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Die Postautoaffäre hat Folgen
Aus SRF 4 News aktuell vom 29.10.2018.
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Monopol vor dem Fall Postauto droht Verlust mehrerer Busstrecken

Der Subventionsskandal könnte Folgen haben. Mehrere Regionen schreiben Verbindungen neu aus – und zwar jene, die sich lohnen.

Worum geht es? Der Kanton Jura schreibt alle Buslinien, die bisher die Postauto AG bedient hat, neu aus, berichtete gestern die «Sonntagszeitung». Das dortige Verkehrsamt reagiert damit auf den Subventionsskandal und wirft dem ÖV-Anbieter mangelnde Transparenz vor. Dasselbe Schicksal droht dem Unternehmen, das zu 100 Prozent dem Bund gehört, im Kanton Graubünden. «Es ist denkbar, dass noch andere Kantone nachziehen, wenn sie sehen, dass die Kantone, die die Strecken neu ausschreiben, Geld sparen können», sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Denise Schmutz.

Was bedeutet das? Auf vielen Strecken in der Schweiz hatte die Postauto AG bisher das Monopol. Kein anderes Unternehmen hatte die Möglichkeit, sich für diese zu bewerben. Wenn nun diese Strecken öffentlich ausgeschrieben werden, heisst das, die Postauto AG muss sich mit Mitbewerbern messen und könnte bestimmte Strecken verlieren. «Das wäre schlecht fürs Geschäft», so Schmutz. Offenbar rechnen die Kantone Jura und Graubünden mit Konkurrenzangeboten – zumindest in gewissen Regionen. «Sonst würden sie die Strecken wohl gar nicht erst ausschreiben.»

Was spricht dagegen? Öffentliche Ausschreibungen sind sehr aufwendig: Kriterien für die Vergabe müssten festgelegt und gewichtet werden. «Das sind Kosten, die indirekt die Passagiere und die öffentliche Hand tragen», so Schmutz. «Viele kleine Kantone schrecken davor zurück. Denn sie haben zu wenig Personal und zu wenig Ressourcen.» Dazu kommt: Oft ist das Postauto in den Regionen gut verankert. «Die Bevölkerung schätzt es sehr, und es gehört zur Tradition», gibt Schmutz zu bedenken.

Was spricht dafür? Bei allem Aufwand: Öffentliche Ausschreibungen haben auch das Potenzial für grosse Einsparungen. «Der Kanton Bern schreibt seit Jahren einen Teil der Buslinien aus und hat sehr gute Erfahrungen gemacht», weiss die SRF-Wirtschaftsredaktorin. «In einem Bericht spricht der Kanton Bern von jährlich zehn Millionen Franken, die dadurch gespart werden.» Aber auch in grösseren Kantonen – wie eben im Kanton Bern – schreibe man nur einen Teil der Strecken aus. «Einfach jene, bei denen es sich lohnt.»

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21 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Die Postauto AG hatte richtig gerechnet, aber es falsch verkauft. Gewinnbringende Strecken müssen eben die nichtgewinnbringenden Strecken etwas mitfinanzieren und es reicht nicht nur die Defizitären zu subventionieren. Nun ist das Richtige verkauft aber falsch gerechnet.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Postauto hat nicht falsch gerechnet sondern geschummelt.
    2. Antwort von L. Drack  (samSok)
      Richtig - geschummelt, aber das Risiko besteht tatsächlich, dass nun „das falsche verkauft“ wird.
  • Kommentar von Hans Solenthaler  (Hannes)
    Mag wohl seinen Reiz haben. Ausgelöst durch „Krämpfe“ des hochbezahlten Managementes ! Bluten werden wohl jetzt die Chauffeure und das Unterhaltspersonal - man wird wohl die Löhne dieser Schicht kürzen ! Eine Glanzleistung der Behörden und Politiker !!!
  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Es wird dazu führen, dass dem Postauto gerade noch die unrentablen Linien verbleiben, um die sich kein anderes Unternehmen interessiert. Und dann gibt es gerade noch zwei Möglichkeiten für viele Seitentäler: entweder übernimmt der Staat und damit der Steuerzahler das Defizit oder dann fährt dort überhaupt kein Bus mehr.