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Chaos bei Pendlerverkehr im Bahnhof Bern
Aus Rendez-vous vom 11.06.2020.
abspielen. Laufzeit 02:51 Minuten.
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Maskentragen in Zug und Bus An die Empfehlung hält sich (fast) niemand

Züge sind wieder dichter besetzt. Eine Maskenpflicht will der ÖV-Verband trotzdem nicht.

Es war kurz vor 6 Uhr heute Morgen, als es im Bahnhof Bern zur Störung kam, wie SBB-Sprecherin Sabine Baumgartner sagt: «Ursache der Störung war ein defektes Teil an einer Weiche. Das führte zu Verspätungen, Zugausfällen, aber auch Umleitungen etwa im Fernverkehr.»

Die Störung dauerte vier Stunden und betraf zahlreiche Zugverbindungen. Sie führte auch dazu, dass gewisse Züge, die fuhren, sehr stark besetzt waren.

Und genau das möchten die Behörden im Kampf gegen das Coronavirus eigentlich verhindern. Augenzeugen berichten, dass trotz des Gedränges nur wenige Passagiere eine Schutzmaske trugen.

Das Bundesamt für Gesundheit hat dem Maskentragen einen Bärendienst erwiesen.
Autor: Ueli StückelbergerDirektor Verband öffentlicher Verkehr

Eine unbefriedigende Situation, sagt Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr. Denn die Bahn- und Busbetreiber empfehlen das Maskentragen, wenn der Abstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann.

Verantwortlich für diese Unsicherheit sei der Bund, sagt Stückelberger: «Das Bundesamt für Gesundheit hat dem Maskentragen einen Bärendienst erwiesen, indem es zuerst kommuniziert hat, dass Masken nichts bringen. Das haben die Leute noch in den Ohren. Wir vermuten stark, dass das der Grund ist, warum die Leute nicht mehr Masken tragen, auch wenn es empfohlen wird.»

Der Verband öffentlicher Verkehr setzt weiterhin auf die Eigenverantwortung der Passagiere. Stückelberger empfiehlt allen Reisenden, immer eine Maske dabei zu haben, für den Fall, dass es im Zug oder Bus eng wird.

Dass die Eigenverantwortung in solchen Ausnahmesituationen wie heute in Bern an ihre Grenzen stösst, streitet Stückelberger nicht ab. Wäre da eine Maskenpflicht nicht sinnvoll?

Gegen eine Pflicht nur im öffentlichen Verkehr wehrt sich der Verbandsdirektor aber: «Wir möchten nicht, dass der öffentliche Verkehr stigmatisiert wird. Der ÖV wird in der Schweiz geschätzt und ist kein Sonderfall. Deshalb möchten wir keine andere Regelung.»

Der ÖV ist kein Sonderfall. Deshalb möchten wir keine andere Regelung.
Autor: Ueli StückelbergerDirektor Verband öffentlicher Verkehr

Entscheiden über eine Maskenpflicht müsste der Bund. Das Bundesamt für Gesundheit wollte auf Anfrage nicht Stellung nehmen zur Frage einer Maskenpflicht. Die Frage werde laufend neu beurteilt, heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Bundesrat werde die Maskenfrage in einer Woche erneut diskutieren.

Vorläufig bleibt es also bei einer Empfehlung, eine Maske zu tragen. Einer Empfehlung, die die Mehrheit der Reisenden nicht befolgt.

Rendez-vous, 11.06.2020, 12:30 Uhr

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117 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    So gross kann Herr Stückelbergers Sorge auch nicht sein, wenn seine Sorge, stigmatisiert zu werden (voranzugehen?) überwiegt. Aber wir werden sehr bald sehen, wieviele sich im ÖV anstecken - gut möglich, dass es trotz allem kaum welche sind, zumal sich niemand trauen wird, mit Symptomen ÖV zu fahren. Gesungen wird zum Glück dort auch nicht mehr so häufig.
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  • Kommentar von Roger Weber  (Denken_erlaubt)
    Ein dreifaches Hoch auf das Restaurant, würde ich sagen. Maskenträger sollen zuhause essen.
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  • Kommentar von Richard Schmid  (Ojemine)
    Das ewige Maskenthema! Wer sie tragen will sollte sie tragen aber richtig! Herr Koch hatte nach meiner Meinung Recht dass sie nicht so viel hilft. Viel wichtiger ist nötigen Abstand halten und Hände waschen! Warum kommen dann diese gefährlichen VIREN meist aus China obwohl dort seit langem Masken benutzt werden.
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