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Polizei klärt auf: Das ist an der Fasnacht erlaubt
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 10.02.2021.
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Luzerner Fasnacht Was an der Fasnacht erlaubt ist – und was nicht

Am Donnerstag würde in der Zentralschweiz die Fasnacht beginnen. Veranstaltungen sind abgesagt. Was gilt aber sonst?

Welche Regeln gelten ganz grundsätzlich? Der Bund hat ein generelles Veranstaltungsverbot verhängt. Deshalb ist alles organisierte, lustige Treiben untersagt. Weiter sind auch Versammlungen von über 5 Personen verboten, in grösseren Gruppen um die Häuser ziehen geht also nicht. Schliesslich gelten die üblichen Ruhezeiten von 22 Uhr abends bis um 6 Uhr morgens. Die Zentralschweizer Polizeikorps bitten zudem eindringlich darum, auch innerhalb der geltenden Regeln auf jegliche fasnächtlichen Aktivitäten zu verzichten.

Aber in 5er-Gruppen kann ich unterwegs sein? Verboten ist dies nicht, die Covid-Verordnung erlaubt es. Aber Vorsicht: Die Zentralschweizer Polizeien sind da unterschiedlich kulant. In der Verordnung des Bundes steht, dass Veranstaltungen verboten sind, unabhängig von der Personenzahl. Fragt sich also als nächstes, was die Polizei unter Veranstaltung genau versteht. «Eine fasnächtliche Aktivität, auch wenn Sie mit Kolleginnen oder Kollegen musizieren wollen, gilt als Veranstaltung. Und das ist nicht erlaubt», sagt Christian Bertschi, Mediensprecher der Luzerner Polizei. Da gibt es also ziemlich wenig Interpretationsspielraum. In Uri nimmt man es offenbar etwas weniger streng. Musizieren in Fünfergruppen ist explizit erlaubt – neben Trommeln und Pauken auch mit Blasinstrumenten.

So definiert das Gesetz eine Veranstaltung

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In den Erläuterungen zur Covid-Verordnung, Link öffnet in einem neuen Fenster werden Veranstaltungen folgendermassen definiert:

«Als eine Veranstaltung im Sinne dieser Bestimmung gilt ein zeitlich begrenzter, in einem definierten Raum oder Perimeter stattfindender und geplanter öffentlicher oder privater Anlass. Dieser Anlass hat in aller Regel einen definierten Zweck und eine Programmfolge mit thematischer, inhaltlicher Bindung. Zudem ist davon auszugehen, dass es im Rahmen einer Veranstaltung zumeist eine Darbietung vor Zuschauerinnen und Zuschauern gibt bzw. sich die Besucherinnen und Besucher während längerer Zeit am gleichen Ort aufhalten, oder aber z.B. Teilnehmende sich aktiv beteiligen. [...] Es ist Aufgabe der zuständigen kantonalen Stellen zu entscheiden, ob letztlich eine Veranstaltung vorliegt oder nicht.»

Darf ich mich verkleiden? Das ist erlaubt. «Wenn Sie verkleidet unterwegs sind und ein Leiterwägeli oder sonst was nach sich ziehen, ist dies kein Verstoss», sagt Bertschi von der Luzerner Polizei. Laut Gesetz darf man anziehen, was man will. Sogenannte «Einzelmasken» haben also nichts zu befürchten, ausser sie versammeln sich spontan zu Gruppen oder sie missachten mit einer fasnächtlichen Aktivität das Veranstaltungsverbot.

Kann ich Kaffee Schnaps ausschenken? Nein. Der Ausschank zur Konsumation vor Ort ist ein Verstoss gegen das Restaurationsverbot. Gastronomen dürfen die Getränke im Rahmen von Take-away verkaufen, wenn sie eine entsprechende Lizenz und ein Schutzkonzept gemäss BAG-Richtlinien haben. Take-away ist zudem nur zwischen 6 Uhr und 23 Uhr erlaubt.

Was, wenn ich mich nicht an die Regeln halte? Bei den Zentralschweizer Polizeikorps heisst es, dass die Patrouillen während der Fasnacht intensiviert und die Vorgaben genau kontrolliert würden. Wenn die Polizistinnen oder Polizisten jemanden erwischen, der oder die gegen die Corona-Regeln verstösst, dann drohen Strafen. «Zuerst suchen wir den Dialog», sagt Polizeisprecher Bertschi.

Je nach Situation könne es danach eine Verwarnung, eine Wegweisung, eine Ordnungsbusse oder gar eine Anzeige geben. «Die Höhe der Busse hat der Bund festgelegt. Je nach Verstoss kostet sie zwischen 50 und 200 Franken», so Bertschi. Es gehe der Polizei jedoch nicht darum, möglichst viele Bussen zu verteilen. «Unser Ziel ist es, unnötige Infektionen zu vermeiden. Deshalb appellieren wir nochmals eindringlich an die Bevölkerung, auf jegliche Fasnachts-Aktivitäten zu verzichten.» In anderen Zentralschweizer Kantonen wird es ähnlich gehandhabt.

Wie sieht es in Basel aus?

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Die zweite grosse Schweizer Fasnacht würde am 22. Februar in Basel starten. Auch da findet die traditionelle Fasnacht mit Morgestraich, Cortège (Umzug), öffentlichen Schnitzelbank-Aufführungen und Guggenmusik-Konzert nicht statt. Die Schnitzelbank-Aufführungen dürfen von Tele Basel aufgezeichnet werden. Das hat die Basler Gesundheitsdirektion nach einem anfänglichen Verbot nun doch erlaubt. Gross feiern wird nicht drin liegen. Da es sich bei der Covid-Verordnung um Bundes-Regeln handelt, gelten dieselben Bestimmungen wie in Luzern und der restlichen Schweiz.

Die aktiven Basler Fasnächtler haben sich allerdings bereits im Herbst Gedanken darüber gemacht, was man als Ersatz organisieren könnte. Der Tenor, so Kathrin von Bidder vom Basler Fasnachts-Comité, habe gelautet: «Macht etwas für die Jungen». Seither hat das Comité die Jungen Garden der verschiedenen Fasnachts-Cliquen animiert, Ideen einzureichen, wie man einen Fasnachts-Parcours durch die ganze Stadt gestalten könnte.

Zusammengekommen sind 32 Stationen. Vor dem legendären Café Spitz wird eine Junge Garde 200 restaurierte Larven aus vergangenen Jahren an einem Totenpfahl befestigen, eine andere Cliqué verarbeitet Fasnachts-Zettel von letztem Jahr, um 20 Schaufenster-Puppen damit zu bekleistern und auszustellen, wiederum andere gestalten bei einem der Stadttore einen Steckenlaternen-Wald, am Rheinufer werden riesige Räppli (Konfetti) an Stangen montiert und auf dem Münsterplatz riesige, von innen beleuchtete Kuben aufgestellt. Bezogen sind die Kuben mit den Malereien und Sprüchen, die in den vergangenen Jahren die grossen Laternen zierten.

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 09.02.2021, 17:30 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Wenn man von gefährdeten Personen Eigenverantwortung einfordern würde, statt die gesamte Gesellschaft für das Krankheitsbild Weniger zu strafen, so könnte man nicht nur Covid-19 ohne Staatskeule überstehen sondern z.B. auch die Gesundheitskosten von Rauchen, Übergewicht und Drogenkonsum korrekt belasten. Schliesslich muss ich ja auch selber vorsorgen, wenn ich ggü. bestimmten Krankheiten genetisch vorbelastet bin und ich erwarte nicht, dass die Gesellschaft sich für mich komplett umstellt.
  • Kommentar von Andreas Hug  (AndiHug)
    Schon zum 2 mal müssen die Menschen aufs Leben verzichten.
    Ich bin für die sofortige beendigung der Massnahmen.
    Das leben der jüngeren Befölkerung geht vor.
    Ich dachte die Masken seinen so GUT. Warum tragen wir Masken wenn sowieso alles verboten wird?
    Ich finde man sollte mehr Freiheiten haben.
    Ich möchte wieder Sport dürfen treiben, eislaufen, tennis, badminton, schwimmen, fitness usw. Meine Gesundheit Leidet extrem unter den Massnahmen.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Aufs Leben muss niemand verzichten, aber man muss lernen sich mit dem Virus und somit auch mit den Massnahmen zu arrangieren. Ich vermisse es auch z.B. jemanden zu umarmen, in einem Restaurant zu essen oder im Kino zu sitzen, usw. Trotzdem stelle ich nicht mein Wohl vor das aller Anderen. Das Coronavirus erkundigt sich nicht nach den Alter seiner Opfer sondern infiziert was da ist.
    2. Antwort von Maciek Luczynski  (Steine)
      @Andreas Hug (AndiHug)

      Warum nutzen wir noch Bremsen beim Auto/Fahrad/Bahn, wenn sie doch so GUT sind, aber doch keine Unfälle verhindern ?
    3. Antwort von Ludwig Meier  (ludwig.meier555@mail.ch)
      Herr Volkart: Jemanden zu umarmen, im Restaurant zu essen etc. ist nicht "Ihr Wohl vor jenes anderer" zu stellen. Wir alle haben diese Bedürfnisse, es sind kollektive Bedürfnisse, keine egoistischen. Das wir es alle nicht dürfen, ist keine Solidarität. Wir brauchen das - die einen mehr, die anderen weniger. Und auch da gibts eine Risikogruppe: für viele ist es sehr schlimm, dies nicht zu haben und wie schlimm es ist, ist völlig unmessbar... was aber nicht heisst, dass es weniger zählen sollte.
  • Kommentar von Peter Meier  (Ein Rechter, der nicht blind ist auf dem Linken)
    Wir haben seit Wochen Fasnacht. Alle laufen mit Masken rum.
    1. Antwort von Clarissa Heinzer  (Clarissa Heinzer)
      Wie recht sie doch haben. Und dazu auch noch bunt gemischt
    2. Antwort von Andrin Stucki  (AndrinStucki)
      An der Fasnacht trägt man keine Masken sondern Larven.