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Legende: Audio Indoor-Spielplätze: Der Markt scheint gesättigt abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
02:05 min, aus HeuteMorgen vom 29.12.2018.
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Nach 15 Jahren Boom Kein Kinderspiel mit Indoor-Spielplätzen

Indoor-Spielplätze haben in den letzten 15 Jahren einen Boom erlebt. Nun scheint der Markt gesättigt.

14 Uhr am Stadtrand von Winterthur: Draussen ist es kalt und nass, drinnen im Wunderland aber ist es warm – und laut. Gegen 300 Kinder haben in dieser Halle ihren Spass, und ihre Eltern ein paar freie Minuten. Es sei eine «schöne Mischung aus Erholung und Spass für die Kinder», sagt eine Mutter, «die Kinder können sich austoben und die Mütter ein wenig quatschen», lacht eine andere.

Begonnen hat der Boom der Indoor-Spielplätze in der Schweiz im Jahr 2004 im zürcherischen Dietikon. In einer ehemaligen Tennishalle wurde mit Erfolg die Spielhalle «Starbie» eröffnet. Bald folgten weitere Angebote in der Region Zürich und der übrigen Schweiz.

Skepsis bei Pro Juventute

Viele Kinder leben in der Stadt oder in der Agglomeration, wo die Natur nicht wirklich spektakulär sei, erklärt sich Ralph Huggel von der «Starbie»-Betreiberfamilie den Boom. «Darum sind solche Angebote gefragt; man kann sich bewegen, sich nicht verletzen und man hat darum eine bessere Situation, als dass die Kinder irgendwo im Wald verschwinden.»

Für Kinder gibt es immer weniger Räume zum Spielen.
Autor: Petra StockerPro Juventute

Da widerspricht Petra Stocker, Spielkultur-Verantwortliche bei Pro Juventute. Sie wolle Indoor-Spielplätze zwar nicht verteufeln, aus ihrer Sicht dürfe damit aber «nicht das Aussenspiel konkurrenziert werden, was per se eigentlich schon räumlich passiert, weil es für Kinder immer weniger Räume zum Spielen gibt.»

Hartes Brot für Neueinsteiger

Stocker verstehe es aber natürlich, wenn Eltern an regnerischen Wochenenden auch mal solche Angebote nutzten. Gemäss Ralph Huggel von «Starbie» hat das Wetter sowieso einen grossen Einfluss auf die Nutzung der Indoor-Spielplätze, denn schönes Wetter sei schlecht für das Geschäft: «Vor allem dieser Sommer, mit so vielen Sonnentagen, war eine harte Zeit für unser Business.»

Vor allem dieser Sommer, mit so vielen Sonnentagen, war eine harte Zeit für unser Business.
Autor: Ralph HuggelSpielhalle Starbie

Ausserdem sei der Markt langsam gesättigt, so Huggel. Das bestätigt ein Beispiel aus dem zürcherischen Regensdorf, wo sich kürzlich ein neuer Indoor-Spielplatz nur drei Monate halten konnte, weil das Publikum ausblieb und die Konkurrenz zu gross war. Für neue Anbieter ist das Geldverdienen mit den überdachten Kinderspielplätzen also kein Kinderspiel mehr.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Ein Kind,das sich einmal auf einem Robispielplatz beschäftigen durfte und mit Freunden
    Hütten baute,Tiere versorgte und sich in den Innenräumen mit Monopoly und anderen
    Spielen vergnügte,für dieses Kind dürfte eine solche Spielhalle kalter Kaffee,wenn nicht eine Strafe sein.Das alles bestens beaufsichtigt,mit minimalen Kosten.Aber eben nicht
    kommerziell,genauso wie Pfadfinder, Blauring und Jungwacht.Auch da lernt man fürs Leben.
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  • Kommentar von Philipp Moreno (HOC)
    "Begonnen hat der Boom der Indoor-Spielplätze in der Schweiz im Jahr 2004 im zürcherischen Dietikon."

    Wie wird das beurteilt?
    Ich frage, weil in meiner Kindheit, vor über 30 Jahren, gab es bei mir in der Stadt 2 öffentliche Spielplatzhallen und weder war das in Zürich noch nach 2004.
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    1. Antwort von Walter Vogt (W. Vogt)
      Sie haben natürlich recht. Die Aussage im Artikel müsste mit ein paar recherchierten Zahlen hinterlegt sein und eigentlich müsste es heissen "der Aufschwung der Indoor-Spielplätze hat in der Schweiz im Jahr 2004 begonnen". Ob der Boom bereits erreicht ist, kann aus dem Beitrag nicht ermittelt werden.
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