahn befahren die Strecke nicht. Der Autoverlad zwischen Realp und Oberwald ist ebenfalls ausgesetzt. Denn in Oberwald im Wallis, können die Züge nicht weiterfahren: Bahnlinie und Strasse wurden aufgrund der Lawinengefahr gesperrt. Saastal: Die Kantonsstrasse zwischen Saas-Balen und Stalden ist seit Montagabend wegen erhöhter Lawinengefahr gesperrt. Betroffen sind alle Dörfer ab Saas-Balen – auch Saas-Fee. An diversen Orten bleiben zudem touristische Infrastrukturen geschlossen. Die Strasse ins Lötschental ist ebenfalls gesperrt.
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Bild 1 von 11. In den Alpen sind zahlreiche Strassen wegen Lawinengefahr gesperrt. Im Bild die Strasse zur Stockgalerie in Goppenstein VS. Bildquelle: KEYSTONE/Peter Schneider.
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Bild 2 von 11. Oberhalb der Stockgalerie ist eine Lawine niedergegangen. Sie hat auch einen Teil der Bahnstrecke verschüttet. Bildquelle: KEYSTONE/Julien Grindat.
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Bild 3 von 11. Auf der Bahnstrecke zwischen Goppenstein VS und Brig VS ist ein Zug mutmasslich wegen der Schneemassen entgleist. Bildquelle: Kantonspolizei Wallis.
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Bild 4 von 11. Schneemassen könnten kurz vor der Durchfahrt des Zuges die Gleise am Ausgang der Stockgalerie blockiert haben, hiess es von der Polizei. Bildquelle: Kantonspolizei Wallis.
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Bild 5 von 11. An Bord des Zuges waren 29 Menschen, fünf wurden verletzt. Bildquelle: Kantonspolizei Wallis.
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Bild 6 von 11. Am Bahnhof Goppenstein VS fahren derzeit keine Züge weiter nach Brig. Bildquelle: KEYSTONE/Peter Schneider.
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Bild 7 von 11. Bahnhof Goppenstein VS: Ein Ersatzbus verkehrt im Schneegestöber. Bildquelle: KEYSTONE/Peter Schneider.
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Bild 8 von 11. Die Schneeräumungsfahrzeuge in den alpinen Gebieten waren am Montag gefordert, wie etwa hier auf der Taminabrücke in Valens SG. Bildquelle: KEYSTONE/Gian Ehrenzeller.
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Bild 9 von 11. Der Autoverlad Furka zwischen Realp UR und Oberwald VS ist vorübergehend eingestellt. Bildquelle: SRF.
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Bild 10 von 11. Lawinengefahr bei Davos GR. Bildquelle: Gaudenz Flury.
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Bild 11 von 11. In Orsières mussten aus Sicherheitsgründen 50 Personen evakuiert werden. Bildquelle: SRF.
Erhöhte Lawinengefahr: Die Lawinensituation in den Schweizer Alpen ist kritisch. Vor allem am nördlichen Alpenkamm und im Wallis können die spontanen Schneeabgänge sehr gross werden, wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) mitteilte. Abseits gesicherter Pisten sind die Verhältnisse gefährlich, auch Verkehrswege sind teils gefährdet. Auch in Graubünden und im Tessin könne es zu mittelgrossen und grossen Lawinenabgängen kommen, schreibt das SLF.
Wo mussten Menschen evakuiert werden? In der Walliser Gemeinde Orsières haben am Montag rund 50 Personen aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen müssen. Der Evakuierungsbefehl gilt bis mindestens Mittwochmorgen. Betroffen sind mehrere Gebäude in La Fouly sowie die Weiler Le Clou und Les Granges und das Dorf Ferret. Laut der Gemeinde handelt es sich um eine präventive Massnahme aufgrund von Unwettern und erwarteten starken Niederschlägen. Alle Personen konnten erreicht und andernorts untergebracht werden. Nur sehr wenige Gebäude befänden sich in der roten Zone und seien von Lawinen gefährdet. Rund 30 von der Anordnung betroffene Gebäude weiter oben im Tal seien zudem im Winter in der Regel ohnehin nicht zugänglich.
Entgleister Zug in Goppenstein: Bereits am Montagmorgen ging bei Goppenstein VS eine Lawine nieder und führte zu einer Zugsentgleisung . Fünf Personen wurden verletzt. Die Bahnstrecke zwischen Goppenstein und Brig ist unterbrochen. Es verkehrten Ersatzbusse. Der Abschnitt bleibe voraussichtlich bis Samstagmorgen gesperrt, sagt die BLS. Der Regionale Sicherheitsdienst Lötschental sperrte zudem die Strasse zwischen Goppenstein und Gampel-Steg, wie die BLS mitteilt.
Warum ist die Situation so kritisch? Viel Neuschnee und stürmische Winde haben im Norden und im Wallis zu grossen Mengen an Triebschnee geführt. In diesem Neu- und Triebschnee können Lawinen sehr leicht ausgelöst werden oder spontan abgehen, wie es im SLF-Bulletin heisst. Werden tiefere Schneeschichten mitgerissen, können sie sehr gross werden.
Wie ist die Prognose? Laut SRF Meteo fällt am Dienstag verbreitet weiter viel Neuschnee. Am Dienstag sinkt die Schneefallgrenze auf 500 bis 700 Meter. Zudem werden weiter stürmische Winde erwartet. Das SLF prognostiziert, dass die Lawinengefahr auch am Dienstag weiter steigen wird. Bereits am Montagabend wurde für Grossteile der Alpen vom Wallis bis Graubünden die hohe Gefahrenstufe 4 (von 5) ausgerufen. Nördlich des Alpenkamms und im Wallis seien weiterhin grosse Lawinenabgänge möglich. Mittlere bis grosse Lawinen könne es im Graubünden geben. Erst am Dienstagabend sollen die Niederschläge nachlassen. Dadurch nimmt die Lawinengefahr am Mittwoch zwar voraussichtlich etwas ab, die Situation dürfte laut dem SLF aber angespannt bleiben.