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Lohnumfrage der UBS Nächstes Jahr gibt es mehr Lohn, aber...

Es ist eigentlich eine gute Nachricht für Arbeitnehmer: Die Schweizer Löhne werden 2019 im Schnitt um ein Prozent steigen. Der Haken dabei: Auch die Preise werden um ein Prozent steigen.

Legende: Video Reallöhne: Das Blatt beginnt sich zu wenden abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 31.10.2018.

Im Schnitt ein Prozent mehr Lohn 2019 – deutlich mehr als in anderen Jahren. Das mag manchen freuen, doch die Freude wird getrübt. Denn die Teuerung steigt ebenfalls um ein Prozent.

In der Schweiz sind die Preise vieler Güter in den letzten Jahren gleichgeblieben oder gar gesunken. Gleichzeitig sind die Löhne gestiegen. Und so erfreuten sich viele über eine prallere Geldbörse – seit 2009. Eine ähnliche Situation gab es letztmals vor 30 Jahren.

Lohnempfänger müssen mit einer Einbusse rechnen

Doch nun hat sich das Blatt gewendet: Weil auch die Teuerung am Steigen ist, müssen die Lohnempfänger im laufenden Jahr erstmals eine Einbusse in Kauf nehmen. 2019 müssen sie mit einer Stagnation rechnen. Zu diesem Schluss kommt die Grossbank UBS in einer grossangelegten Lohnumfrage. Insgesamt wurden 324 Unternehmen befragt.

Doch wer kommt nun tatsächlich in Genuss eines Reallohnanstiegs? Einzig die Beschäftigten der Informatik- und Telekom-Branche können dieses Jahr einen Reallohnanstieg verbuchen. Im nächsten Jahr kann einzig die Chemie- und Pharmabranche mit höheren Reallöhnen rechnen. Die grössten Lohn-Einbussen verzeichnen dagegen – in beiden Jahren – die Angestellten der Medienbranche.

So entwickeln sich die Löhne

Branche
Lohnerhöhung 2018
Erwartete Lohnerhöhung 2019
Chemie & Pharma
1,0%
1,2%
Energie, Ver- & Entsorgung
1,0%1,0%
Materialien & Baustoffe
1,0%1,0%
Textil0,9%1,0%
Metalle1,0%1,0%
Maschinen1,0%1,0%
Elektro0,8%1,0%
Baugewerbe & Architektur
0,5%1,0%
Banken & Versicherungen
0,9%1,0%
Grosshandel0,7%1,0%
Logistik1,0%1,0%
Detailhandel0,7%1,0%
Autogewerbe1,0%1,0%
Dienstleistungen für Unternehmen
1,0%1,0%
Informatik- & Telekomdienste
1,3%1,0%
Nahrungsmittelproduktion0,8%1,0%
Uhren und Schmuck
0,8%1,0%
Tourismus, inkl. Kultur, Sport & Bildung
1,0%1,0%
Öffentlicher Sektor
1,0%1,0%
Konsumgüter1,0%0,8%
Gesundheits- & Sozialwesen
0,5%0,8%
Medien0,5%0,5%
Schweiz0,8%1,0%

Weiteres Wachstum erwartet

In der Studie wurden die Unternehmen auch zur wirtschaftlichen Entwicklung befragt. Etwa zwei Drittel der Firmen erwarten für 2019 ein moderates Konjunkturwachstum. 30 Prozent gehen von einer stagnierenden Wirtschaft aus und kein einziger Umfrageteilnehmer rechnet mit einem Rückgang. Zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit befragt, denken 69 Prozent der Teilnehmer, dass die Arbeitslosenquote von derzeit 2,6 Prozent im kommenden Jahr unverändert bleiben wird.

In ihren eigenen Prognosen, erwartet die UBS nach dem ausserordentlich starken Wirtschaftsaufschwung von rund 2,9 Prozent im Jahr 2018 ein etwas moderateres Wachstum von 1,6 Prozent für 2019. Bei der Arbeitslosenquote veranschlagen die Ökonomen einen leichten Rückgang auf 2,5 Prozent. Da könne man weiterhin nahezu von Vollbeschäftigung sprechen, so die Bank.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Renevey (weissdassichnichtsweiss)
    Warum machen wir diesen ganzen Lug und Betrug eigentlich noch mit? Vorschlag: 1 Woche wenig (bewegte) Medien konsumieren, jeden Abend über das Leben und dessen Sinn nachdenken...Dann Resumee ziehen... Mögliche Gedankengänge: Brauchen wir Fernsehen? Brauchen wir exotische Lebensmittel? Brauchen wir Feudalherren und Individuuen, die ohne Schweiss und Fleiss zu enormem Reichtum kommen?? Brauchen wir Geheimarmeen? Brauchen wir Angstmacher? Schritt 2: Abhängigkeiten zu minimieren versuchen...
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Sollen wir uns jetzt totlachen? Oder halten die uns für Schildbürger? Alleine die nächste KK-Prämienerhöhung frisst etwa 150-200% der tollen Lohnerhöhung weg. Veralbern können wir uns wahrlich selber.
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  • Kommentar von P. Zahner (Auf Merksam)
    Es wäre doch einmal ein interessanter Fact zuhören, wieviele von den Motzern und Empörten bei der 1:12 Initiative, oder dem bedingungslosen Grundeinkommen ein Nein in die Urne geworfen haben, oder gar nicht abgestimmt haben...
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    1. Antwort von Edi Steinlin (Chäsli)
      Das wäre sicher interessant Herr Zahner, nur hätten die beiden Initiativen kein Problem gelöst und nur weiter Probleme gebracht.
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