Zum Inhalt springen

Header

Audio
Städteverband nicht kritisch gegenüber Mindeststeuer
Aus HeuteMorgen vom 21.06.2021.
abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Inhalt

Mindeststeuersatz Mindeststeuer für Konzerne: Positives Echo aus den Städten

  • Normalerweise reagiert man in der Schweiz besorgt, wenn es internationale Bestrebungen für mehr Steuergerechtigkeit gibt.
  • So auch jetzt, wo die einflussreichen G7-Staaten einen weltweiten Mindeststeuersatz für Grosskonzerne von 15 Prozent fordern.
  • Doch diese Mindestbesteuerung könnte sogar eine Chance für die Schweiz sein – das finden zumindest der Städteverband und die Konferenz der städtischen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren.

15 Prozent Mindeststeuer für Grosskonzerne: Diese internationale Entwicklung überrasche ihn nicht, sagt Daniel Leupi, Finanzdirektor der Stadt Zürich und zugleich Vizepräsident der Konferenz der städtischen Finanzdirektorinnen und Finanzdirektoren.

«Ich habe mich im Zusammenhang mit der Unternehmenssteuerreform und dem Nachfolgeprojekt immer auch dahingehend geäussert, dass letztlich auch die Kantone aufpassen müssen, wie weit sie gehen», sagt er und ergänzt: «Irgendwann wird das international nicht mehr akzeptiert werden. Und in dem Sinn ist es nun schneller als erwartet eingetroffen.»

Daniel Leupi, Finanzdirektor der Stadt Zürich.
Legende: 15 Prozent Mindeststeuer für Grosskonzerne: Diese internationale Entwicklung überrascht Daniel Leupi nicht. Keystone/Archiv

Wenn der Mindeststeuersatz von 15 Prozent Realität würde, müssten in der Tat verschiedene Kantone ihre Sätze nach oben anpassen – am stärksten Zug, Nidwalden, Luzern, Uri, Glarus, die beiden Appenzell und Basel-Stadt.

Irgendwann wird das international nicht mehr akzeptiert werden. Und in dem Sinn ist es nun schneller als erwartet eingetroffen.
Autor: Daniel LeupiFinanzdirektor der Stadt Zürich

Als Vertreter der städtischen Finanzdirektoren würde Leupi eine solche Entwicklung begrüssen. «Ich finde das grundsätzlich eine gute Idee», sagt er.

Und er erklärt weiter: «Die Städte haben sich immer für eine angemessene Besteuerung der Grosskonzerne und überhaupt der Unternehmen ausgesprochen. Diese müssen einen Beitrag leisten, damit sie sich angemessen an all den Leistungen und Dienstleistungen – an der Infrastruktur, die die Städte anbieten – beteiligen.»

Die Städte und Gemeinden sind jetzt in den Arbeitsgruppen von Bund und Kantonen vertreten, in denen es um die innenpolitische Umsetzung der internationalen Mindeststeuersätze geht.

Die wirklichen Stärken hervorheben

Der Städteverband und die Konferenz der städtischen Finanzdirektoren haben bereits in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, dass in dieser Arbeitsgruppe zwingend auch Überlegungen zu einer nationalen Steuerharmonisierung gemacht werden müssten.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Städte sind nämlich überzeugt, dass die Schweiz nicht immer niedrigere Steuern brauche, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Hervorheben müsse man vielmehr die wirklichen Stärken des Landes: politische Stabilität, Sicherheit, gut ausgebildete Arbeitskräfte und eine bestens funktionierende Infrastruktur.

HeuteMorgen, 21.06.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

43 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Die Logik der Sitzbesteuerung hat sich für natürliche&juristische Personen im internationalen Recht etabliert, weil die Logik dahinter stringent ist&in der Praxis durchführbar ist. Wird die Besteuerung neu konsequent nach der geographischen Herkunft umgesetzt, müsste dies auch bald für Privatpersonen gelten. Die Dividende müsste an den Orten der Gewinnherkunft des Unternehmens besteuert werden. Das Arbeitseinkommen an den Orten der Gewinnherkunft des Arbeitgebers versteuert werden. Sinnvoll???
  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Mit diesem Systemwechsel, dass die Gewinne von dem Land besteuert werden dürfen, wo diese anscheinend anfallen, ist nicht der Absicht, der grossen mächtigen Staaten auf unserer Erde zu verdanken, eine gerechtere Welt zu erschaffen. Es geht nur um Macht&Geld(Schulden). Ein anderes Land mit Krieg zu überfallen&auszubeuten ist heute nicht mehr zielführend.Mit den Mitteln von Drohung, Ausschluss, Gerichtsverfahren, usw. werden kleine Staaten gefügig gemacht nun Bereiche der Steuerhoheit abzugeben.
  • Kommentar von Patrik Christmann  (Politik für die Schweizer)
    Jedes Land kann grundsätzlich die Regeln für den Marktzugang in seinem Hoheitsgebiet festlegen. Können nur ortsansässige Unternehmen Waren&Dienstleistungen verkaufen, muss ein neuer Marktteilnehmer eine lokale Unternehmung gründen&Steuern zahlen. Die Binnenmarktideen der EU sind nicht zielführend, wenn man den Steuerwettbewerb nicht aushält. Und die Steuerbehörden prüfen die Transferpreise damit keine Gewinne gesetzwidrig verschoben werden. Alle Instrumente sind da. Weshalb ein Systemwechsel??