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Lawinen und Behinderungen Schneechaos auf Strasse und Schiene im Bündner Oberland

In Graubünden gibt es erhebliche Verkehrsprobleme. Zum vielen Schnee kamen am Montag starke Sturmwinde.

Legende: Video Heftige Schneefälle in den Alpen abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 14.01.2019.
  • Wegen akuter Lawinengefahr ist Disentis von der Aussenwelt abgeschnitten.
  • Der Ort ist weder per Zug noch auf der Strasse erreichbar, teilte die Rhätische Bahn (RhB) mit.
  • Erhebliche Verkehrsprobleme gibt es auch in der Innerschweiz.

Mehrere Orte im Bündner Oberland sind vermutlich den ganzen Montag von der Aussenwelt abgeschnitten. Die Kantonsstrassen nach Disentis und Cavadiras sind für jeglichen Verkehr gesperrt werden. Auch die Zugstrecke der Rhätischen Bahn (RhB) sei aus Sicherheitsgründen geschlossen, teilte die Gemeinde Disentis mit.

Weil in Disentis die höchste Lawinengefahr (Stufe 5) herrscht, wurden zudem die Loipen und auch die Schneeschuh- und Wanderwege aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Engadin auf der Strasse nicht erreichbar

Die gebietsweise riesigen Schneemengen führten zudem zur Schliessung des Julierpasses zwischen Bivio und Silvaplana. Das Oberengadin war damit auf der Strasse von Norden her nicht erreichbar. Die Kantonsstrassen nach Arosa und Lenzerheide durften nur mit Schneeketten befahren werden, ebenfalls der Wolfgangpass nach Davos. Ausserdem aus Sicherheitsgründen gesperrt waren die Ofenpassstrasse sowie die Strasse nach Samnaun.

Post: Disentis abgeschnitten

Bei der Schneesituation am Montag herrschte eine Art Daueralarm in den Bergen. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos warnte mit der höchsten Stufe 5 «sehr gross» vor Lawinen. Betroffen sind östliche Gebiete des Berner Oberlandes, die Innerschweiz, das Glarnerland und grosse Teile Graubündens.

Teils sehr grosse Lawinengefahr

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Teils sehr grosse Lawinengefahr

Die Lawinengefahr, Link öffnet in einem neuen Fenster ist vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in mehreren Gebieten auf die höchste Stufe 5 angehoben worden. Diese Gefahrenstufe herrscht nur sehr selten. Grossflächig wurde sie das letzte Mal im Januar 2018 und davor im Lawinenwinter 1999 herausgegeben.

Daneben besteht praktisch auf dem ganzen Alpenbogen grosse Lawinengefahr. Schon einzelne Wintersportler könnten leicht Lawinen auslösen, auch gefährlich grosse.

Mühe hat auch die Bahn

Mit dem vielen Neuschnee zu kämpfen hat auch die Rhätische Bahn (RhB). Die Strecke von Chur nach Arosa blieb geschlossen. Es verkehrten Busse als Ersatz. Heftige Winde und Schneeverfarachtungen erschwerten die Räumung.

Zwischenzeitlich gab es auch kein Durchkommen auf der Schiene von Klosters Platz nach Davos Platz. Auch auf diesem Abschnitt wurden Bahnpassagiere in Ersatzbussen transportiert. Am Nachmittag konnte die Rhätische Bahn wieder durchs Prättigau nach Davos fahren. Bis auf weiteres geschlossen bleibt der Abschnitt von Davos ins Albulatal nach Filisur.

«Unser grösstes Problem sind derzeit die starken Winde», sagt RhB-Sprecherin Yvonne Dünser gegenüber SRF News. In den oberen Lagen habe es sehr grosse Schneeverfrachtungen gegeben. Erschwert würden die Räumungsarbeiten dadurch, dass es bis weit hinauf geregnet habe und der Schnee nun sehr schwer sei. «Unsere Leute sind seit gestern pausenlos im Einsatz.»

Probleme auch in der Innerschweiz

Lawinengefahr herrscht auch im Kanton Uri. Betroffen ist vor allem das Urserental mit Andermatt, Hospental und Realp. Die Strassenzufahrt von Göschenen UR her durch die Schöllenen nach Andermatt ist gesperrt.

Unterbrochen ist auch die Bahnverbindung nach Andermatt vom Wallis und Graubünden her und somit der Autoverlad ins Urserental. Nicht betroffen ist die Autobahn A2, wohl aber die Gotthardbergstrecke der Eisenbahn.

Schwägalp bleibt gesperrt

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  • Auf der Schwägalp herrscht noch immer Lawinengefahr. Der Zugang bleibt für Fahrzeuge und Fussgänger gesperrt, wie die Ausserrhoder Polizei informierte.
  • Laut Polizeisprecher Hanspeter Saxer ist die Strasse zur Schwägalp ab Passhöhe gesperrt.
  • Bis Freitagabend wurde mit Sondierstangen nach allfälligen Verschütteten gesucht, obwohl es keine Vermissten gab. Seither wurden die Schneemassen und die beschädigten Fahrzeuge mit schwerem Gerät weggeräumt.

Eiskletterer im Bündner Oberland verletzt

Zwei Eiskletterer sind am Sonntag in der Ortschaft Platta (GR) von einer Lawine verletzt worden, ein 41-Jähriger schwer, ein 48-Jähriger leicht. Der dritte Kletterer schlug Alarm. SAC-Mitglieder bargen die Verletzten.

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