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Das sind die ersten Reaktionen auf den Entscheid
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 28.03.2021.
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Moutier wird jurassisch Wie schnell kann Moutier den Kanton wechseln?

Die jurassische Regierung möchte einen Wechsel per 2026. Bern will keine Prognose wagen.

Die jurassische Regierung geht davon aus, dass der Kantonswechsel von Moutier per 1. Januar 2026 vollzogen werden kann. Mit dem klaren Verdikt der Bevölkerung werde nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Die Jurafrage sei damit gelöst.

Moutier
Legende: Das sei das Ende der Jurafrage, sagen die Regierungen der Kantone Jura und Bern. Keystone

Die jurassische Regierungspräsidentin Nathalie Barthoulot zeigte sich vor den Medien in Delsberg «erleichtert und erfreut über den unangreifbaren Entscheid der Stimmberechtigten von Moutier». 54.9 Prozent der Bevölkerung hätten sich für ein Zukunftsprojekt im Kanton Jura ausgesprochen.

Jede und Jeder hat seinen Platz im Kanton Jura.
Autor: Nathalie BarthoulotRegierungspräsidentin Kanton Jura

Barthoulot versichert der Minderheit, die für einen Verbleib im Kanton Bern gestimmt hatte, dass ihre Zweifel und Befürchtungen ernst genommen würden. «Jede und Jeder hat seinen Platz im Kanton Jura».

Neue Ära

Der Gemeinderat der Stadt Moutier brachte seine Freude über den Kantonswechsel zum Ausdruck. «Wir sind glücklich über den Entscheid», sagte Stadtpräsident Marcel Winistörfer.

Er, der sich bei der ersten Abstimmung im Jahr 2017 noch den Vorwurf der Einmischung und einseitigen Parteinahme vorwerfen lassen musste, zeigte wenig Emotionen. Trotzdem sagte er: «Unter unseren Masken lächeln wir, auch wenn man das nicht sieht.»

Der Gemeinderat sei vor allem froh, dass sich die Spannungen zwischen den beiden Lagern nicht physisch entladen hätten. Dies würdigte Winistörfer als «Beweis der Reife». Der Stadtpräsident rief alle Einwohnerinnen und Einwohner auf, das Resultat ruhig und respektvoll zu akzeptieren.

Berner Kantonsregierung
Legende: Dass Moutier den Kanton wechsle, sei für Bern ein Verlust, sagten die Vertreter der Kantonsregierung – allen voran Regierungspräsident Pierre-Alain Schnegg. Keystone

Die bernische Kantonsregierung habe den Entscheid mit Bedauern zur Kenntnis genommen, akzeptiere ihn aber, sagte Regierungspräsident Pierre-Alain Schnegg vor den Medien. Er nahm die jurassische Regierung in die Pflicht: «Sie haben nun eine Verantwortung gegenüber einer Minderheit», sagte Schnegg.

Dieser Tag geht aus gutem Grund in die Geschichte ein.
Autor: Pierre-Alain SchneggRegierungspräsident Kanton Bern

Nun sei Zeit für etwas Neues, um eine neue gemeinsame Zukunft zu bauen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Der Moment sei gekommen, Lehren daraus zu ziehen – es würden sich neue Möglichkeiten eröffnen, sagte Schnegg. «Dieser Tag geht aus gutem Grund in die Geschichte ein.» Er freue sich aber, in die Normalität zurückzukehren.

Keller-Sutter: «Beispiel für gelebte Demokratie»

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Porträt
Legende: Keystone

Justizministerin Karin Keller-Sutter hat den demokratischen Prozess gewürdigt: Die Lösung der Jurafrage gehe als Beispiel für gelebte Demokratie in die Geschichte des Bundesstaates ein.

Das erklärte die Bundesrätin am Abend in einer Mitteilung. «Der heutige freie Entscheid der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ist der letzte Schritt, um die Jurafrage mit friedlichen Mitteln beizulegen.»

Noch nicht rechtskräftig

Die Landesregierung nehme das Resultat der Abstimmung zur Kenntnis, heisst es weiter. Rechtskräftig sei das Ergebnis noch nicht, es könne beim Regierungsstatthalteramt des Berner Juras angefochten werden.

Wenn das Ergebnis rechtskräftig werde, sei es an den Kantonen Bern und Jura, die praktischen Einzelheiten des Kantonswechsels in einem Konkordat auszuhandeln. Dieses müsse von den Stimmberechtigten beider Kantone genehmigt werden. Im Anschluss werde auch die Bundesversammlung dem Kantonswechsel zustimmen müssen.

Die Gespräche zu den Formalitäten des Kantonswechsels können laut der Berner Regierung beginnen, sobald das Abstimmungsergebnis rechtskräftig ist. Der Berner Staatsschreiber Christoph Auer wollte keine genauen Zahlen nennen. Es könne 2026 oder 2027 werden, bis Moutier dem Kanton Jura angehören werde.

Zuvor muss ein interkantonales Konkordat zum Transfer Moutiers von Bern zum Kanton Jura ausgearbeitet werden. Die Stimmberechtigten beider Kantone werden sich an der Urne dazu äussern können. Schliesslich muss sich auch die Bundesversammlung damit befassen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 17:30 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Für mich ist es zwar traurig, aber der Kanton Bern hat irgend einmal in der Vergangeheit zugestimmt, dass man über die Kantonszugehörigkeit dieser Ortschaft abstimmen kann. Damit ist dieser Prozess gestartet worden. Also ist es jetzt halt so.
    Genau gleich wird es mit weiteren Gemeinden im Berner Jura gehen: Ob dieser traurige Prozess mit Moutier wirklich zu Ende ist oder nicht, liegt ganz und gar am Kanton Bern.
  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Man hat gesehen, mit welcher grossspurigen Mentalität die Befürworten aufgefahren sind. Zuerst wurde betrogen, es musste erneut abgestimmt werden, Gemeindepräsidenten sind schamlos parteiisch und die ganze Meute (ohne Masken) lassen als erste Visitenkarte für dieses "neue", gloriose Moutier gleich mal tonnenweise Müll, Becher und Bierflaschen auf und vor dem Bahnhof zurück. Man muss diesen Entscheid akzeptieren, wenn er denn sauber war, aber respektieren muss man diese Sauerei garantiert nicht.
    1. Antwort von alfred maurer  (zeitgeist)
      ob die erste abstimmng korrekt war, hat nur eine person entschieden. sie führt wohl auch gegenwärtig ein verfahren gegen den aktuellen volksentscheid. punkto müll jedes heimspiel des scb brachte ein mehrfaches an müll ganz zu vergessen der zibelimärit. menatalitäten zeigen unterschiede, die mit mehr herz gefallen mir. vive le jura!
  • Kommentar von Eric Vonlanthe  (von.er)
    "Barthoulot versichert der Minderheit, die für einen Verbleib in Kanton Bern gestimmt haben, dass ihr Zweifel und Befürchtungen ernst genommen würden."
    Da geschieht von Anfang an etwas, wofür der Kanton Bern mehr als 100 Jahre gebraucht hat.