Erstmals will der Bundesrat für den Bahnverkehr und den Strassenverkehr gemeinsam planen. Dabei will er Prioritäten setzen, weil es namentlich für die Bahn mehr Bauvorhaben als Geld gibt. «Verkehrsprojekte müssen Jahrzehnte im Voraus geplant werden, damit sie da sind, wenn sie gebraucht werden», sagte Verkehrsminister Albert Rösti am Mittwoch in Bern vor den Medien. «Es ist unsere Aufgabe, die Projekte für die nächste Generation sicherzustellen.»
Weiterentwicklung auf der Schiene
In mehreren Schritten soll das Bahnangebot weiterentwickelt werden.
Per 2035 sind mittels Investitionen von rund 3 Milliarden Franken folgende Angebote vorgesehen:
- Viertelstundentakt zwischen Bern und Zürich
- Halbstundentakt zwischen Bern und Luzern
- Halbstundentakt zwischen Basel und Zürich
- im Mittelland systematische Halbstundentakte im Regionalverkehr
- Ausbau des Regionalverkehrs im Raum Genf – Lausanne
- Taktverdichtung zwischen Bellinzona und Locarno
- längere Züge dank längeren Perrons in der Zürcher S-Bahn (in Prüfung)
Zur Finanzierung der Bahnprojekte schlägt der Bundesrat vor, das Mehrwertsteuer-Promille zugunsten des Bahninfrastrukturfonds (BIF) über 2030 hinaus zu verlängern. Das generiere bis 2045 zusätzliche 8 Milliarden Franken, schreibt er. Insgesamt stünden so für Bahn-Ausbauten bis 2045 24 Milliarden Franken zur Verfügung.
Weiterentwicklung auf der Strasse
Um Engpässe zu beseitigen, Staustunden zu senken und Ausweichverkehr zu verhinden, will der Bundesrat auch das Nationalstrassennetz schrittweise weiterentwickeln. Vorrang erhalten gemäss Mitteilung des Bundesrates Projekte mit hohem Nutzen und rascher Umsetzbarkeit.
Für den Zeithorizont bis 2055 werden neun zusätzliche Projekte zugeteilt, und für die Zeit danach noch einmal sieben. Allerdings sollen über 30 Nationalstrassen-Projekte wegfallen, darunter die an der Urne abgelehnten A1-Erweiterungsprojekte zwischen Schönbühl und Kirchberg im Kanton Bern und zwischen Le Vengeron GE und Nyon VD. Hier sollen betriebliche Massnahmen wie die Umnutzung des Pannenstreifens Abhilfe schaffen gegen Staus.
Weiterentwicklung in der Agglomeration
Der Ausbau von Schiene und Strasse wird zudem durch das Programm Agglomerationsverkehr ergänzt. Damit unterstütze der Bund eine koordinierte Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in den Ballungsräumen, so der Bundesrat.
So sollen die grossen Agglomerationsprogramme in Genf, Lausanne – Morges, Zürich, Aareland und Burgdorf vom Bund finanziell unterstützt werden. Zusätzlich wird die Landesregierung in der Vernehmlassung weitere kleinere Projekte in rund 40 Agglomerationen vorschlagen.