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Neue Corona-Schutzmassnahmen in Genf
Aus Tagesschau vom 27.07.2020.
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Messlatte für Risikogebiete Genf nähert sich dem kritischen Corona-Grenzwert

Wird Genf bald zum Risikogebiet erklärt? Nach den Kriterien des Bundes liegt der Kanton nur noch knapp unter dem Schwellenwert für Quarantäneländer.

In keinem anderen Kanton hat die Zahl der Coronafälle derart zugenommen wie in Genf. Der Westschweizer Kanton verzeichnete in den letzten zwei Wochen 295 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Das sind pro 100'000 Einwohner 59 Neuinfektionen.

Damit liegt Genf nur noch knapp unter dem Schwellenwert des Bundes für Risikoländer, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Vermeldet ein Land innert 14 Tagen über 60 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner, gilt es als Risikoland. Reisende, die in den letzten 14 Tagen in solchen Ländern oder Regionen waren, müssen nach Einreise in die Schweiz für zehn Tage in Quarantäne.

Quarantänepflicht ist kaum umsetzbar

Genf könnte die Risikoschwelle bald überschreiten. Konsequenzen wird das jedoch kaum haben. Eine Quarantänepflicht für einzelne Kantone lässt sich kaum umsetzen. Denkbar wäre aber, dass andere Länder den Kanton Genf auf eine Risikoliste setzen.

Genf liegt mit 59 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern deutlich über dem Schweizer Durchschnitt, der derzeit bei 17 Neuansteckungen liegt. Der Kanton Graubünden verzeichnet am zweitmeisten Neuinfektionen innert 14 Tagen, es sind mit 31 jedoch nur halb so viele wie in Genf.

Ball bei den Kantonen

Das Bundesamt für Gesundheit beobachtet die Lage in Genf, betont gegenüber SRF allerdings die Wichtigkeit von regional getroffenen Massnahmen.

Der Ball liegt somit weiterhin bei den Kantonen. Die Genfer Behörden haben mittlerweile auf die steigende Anzahl Neuinfektionen reagiert. Wie in den Kantonen Waadt und Jura gilt in Genf seit Dienstag in allen Läden eine Maskenpflicht.

Wir wollten der Bevölkerung ein klares Zeichen setzen: Das Virus ist noch da.
Autor: Mauro PoggiaGenfer Gesundheitsminister

Händedesinfektion ist beim Betreten von Geschäften und öffentlich zugänglichen Räumen obligatorisch. Zudem muss das Servicepersonal in Restaurants, Bars und Clubs eine Maske tragen und es gelten strengere Regeln bei der Kontaktangabe in Diskotheken.

«Wir wissen, dass sich das Virus in geschlossenen Räumen gut verbreitet. Wir wollten der Bevölkerung ein klares Zeichen setzen: Das Virus ist noch da», sagt der Genfer Gesundheitsminister Mauro Poggia.

Schliessung der Clubs wird immer wahrscheinlicher

Kantonsarzt Jacque-André Romand erklärt die steigenden Fallzahlen mit Genfs Internationalität. «Genf ist eine Stadt mit vielen jungen Menschen. Dazu kommt, dass es an der Grenze liegt und es viele Grenzüberschreitungen gibt. Und es ist eine urbane Zone.»

Laut Romand stiegen die Infektionszahlen besonders bei den 20- bis 49-Jährigen stark an. Ein Grund dafür sind Bars und Nachtclubs, die in Genf als Infektionsherd gelten. So haben sich vorletztes Wochenende gemäss 20 Minuten an einer Rooftop-Party mindestens 20 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt.

Entsprechend bleiben die Genfer Behörden wachsam. Sollten die bisher verhängten Massnahmen nicht greifen, zieht Gesundheitsminister Mauro Poggia eine Schliessung der Diskotheken in Erwägung.

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Testpflicht am Flughafen für Rückkehrer: Macht das Sinn?
Aus 10vor10 vom 28.07.2020.
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Tagesschau vom 27.07.2020, 19:30 Uhr;

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95 Kommentare

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  • Kommentar von Ulrich Jermann  (Nachdenkend...)
    Offensichtlich besteht bei vielen hier Kommentare schreibenden Unklarheit über die Strategie unsere Behörden.
    So wie ich diese verstehe, soll die Zahl der COVID-19-Infizierten so tief wie möglich gehalten werden, damit möglichst wenige Leute (Risiko-Gruppe oder nicht) angesteckt werden.
    Das soll so lange so weiter gehen, bis einwirksamer Impfstoff verfügbar ist.

    Habe ich das richtig verstanden?
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  • Kommentar von Benoit Renevey  (blezwosie)
    Naja, das zeigt, dass die Politik des Bundes bezüglich sogenannten Risikoländern total verrückt ist. In vielen Ländern, die auf der roten Liste stehen, sinken die Infektionszahlen ständig. Während diese Anzahl bei uns um 15% jede Woche steigt. Dieses Gesundheitsnazionalismus ist sinnlos. Wir glauben, die Lage sei schlechter im Ausland. Und Tatsache ist, dass sie sich bei uns verschlimmert. Ja, die Schweiz und die Schweizer sind kein gutes Beispiel ...
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, wenn ich solche "Horrormeldungen" sehe schaue ich mir gerne den "Situationsbericht zur epidemiologischen Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein" des BAG an. Und da sehe ich dann, dass in den letzten zwei Wochen im Kanton Genf genau niemand gestorben ist, der einen positiven COVID-19-Test hatte. Auch die Anzahl der Hospitalisierung ist weiter rückläufig. Also alles unter Kontrolle. Wieder einmal sinnlose Panikmache der Medien.........
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    1. Antwort von Urs Lang  (Urs Lang)
      ... Schnupfen und Husten ist sowas von gefährlich. Das muss unbedingt unterbunden werden.

      Aber ernsthaft. Gehen wir doch zurück auf Feld Eins und fragen uns, wie gefährlich dieses SARS-CoV2 Virus tatsächlich ist? Wir waren alle verängstigt, aber wollen wir uns kaputt machen mit Maskenpflicht, Contact Tracing und Quarantäne? Haben wir es da tatsächlich mit einem Killervirus zu tun oder war es einfach eine "gröbere" Grippenwelle?
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    2. Antwort von Gregor Müller  (Gregor Müller)
      Hat doch überhaupt gar nichts mit Horromeldung zu tun. Die einzige Panikmache nehme ich in den Kommentaren war.
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    3. Antwort von Ulrich Jermann  (Nachdenkend...)
      @Urs Lang
      Ihre Verharmlosungen von COVID-19 stiften nur Unruhe.

      Sehen Sie sich die Berichte auf SRF News in der letzten Woche an, wo Menschen mit leichten bis mittleren Verläufen von COVID zu Wort kamen.

      Anders als bei einer einfachen Grippe oder einen Schnupfen, sind viele nach COVID-19 auch noch nach Monaten nicht voll belastbar und klagen über Atembeschwerden, fehlenden Geruchs- oder Geschmackssinn, sowie Müdigkeit.

      Solange wir keine Langzeiterfahrungen haben, würde ich schweigen...
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