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«Es ist Zeit für neue Köpfe»
Aus News-Clip vom 12.11.2019.
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Nach 12 Jahren SP-Spitze Christian Levrat tritt ab

  • SP-Chef Christian Levrat tritt im kommenden Frühling nach zwölf Jahren an der Spitze der Partei ab.
  • Er werde nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren, sagte der 49-jährige Freiburger Ständerat in Interviews mit Zeitungen vom Dienstag.
  • Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger soll am Parteitag Anfang April in Basel bestimmt werden.
  • Der Jurist aus Vuadens steht der SP Schweiz seit 2008 vor. Der dreifache Vater ist damit der amtsälteste Parteichef.

Er sei bald zwölf Jahre im Amt mit viel Freude und Energie, sagte Levrat der Freiburger Zeitung «La Liberté». Die Tätigkeit ermüde aber sowohl auf politischer Ebene als auch persönlich. Man müsse wissen, wann es Zeit sei, den Stab weiterzugeben.

«Meinen Abgang im Frühling haben wir schon lange beschlossen. Bereits Anfang 2019 haben wir darum den Parteitag von November 2020 auf April vorgezogen», erklärte Levrat dem «Blick».

Erneuerung nach Wahlschlappe

Bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober hatte die SP das schlechteste Resultat seit 1919 hinnehmen müssen. Sie verlor vier Nationalratsmandate. Danach wurden Stimmen laut für eine Erneuerung der Parteispitze.

Mehrere Genossen forderten nach dem Wahlsonntag offen Levrats Rücktritt, darunter die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr. Das Gesicht der SP Schweiz müsse in den kommenden Jahren weiblich und jung sein, schrieb sie in einem Gastbeitrag für «P.S. – die linke Zürcher Zeitung».

Als mögliche Kandidatinnen für Levrats Nachfolge wurden in den Medien etwa die Nationalrätinnen Mattea Meyer (ZH), Nadine Masshardt (BE), Flavia Wasserfallen (BE), Samira Marti (BL) und Barbara Gysi (SG) genannt, bei den Männern Cedric Wermuth (AG) und Jon Pult (GR). Levrat selber wollte sich im Interview nicht zu möglichen Namen äussern.

Wahl von Widmer-Schlumpf als Höhepunkt

Levrat übernahm in den Interviews teilweise die Verantwortung für die Wahlniederlage. Er trage «eine Mitverantwortung für dieses Ergebnis», sagte er. Gleichzeitig hielt er fest, dass sich alle grossen Parteien an einem Tiefpunkt befänden.

Als einen seiner wichtigsten Erfolge mit dem grössten Einfluss auf die Schweizer Politik nannte Levrat die Wahl von BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Jahr 2007, die den amtierenden SVP-Magistraten Christoph Blocher aus der Landesregierung drängte. Levrat war massgeblich an diesem Schachzug beteiligt.

Für die Zukunft fordert Levrat seine Partei auf, geeint zu bleiben und «die notwendigen Reformen in den Bereichen Gesundheit, Renten, Europa und Klima durchzuziehen», anstatt «in die Abgründe der Selbstbeobachtung einzutauchen». Er betonte: «Durch Politik werden wir Wahlen gewinnen, nicht nur durch Selbstbeobachtung.»

Entscheide erst im April

Die SP-Delegierten haben an der Versammlung vom 30. November ein erstes Mal Gelegenheit, über die Parteiführung zu sprechen. Entscheide für die nächsten vier Jahre werden aber erst im Frühjahr gefällt, am Parteitag vom 4. und 5. April in Basel. Dann werden die Delegierten auch den Präsidenten oder die Präsidentin für die nächsten zwei Jahre wählen.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von pedro neumann  (al pedro)
    Levrat hat als Intellektueller und Funktionär die SP zum aktuellen Tiefpunkt der Partei geführt. Vertritt die SP die Anliegen des Arbeiters / der Arbeiterin tatsächlich oder eher die der Sozialindustrie und der Randgruppen ? Den Mittelstand vertritt sie keinesfalls...
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  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Herr Levrat,machen Sie eine Berufslehre,am besten auf dem Bau,
    geht auch als Erwachsener.Dann lernten Sie endlich die Bedürfnisse,
    Sorgen und Nöte der wirklich arbeitenden Menschen in diesem Land
    kennen und nicht nur die Meinungen der Lehrer-und Sozialhelfer.
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    1. Antwort von Baldomir Gabalzar  (Agrarsozialhelfer)
      Warum sollte er dies tun. Melden Sie sich bei der Gewerkschaft Unia. Die kennt Ihre Sorgen und Nöte. Kostet natürlich etwas. Solidarität gibt es nicht gratis.
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    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Sie haben eine sehr abwertende Einstellung zu Menschen, welche den Beruf des Lehrers, Sozialarbeiters etc. ergreifen. Die Menschen arbeiten ebenfalls für ihr Geld und leisten etwas für das Gemeinwohl, wie auch die Arbeiter auf dem Bau oder anderswo. Vielleicht sollten Sie sich mal Ihren Vorschlag selbst zu Herzen nehmen und sich umschulen. Dann käme möglicherweise kein solcher Nonsens mehr. Die Arbeit der Menschen gegeneinander abzuwägen ist unterste Schublade.
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    3. Antwort von Martin Gebauer  (Gebi)
      @Blättler: Menschen in sozialen und Bildungsberufen sind Stützen der Gesellschaft. Sie arbeiten härter für ihr Geld, als sie sich vorstellen können. Als Sozialarbeiter bin ich immer wieder mit den tiefsten Abgründen des Menschseins konfrontiert. So leistet jede/r, ob Bauarbeiter, Köchin, Gärtner, Lehrerin, Polizistin, Soldat, Verkäuferin, usw. seinen/ihren Teil für ein gelingendes Miteinander in unserer Gesellschaft. Wenn wir uns gegeneinander ausspielen, dann können wir nur verlieren.
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    4. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      @bruggegumper: Umgekehrt möchte ich Sie nicht gerade ins Lehrersemi schicken. Aber machen Sie doch einmal eine Zeit lang in einer Schulpflege oder einem Elternrat mit. Dann gewinnen Sie Einblick in die "wirkliche Arbeit" dieser Berufsgruppe.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Was ist sein Vermächtnis. Die SP ist ein zu Harmonischer Haufen geworden. Sie haben das Revolutionäre fast verloren. Das hat zwar Siege im SR gebracht, man hat mehr Kandidaten die über die Grenzen hinaus wählbar sind, doch es hat auch Wählerstimmen gekostet im NR. Viele SP Wähler sind zur SVP gegangen, nicht weil die links politisieren, sondern weil dort der Arbeiter denkt das für ihn gestritten wird. Das Bild der SVP von Heute zeigt das SP Bild auf vor 12 Jahren. Stark im NR, schwach im SR:
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Es braucht keine Revolution. Für die unteren Bevölkerungsschichten braucht es eine Partei, die sich ihrer Probleme annimmt und auch bereit ist durchzusetzen. Die unteren Bevölkerungsschichten brauchen keine Überwindung des Kapitalismus sondern die soziale Marktwirtschaft.
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