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Schweiz Lehrplan 21: Woher kommt das Geld?

In vielen Kantonen wird bei der Schule gespart. Jüngstes Beispiel: In St.Gallen erhalten kranke Lehrer erst ab dem dritten Tag eine Stellvertretung. Die ersten beiden Tage müssen die andere Lehrpersonen überbrücken. Was heisst diese Sparerei für die Einführung des Lehrplans 21?

Lehrerin sitzt vor der Wandtafel auf einem Stuhl, um sie herum sitzen die Schüler.
Legende: Die Weiterbildung der Lehrer im Rahmen des Lehrplans 21 kostet viel Geld. Keystone

Der neue Lehrplan kostet Geld. Nicht alle Kantone müssen gleich viel aufwerfen, aber für manche fallen geschätzte Zusatzkosten von mehr als 20 Millionen Franken an. Vor allem die Weiterbildung der Lehrer, zusätzliche Lektionen und neue Lehrmittel schlagen zu Buche.

Lehrplan 21 wird später eingeführt

Im Kanton Aargau ist deshalb schon seit einiger Zeit klar, dass die Einführung des Projekts verschoben wird. Frühestens 2020 soll der Lehrplan 21, der erstmals für alle Deutschschweizer Schulkinder die selben Ziele formuliert, in Kraft treten. Christian Amsler hat Verständnis für diese Massnahme. Er ist Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren und selber Bildungsdirektor des Kantons Schaffhausen.

Amsler weiss, dass viele Kantone sparen müssen. «Da ist es nicht verwunderlich, dass auch die Begleitmassnahmen zur Einführung des Lehrplans 21 zur Disposition stehen.» Für ihn ist nicht der Zeitpunkt der Einführung das wichtigste. Essentiell sei aber, dass der Lehrplan «sehr sorgfältig» eingeführt werde. Die Weiterbildung der Lehrer sei dabei zentral.

Mehrkosten bei der Bildung einsparen

Auch für den Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss ist Sparen am neuen Lehrplan keine Option. Man habe schliesslich einen Auftrag der Schweizer Bevölkerung umzusetzen. Diese hatte an der Urne eine Harmonisierung des Bildungswesens über alle Kantone hinweg deutlich angenommen. Dies werde mit dem Lehrplan 21 nun umgesetzt. «Deshalb ist eine Verschiebung für uns kein Thema.»

Dabei ist für Wyss klar, dass bei der Umsetzung der Pläne die Finanzen im Auge behalten werden müssen. Sein Kanton wolle deshalb den neuen Lehrplan möglichst kostenneutral einführen. So plant denn auch Luzern, bei den Schulen zu sparen. Zum Beispiel sollen die Klassen vergrössert und beim Religionsunterricht Stunden abgebaut werden.

Weiterbildungsbudget für Lehrplan 21 einsetzen

Wird also in vielen Kantonen zugunsten des neuen Lehrplans bei anderen Bildungsangeboten gespart? Das hoffe er nicht, sagt Beat Zemp. Er ist Präsident des Dachverbandes der Schweizer Lehrpersonen. Es dürfe nicht sein, dass das Geld einfach umverteilt werde. «Die bestehenden Gefässe für Weiterbildung müssen jetzt für den Lehrplan 21 reserviert werden», fordert er. Wenn schon müssten andere Weiterbildungen zurückgestellt werden.

Kantone müssen sparen

Erziehungsdirektoren-Präsident Amsler glaubt nicht, dass wegen des neuen Lehrplans bei anderen schulischen Angeboten gespart wird. Doch für den Präsidenten der Erziehungsdirektoren hat die öffentliche Hand ein Problem mit zu hohen Ausgaben. Da müsse halt auch die Bildung Haare lassen.

Schliesslich mache die Bildung in vielen Kantonen einen Viertel des Staatshaushalts aus, so Amsler. «Vielleicht muss man auch einige liebgewordene Angebote wieder etwas zurückbauen.» Der Lehrplan 21 werde aber auf jeden Fall eingeführt. Wenn auch in einigen Kantonen etwas später als in anderen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Escher, Varen / Wallis
    ".... 9 Jahre Schule genügt nicht....", schon spannend,... in den Jahren 1957 - 1961, z.B. 6 Monate Schule, ab 1962 dann 8 Monate; im Jahr, plus 2 Jahre "Sek", anschliessend Lehre = und es gab nachher ebenfalls Ärzte, Juristen und "Gschtudierte"... / und wieviel "Lehrplanfüller" werden heute VERMITTELT..?!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Es wäre noch interessant im Zusammenhang mit den Kosten wie viele Schuljahre ein Kind zu verbringen hat gemäss Lehrplan 21. Bis anhin besuchte ein Kind 9 Jahre lang die Schule. Nach alter Planung waren 11 Schuljahre vorgesehen, was verständlicher Weise auch zu Mehrkosten geführt hätten. Wurde nun von dieser Idee Abstand genommen? Wieviele Jahre sind nach neuem Lehrplan 21 vorgesehen? Ich sehe es zur Zeit nicht wie man den Stoff innerhalb von 9 Jahren vermittelt ohne Abstriche in die Tiefe.
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  • Kommentar von Walter Schwarb, Ueken
    Dieser von abgehobenen, den gesunden Menschenverstand schon längst verlorenen Theoretikern und Möchtegernakademikern verbrochene Unsinn Lehrplan 21 ist von allen Kantonen abzulehnen, ohne wenn und aber. Zurück zur Vernunft, bitte, aber dringend.
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    1. Antwort von Peter Treichler, Mellingen
      "Zurück zur Vernunft". Aber alle wollen die Vernunft gepachtet haben. Wir können unsere Vernunft und unseren Verstand auch darauf hin gebrauchen, uns mit neuen Bildungsinhalten, Lernzielen und Kompetenzen auseinanderzusetzen, versuchen, sie zu verstehen.
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    2. Antwort von Dieter Blatt, Münsingen
      Lieber Herr Schwab, bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Hälfte der Lehrplanautoren aktive und praktizierende Lehrer und Lehrerinnen sind. Die Mär von abgehobenen Theoretikern können Sie also vergessen.
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    3. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Dieter Blatt, 19:53, gerne würde ich wissen welcher Partei und Ideologie diese Lehrer angehören. Wenn ich den Lehrplan durchlese, dass habe ich leider den unschönen Eindruck, dass da via Lehrplan21 lauter kleine Sozialisten herangezogen werden. Guten Nacht Frau Moral, gute Nacht Frau Nächstenliebe und gute Nacht Herr Anstand.
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