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Quarantänen-Wirrwarr
Aus 10vor10 vom 01.10.2020.
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Nach Corona-Fall an Hochzeit Urner müssen in Quarantäne – Zürcher nicht

  • Nach einer Hochzeit im Kanton Uri müssen über 100 Personen in Quarantäne. Dies, weil ein Gast danach positiv auf Corona getestet wurde.
  • An der Feier nahmen auch Gäste aus dem Kanton Zürich teil, für diese gibt es jedoch keine Einschränkungen.
  • «Das genaue Vorgehen beim Contact Tracing ist Sache der Kantone», sagt der Sprecher der Gesundheitsdirektorenkonferenz.

Über 100 Personen feierten am Samstag eine Hochzeit im urnerischen Schattdorf. Beim Apéro nahm auch eine Person teil, die mittlerweile positiv auf Corona getestet wurde. Fast alle Gäste mussten deshalb in Quarantäne – egal ob sie aus dem Kanton Uri stammen oder aus anderen Kantonen wie Luzern oder St. Gallen anreisten. Es gibt aber eine Ausnahme.

Quarantäne gilt für Zürcher nicht

Im Kanton Uri hat der Kantonsarzt reagiert und für sämtliche der 77 Urner Gäste eine zehntägige Quarantäne angeordnet. «Es gab am Hochzeitsapéro eine sehr grosse Durchmischung. Man konnte nicht mehr nachvollziehen, wer mit wem Kontakt hatte. Deshalb mussten alle in Quarantäne», erklärt Adrian Zurfluh, Informationsbeauftragter des Kantons Uri.

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Adrian Zurfluh, Staatskanzlei Uri: «Bei dem Apéro gab es eine grosse Durchmischung»
Aus News-Clip vom 01.10.2020.
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Anders sieht dies die Kantonsärztin in Zürich. Die drei Zürcher Hochzeitsgäste müssen nicht in Quarantäne. Sie konnten anscheinend glaubhaft darlegen, dass sie keinen engen Kontakt zur infizierten Person hatten. Dies, obwohl es sich zumindest bei zwei der Personen um nahe Angehörige des Brautpaares handelt.

Bund gibt nur Empfehlungen ab

Das Vorgehen anderer Kantone mag Andreas Zurfluh nicht beurteilen. Das Vorgehen seines Kantons sei jedoch nicht falsch: «Wir sind nicht speziell streng. Wir setzen die Vorgaben des Bundes um. Wir sind konsequent und das zahlt sich aus.»

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Tobias Bär, Mediensprecher GDK: «Laut Bund sollen nur enge Kontaktpersonen in Quarantäne»
Aus News-Clip vom 01.10.2020.
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Dass die Kantone mit demselben Ereignis anders umgehen, sei durchaus legitim, sagt Tobias Bär, Kommunikationsverantwortlicher der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK). «Es gelten die Empfehlungen des Bundes. Das genaue Vorgehen beim Contact Tracing ist aber Sache der Kantone.» Und so müssen die Urner Gäste zu Hause bleiben, während die Zürcher auf die Strasse dürfen. Föderalismus machts möglich.

10vor10, 01.10.2020, 21:50 Uhr;

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Das Virus existiert in allen Schweizer Kantonen, also braucht es auch in allen Kantonen griffige Schritte dagegen. Am besten überall die gleichen, denn mit einem Flickenteppich aus Vorschriften ist niemandem geholfen.
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  • Kommentar von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
    Um ein Konzert im KKL zu besuchen, muss man neuerdings eine App installieren, mittels der man sich dann einchecken muss. Jetzt frage ich mich, Wenn Leute aus Zürich ins Konzert kommen und eine Person aus der Innerschweiz ist coronaposiiv, müssen dann die Zürcher Gäste auch nicht in Quarantäne?
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    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Vermutlich müssen die Zürcher dann nicht in Quarantäne -> siehe Bericht über die Hochzeitsfeier.

      Der Föderalistische Flickenteppich lässt grüssen. Ich bin sehr für den Föderalismus, aber für eine Krisenbewältigung ist er untauglich.
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  • Kommentar von Philipp Borer  (Lux)
    Es wäre interessant zu wissen, wie viele Leute während der Corona Panik in Quarantäne oder Isolation gesteckt wurden, wieviel davon Positiv getestet und wieviel Symptome oder einen Schweren Verlauf hatten. Klar diese Zahlen werden nicht erhoben und schon gar nicht veröffentlicht, sonst bestünde ja das Risiko, dass die Verhältnismässigkeit der Massnahme hinterfragt werden könnte. Sicher ist nur, das zur Zeit 20'000 Menschen in der Schweiz in behördlich verfügter Quarantäne stecken.
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    1. Antwort von Beate Rieger  (Silenzio)
      Die in Isolation sind die infizierten Personen. Was die Quarantäne Personen anbelangt, gibt es leider bis dato keine Zahlen dazu, wie viele davon infiziert waren. Liegt daran, dass bisher diese Personen nicht getestet werden, respektive nur wenn Symptome auftreten. Verstehe auch nicht, weshalb man nicht schon längst die Quarantäne besser analysiert hat. Nun dreht sich die Diskussion darum, die Quarantäne (wirtschaftliche Gründe) zu verkürzen.....doch aufgrund welcher Rückschlüsse?
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