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Die Frage der Fortpflanzungsmedizin nach dem «Ehe für alle»-Ja
Aus HeuteMorgen vom 27.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:21 Minuten.
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Nach dem Ja zur «Ehe für alle» Fordert die queere Community nun Eizellenspenden und Leihmütter?

Das Ja führt nicht dazu, dass Lesben und Schwule neue fortpflanzungsmedizinische Möglichkeiten einfordern. Wenn es aber neue gibt, sollen sie für alle gelten.

Vor einem «Kind auf Bestellung» haben die Gegnerinnen und Gegner der «Ehe für alle» gewarnt und jetzt mit dem Ja befürchten sie, es werde Realität. Für die SVP-Nationalrätin Verena Herzog ist klar: «Mit der Annahme der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare werden jetzt weitere Forderungen der Homosexuellen folgen.»

Legende: Die Eizellenspende sei bereits im Parlament, sagt SVP-Nationalrätin Verena Herzog. Keystone/Archiv

Die Parlamentarierin aus dem Kanton Thurgau sagt weiter: «Diese Forderungen liegen ja schon auf dem Tisch. Die Eizellenspende ist bereits im Parlament deponiert. Das Nächste wird die Leihmutterschaft sein.»

Was hat es mit der Eizellenspende auf sich?

Eine Eizellenspende ist, wenn eine Frau einem Paar, bei denen die Partnerin unfruchtbar ist, eine Eizelle spendet. Diese Eizelle wird mit dem Sperma des Partners befruchtet und der Partnerin eingesetzt.

Die grünliberale Nationalrätin Katja Christ hat in einer parlamentarischen Initiative analog zur erlaubten Samenspende die Legalisierung der Eizellenspende gefordert.

Legende: Es gebe juristisch keinen Unterschied, sagt die grünliberale Nationalrätin Katja Christ aus Basel. Keystone/Archiv

Die Nationalrätin für Basel sagt: «Es braucht die Legalisierung, weil es eine Ungleichbehandlung darstellt. Es gibt juristisch keinen Unterschied. Es ist eine Drittperson, die einem Paar, das ungewollt kinderlos ist, eine Keimzelle zur Verfügung stellt.»

Profitieren würden Heterosexuelle

Von dieser Legalisierung würden hauptsächlich kinderlose heterosexuelle Paare profitieren. Für ein schwules Paar mit Kinderwunsch würde die Eizellenspende nichts bringen.

Legende: Eine Eizelle wird bei einer Spende mit Sperma befruchtet und dann in eine Gebärmutter eingesetzt. Keystone/Archiv

Bei einem lesbischen Paar wird in den allermeisten Fällen mindestens eine der Partnerinnen zukünftig dank der nun legalen Samenspende ein Kind bekommen können.

Stichwort Leihmutterschaft

Für ein schwules Paar wäre eine Leihmutter neben der Adoption effektiv eine Möglichkeit, ein Kind zu bekommen. Roman Heggli aber winkt ab. Der Vertreter der Schwulenorganisation Pink Cross sagt, eine solche Forderung würden sie nicht aktiv vorantreiben.

Legende: Pink Cross wolle eine solche Forderung nicht aktiv vorantreiben, so Roman Heggli, hier ganz links im Bild. Keystone/Archiv

Heggli sagt: «Ich denke nicht, dass wir uns dagegen stellen werden. Wir werden aber nicht die Vorreiterinnen oder die Vorkämpfer sein. Ich glaube wirklich, es ist hauptsächlich ein Thema, das heterosexuelle Paare betrifft.»

Leihmutterschaft zurzeit eh chancenlos

Alle Bundesratsparteien haben gesagt, sie seien gegen die Leihmutterschaft. Das Ja zur «Ehe für alle» führt also nicht dazu, dass Lesben und Schwule die neuen Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin für sich einfordern.

Legende: Wer über eine Leihmutterschaft zu Eltern werden will, muss das derzeit im Ausland machen. Die Ukraine ist eines der hierfür favorisierten Länder für heterosexuelle Paare aus der Schweiz. Keystone/Archiv

Seit gestern ist ebenso klar: Wenn die Politik neue Techniken diskutiert und für Paare zulässt, dann wird sie das für alle Paare tun – unabhängig ob homo- oder heterosexuell.

HeuteMorgen, 27.06.2021, 06:00 Uhr (külc)

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70 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Das wäre der logische nächste Schritt.
    Bei der Abstimmung über die eingetragene Partnerschaft wurde auch betont, es gehe nicht um Adoption und Samenspende. Heute sind wir so weit und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Unsinn! In der heutigen Ehe wird kein Ehepartner unterdrückt. Jeder Mensch und jede Partnerschaft kann frei und selbst entscheiden - auch traditionell.
  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Damit wäre die Zeit reif dafür, die Ehe als solche abzuschaffen. Dieses patriarchale Modell ist veraltet und unterdrückt die Frau in ihrer Selbstentfaltung. Höchste Zeit dass sie sich emanzipiert!
    1. Antwort von Patrick Steiner  (vb22)
      Gute Idee, nur die falschen Beweggründe:
      - Gleichberechtigung vor dem Gesetz für alle, egal ob mit oder ohne Trauschein.
      - Individualbesteuerung
      - Erbrecht
      - Hinterbliebenenrente
      - Abschaffung des Zivilstandes "geschieden" und "verwitwet"

      Das sind die wahren Ungleichheiten der modernen Lebensformen.