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Mangel an Organspendern Umstrittene Organspende-Initative lanciert

  • Die Volksinitiative «Organspende fördern – Leben retten» ist mit 113'000 beglaubigten Unterschriften eingereicht worden.
  • Das Begehren fordert, dass jede Person ohne expliziten Widerruf zum Organspender wird.
  • Die sogenannte «Widerspruchsinitiative» ist umstritten.
Legende: Video Aus dem Archiv: Mehr Organspenden abspielen. Laufzeit 04:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 17.01.2019.

Die Initiative sieht eine Verfassungsänderung vor, die auf dem Grundsatz einer «vermuteten Zustimmung» beruht, wie die Initianten von der Jeune Chambre Internationale (JCI) mitteilten.

Damit würden alle Menschen zu Organspendern, sofern sie dem zu Lebzeiten nicht explizit widersprochen haben oder die Angehörigen nicht wissen, ob sich die verstorbene Person gegen eine Organspende ausgesprochen hat.

Hinter der Initiative steht die JCI, eine weltweite Vereinigung von Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahren mit über 200'000 Mitgliedern. Die Initiative wurde 2017 lanciert und unter anderen von der Nationalen Stiftung für Organspende und Transplantation Swisstransplant unterstützt.

Hintergrund des Begehrens ist laut den Initianten die Tatsache, dass in der Schweiz nach wie vor ein grosser Mangel an gespendeten Organen herrscht. Auf hundert Verstorbene fänden sich lediglich fünf Organspendekarten, wie aus einer Dokumentation von Swisstransplant hervorgeht. Und nur ein Drittel der Angehörigen habe Kenntnis von einem entsprechenden Wunsch der verstorbenen Menschen. Damit hinke die Schweiz im europäischen Vergleich zurück.

Erfolgreiches Organspenderegister

Parallel zur Initiative hat Swisstransplant einen weiteren Weg zur Verbesserung der Organspendezahlen eingeschlagen. Sie lancierte am 1. Oktober 2018 ein nationales Organspenderegister. Darin können Menschen ab 16 Jahren auch ohne Spendeausweis festhalten, ob sie ihre Organe spenden wollen oder nicht.

Diese Aktion sei erfolgreich angelaufen, schreibt Swisstransplant in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins. Bis Ende 2018 hätten sich rund 44'000 Menschen im Organspenderegister eingetragen. Gut 80 Prozent der registrierten Personen hätten sich bereit erklärt, alle Organe und Gewebe zu spenden, und weniger als fünf Prozent hätten sich explizit als Nicht-Spender ausgewiesen.

Kritik an der Initiative

Die christliche Vereinigung Human Life International Schweiz (HLI) hat sich in einer Mitteilung gegen die Widerspruchsinitiative geäussert. Eine «nur mehr vermutete Zustimmung zur Organspende» widerspreche dem medizinethischen Standard-Prinzip der «informierten Zustimmung», schreibt sie. Erfahrungen anderer Länder zeigten, dass die Widerspruchsregelung die Spenderate nicht habe beeinflussen können.

Heute in der «Arena»: Geht die Initiative zu weit?

Heute in der «Arena»: Geht die Initiative zu weit?

Wollen Sie, dass Ihre Organe gespendet werden? Dies ist ein sehr persönlicher Entscheid. Eine neue Initiative verlangt, dass jeder und jede zum Spender wird – ausser, er oder sie entscheidet sich explizit dagegen. Geht das zu weit?

Jonas Projer diskutiert um 22:20 Uhr auf SRF 1 in der «Arena» mit folgenden Gästen:

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho  (marlies artho)
    Warum darf heute niemand mehr sterben an einem natürlichen Tod. Kein Mensch ist doch unsterblich, oder etwa nicht. Ja ich weiss, es hört sich herzlos an, was ich schreibe und doch bin ich der Meinung, dass jeder Mensch selber entscheiden sollte/darf, ob er für eine Organspende bereit ist. Es gibt Menschen die gegen Tierversuche sind. Wie soll man nun die Erhaltung von Menschenleben, wo der Mensch oft keine Lebensqualität verspüren kann, einfach trotzdem mit allen Mittel aufrecht erhalten will.
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  • Kommentar von U. Salzmann  (pfefferusalz)
    Bei all den ablehnenden - teils abschätzigen - Kommentaren kann ich nur empfehlen, sich mal mit einem Organempfänger zu unterhalten.
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  • Kommentar von Enrico Dandolo  (Doge)
    Wie sieht das denn bei unmündigen oder geistig behinderten aus? Wird da auch die Zustimmung vermutet oder müsste ich bei Geburt (oder sogar davor?) eines Kindes vorsorglich schon mal die Ablehnung beantragen? Bei geistig Behinderten ohne Angehörige wären das dann wohl die Behörden oder Ärzte...
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