Zum Inhalt springen

Header

Video
Nathalie Christen: Der Bundesrat hat hoch gepokert – mit Erfolg
Aus Tagesschau vom 12.05.2021.
abspielen
Inhalt

Lockerungsplan des Bundesrates Drei-Phasen-Modell mit Fragezeichen

Der Bundesrat kann sich auf die Schultern klopfen. Sein Lockerungsplan, den er mitten in steigenden Pandemie-Zahlen beschlossen hatte, geht auf. Trotz offener Restaurant-Terrassen und Öffnungen im Fitness- und Kulturbereich hat sich die Lage nicht verschlimmert, sondern verbessert. Wohl wegen der Impfungen, des warmen Wetters und einer vernünftigen Bevölkerung.

Und so erstaunt es nicht, dass der Bundesrat auf diesem Weg weitermachen will. Er hat heute das bereits angekündigte Drei-Phasen-Modell beschlossen und weitere Lockerungen auf Ende Mai zur Diskussion gestellt. Die Schutz- soll so in die Stabilisierungsphase übergehen. Die dritte Phase, die Normalisierung, soll beginnen, sobald sich alle Erwachsenen impfen lassen konnten, die dies wollen – etwa Ende Juli.

Verfrühter Start der Normalisierungsphase?

Das machte lange Sinn. Doch seit kurzem zeichnet sich ab, dass sich schon bald auch Kinder ab 12 Jahren impfen lassen werden können. Kanada und die USA haben den Impfstoff von Pfizer/Biontech dafür bereits freigegeben. Bei Swissmedic ist ein entsprechendes Gesuch hängig, der Bundesrat erwartet einen Entscheid im Sommer.

Unter diesen Umständen fragt sich, warum es für den Start der Normalisierungsphase reichen soll, dass alle impfwilligen Erwachsenen ihre Injektionen erhalten haben. Warum nicht gewartet wird, bis auch die impfwilligen Kinder, für die eine Impfung möglich wäre, geschützt sind.

Kinder laut Bundesrat keine Risikogruppe

Der Bundesrat verweist darauf, dass Kinder bei Covid-Erkrankungen nicht zu den Risikogruppen gehören. Tatsächlich zeigen Studien, dass sie zwar erkranken und die Krankheit weitergeben können, jedoch seltener schwere Symptome entwickeln. Doch schwere Verläufe gibt es, auch wenn vieles darüber wissenschaftlich noch unklar ist.

Und wenn das Virus ungehindert unter den Kindern zirkulieren und viele anstecken kann, können auch aus winzigen Prozentsätzen absolut gesehen plötzlich Zahlen werden, die weh tun. Der Vizepräsident der Taskforce sprach kürzlich öffentlich davon, es könnten Hunderte von Kindern auf der Intensivstation landen. Er hält es darum für sinnvoll, Kinder impfen zu lassen, sobald dies möglich ist.

Dies will auch der Bundesrat: Er hat versprochen, Kindern den Zugang zur Impfung zu ermöglichen, sobald sie zugelassen ist. Er erwägt auch, zum Schutz von Kindern einige Massnahmen länger aufrechtzuerhalten – beispielsweise Masken an Schulen. Und er erinnert daran: Je mehr Erwachsene geimpft sind, desto kleiner wird auch die Gefahr für die Kinder, weil das Virus schlechter zirkulieren kann. Vielleicht geht der bundesrätliche Plan ja auch diesmal auf.

Nathalie Christen

Nathalie Christen

Bundeshaus-Korrespondentin, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Christen ist Korrespondentin im Bundeshaus für Fernsehen SRF. Sie arbeitet seit 2002 für SRF. Unter anderem leitete sie die Bundeshausredaktion von Radio SRF und war Produzentin bei der «Arena». Zuvor war sie Bundeshausredaktorin beim «SonntagsBlick».

SRF 4 News; 12.05.2021, 19:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Katharina Bleuer  (Blk)
    Ich hoffe für unsere Kinder und ihre Zukunft, dass wenigstens die Kantone vernünftig genug sind und die Quarantäneregeln an den Schulen aufrecht erhalten.
    Denn bei einer ungebremsten, vollständigen Durchseuchung der Kinder werden Zehntausende von ihnen sich als IV-Bezüger wiederfinden. Weil ja: Auch kleine Prozentzahlen läppern sich!
  • Kommentar von Urs Felber  (ursus felber)
    Gspässige Zeiten, in der wir uns befinden. Voll mit Skeptikern und Zweiflern, auch bei SRF Mitarbeitern. Egal was der Bundesrat entscheidet, es wird gezweifelt was das Zeug hält, entweder auf der Strasse oder im SRF Studio :)
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      SRF scheint etwas richtig zu machen, wenn ihnen in ein und demselben Thread vorgeworfen wird, sie seien zu unkritisch und zu kritisch... ;-)
  • Kommentar von Dominic Müller  (Domi3)
    Die Kinder leiden allerdings unter den sozialen Massnahmen am meisten. Was für ein Risiko es für die Kinder ist, ist von der Zulassung der Impfungen von Swissmedic abhängig, nicht von den Öffnungsschritten. Wenn man nicht öffnet, wir nur wieder herumgelauert mit den Impfungen.