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Legende: Video Weniger Transplantationen - mehr Tote abspielen. Laufzeit 01:57 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.09.2019.
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Lange Wartelisten 15 Personen sterben – weil das Spenderorgan fehlt

Alarmierende Nachricht von Swisstransplant: Nachdem die Anzahl Organspenden Anfang 2019 noch anstieg, sind in den letzten fünf Monaten eine auffallend wenig Organe transplantiert worden. Mit tragischen Folgen für die Wartenden.

Laut Franz Immer, Direktor von Swisstransplant, sind Schwankungen in der Organspende normal. Momentan sei die Situation jedoch speziell: «Wir sind in den letzten fünf Monaten mit der Transplantationsaktivität um 40 Prozent eingebrochen.» Es wurden deutlich weniger Organe transplantiert als in den ersten drei Monaten 2019. Die ausgebliebenen Transplantationen des letzten Quartals führten sogar zum Tod von 15 Personen.

Auch die Anzahl der Organspender hat aktuell abgenommen. Zusätzlich steigt das Alter der Spender und ihre Organe sind folglich weniger brauchbar. Konnten über die letzten Jahre meist rund 3.5 Organe pro verstorbenem Spender entnommen werden, waren es im letzten Quartal nur 2.5 Organe.

Lösung für mehr Organspenden?

Immer wünscht sich, dass deutlich mehr Menschen Organe spenden. Deshalb unterstützt er die eidgenössische Volksinitiative «Organ spenden – Leben retten».

Er erklärt den Sinn der sogenannten erweiterten Widerspruchslösung: «Jeder ist dabei Organ-, Gewebe- und Zellspender, ausser er hat sich zeitlebens dagegen geäussert.» Oder die Angehörigen haben Kenntnis davon, dass der Verstorbene dies nicht gewollt hätte.

Szene in einem Operationssaal. Man sieht einen Arzt und Personal in grünen Kutten.
Legende: In der Schweiz werden jährlich rund 500 Organe von Verstorbenen transplantiert, meist Niere und Leber. Keystone

Heute muss in der Schweiz entweder der potenzielle Organspender explizit vor seinem Tod oder aber seine Angehörigen nach seinem Ableben der Organspende zugestimmt haben.

«Moralischer Grundsatz wird ausgehebelt»

Der Bundesrat unterstützt grundsätzlich eine erweiterte Widerspruchslösung. Nicht so Anders Andreas Brenner, Dozent für Philosophie an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Er kritisiert die Pläne, das Transplantationsgesetz zu ändern: «Die Widerspruchslösung ist in sich widersprüchlich, weil ein Rechts- und Moralgrundsatz ausgehebelt wird, weil wir doch Eigentümer an uns selber sind und das nicht explizit erklären müssen», sagt Brenner.

Es ist eine politische Kontroverse um eine Initiative, bei der das Volk das letzte Wort haben wird.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Herr Mi  (Cypherpunk)
    Wenn dass Brenners Argument ist, dann ist das falsch: Etwas ist nicht in sich widersprüchlich, weil es etwas anderem (egal ob wichtigen oder nicht) widerspricht. Ausserdem verliert eine natürliche Person ihre Rechtsfähigkeit mit dem Tod (und auch philosophisch gesehen endet die Existenz ja da).
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  • Kommentar von Franziska Beetschen  (Himbeeri)
    @Michael Emmenegger
    (wer Keins spenden will bekommt auch Keins)... finde ich gut und möchte dann auch in eine Krankenkasse, welche diesen Irrsinn nicht mitfinanziert!
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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Es ist nicht "menschlich" wenn man mit solchen Schlagzeilen zum Spender wird. Wenn wir es verpassen uns ein Tate auf den Oberkörper zu machen: "keine Organentnahme" dann sind wir vielleicht schon bald unfreiwillige Organspender. Die Nazis haben da schon einmal daran herum gekünstelt, und das ganze unter "Forschung" geführt.
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