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Abstimmungsstudio vom 26.September 2021 mit Urs Leuthard
Aus Abstimmungen vom 26.09.2021.
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Abstimmungen Die Reaktionen der SRF-Community auf die Abstimmungsresultate

Zwei eindeutige Ansagen gab es heute von der Schweizer Bevölkerung: ein deutliches Ja zur «Ehe für alle» und eine Absage an die sogenannte «99-Prozent-Initiative». Die Stimmbeteiligung betrug an diesem Wahlsonntag 52.2 Prozent. In der SRF-Community sorgen die beiden Abstimmungsresultate für rege Diskussionen.

«Ehe für alle»: Grosse Freude und offene Fragen

Mit 64.1 Prozent aller eingereichten Stimmen wird die Initiative «Ehe für alle» eindeutig von der Schweizer Bevölkerung angenommen. Das freut SRF-Userin Katrin Berger, denn so anerkenne man immer mehr die Realitäten des Lebens und verstehe, dass dadurch niemandem etwas genommen wird, nur weil andere Menschen auch Rechte erhalten.

Auch Andreas Sidler freut sich sehr, weist aber auch darauf hin, dass es noch Einiges zu tun gäbe. Dies vor allem im Bereich der Adoption und des «Eltern-Urlaubs».

Sehr schön, ich freue mich für alle homosexuellen Menschen, dass ihnen nun auch in diesem Punkt fundamentale Grundrechte zugestanden werden!
Autor: Katharina Bleuer SRF Userin

Doch nicht für alle Userinnen und User ist das klare Ergebnis ein Grund zur Freude. SRF-Userin Marlene Zelger wirft die Frage auf, weshalb gleichgeschlechtliche Paare unbedingt heiraten wollen und meint, dass Kinder besser in einer ehelosen Familie aufwachsen sollen, als dass ein Vater oder eine Mutter fehle. Eine eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare würde ausreichen.

Eric Wuhrmann befürchtet, dass als Nächstes die Leihmutterschaft zum Thema werden könne. Es handle sich hierbei um eine langjährige «Salami-Taktik» der Minderheiten, die zu wenig wahrgenommen werden.

Das ändert sich mit dem Ja zur "Ehe für alle"

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Durch das Ja der Stimmbevölkerung wird die Eheschliessung zwischen schwulen und lesbischen Paaren ab dem 1. Juli 2022 Realität. Mit dem Gang zum Standesamt erhalten homosexuelle Paare auch das Recht, gemeinsam Kinder zu adoptieren und den ausländischen Partner oder die ausländische Partnerin im vereinfachten Verfahren einzubürgern. Zudem erhalten lesbische Paare den rechtlichen Zugang zur Samendatenbank. Heute weichen lesbische Paare für Samenspenden oft ins Ausland aus. Ausserdem verändert die «Ehe für alle» die Rechtslage der Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren, indem die Elternschaft des nicht biologischen Elternteils ab Geburt anerkannt wird.

Nach dem Ja zur «Ehe für alle» ist das dringendste Anliegen der Community erfüllt. Verboten bleiben aber weiterhin die anonyme Samenspende, die Eizellenspende und die Leihmutterschaft. Die Befürworter betonten in den vergangenen Wochen immer wieder, dass das erst einmal auch so bleiben solle. Die Gegner bezweifeln das. Der Weg zu einer Eizellenspende und der «ethisch inakzeptablen» Leihmutterschaft sei nach einem Ja zur Öffnung der gleichgeschlechtlichen Ehe nicht mehr weit, gaben sie im Abstimmungskampf zu bedenken. Sicher scheint derzeit nur: Eine weitere gesellschaftspolitische Liberalisierung würde erneut jahrelang zu reden geben.

Weiter Informationen finden Sie hier.

«99-Prozent-Initiative»: Die Debatte geht weiter

Auch zu dieser Initiative zeigt das Stimmvolk eine klare Haltung und lehnt sie mit 64.9 Prozent aller Stimmen deutlich ab. Die Initiative ist zudem auch am Ständemehr gescheitert. Ein richtiger Entscheid gegen eine «Wundertüte», wie SRF-User Christoph Stalder meint. Die Formulierung der Initiative, wer denn nun zur Kasse gebeten würde, sei unklar gewesen.

Lukas Beutel meint zudem, dass es sich hierbei nicht um einen Achtungserfolg der Initianten handelt, sondern um eine deutliche Abfuhr durch das Schweizer Stimmvolk.

Das Ständemehr scheint mir wenig überraschend – wesentlicher ist doch die massive Mehrheit im Volk, die diese extreme Initiative durchschaut und abgelehnt hat!
Autor: Matt Frei SRF-User

Auf der Seite der Initiativen-Befürworter macht sich Enttäuschung breit. Für Ueli von Känel war absehbar, dass die Initiative abgelehnt werden würde: Man habe es in einer ersten Phase verpasst, verstärkt darauf aufmerksam zu machen, dass bei einer Annahme der Initiative sehr Reiche so mit den Ärmeren teilen müssten und weniger Geld den tieferen Schichten «entrissen» würde.

SRF-User Beat Schori sieht in diesem Entscheid die «Abschaffung des Mittelstandes» und dass viele sich fälschlicherweise als «Gewinner» in dieser Abstimmung wahrnehmen würden.

Was halten Sie von den Abstimmungsresultaten? Welche Fragen sind für Sie noch offen? Sagen Sie es uns in den Kommentaren.

SRF 1, Abstimmungsstudio, 26.09.2021, 12 Uhr; srf/tscm/fiso

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Pfisterer  (Michael Pfisterer)
    Die Juso-Initiative ist sicherlich auch daran gescheitert, dass wir in unsicheren Zeiten leben. Da die Initiative auch nicht klar ausformuliert wurde, wollten wohl viele kein Experiment eingehen. Und die Linken haben immer noch nicht begriffen, dass wenn sie ein Anliegen wirklich einmal durchbringen wollen, sie halt etwas kompromissbereitere Initiativen lancieren. Dann hätten Anliegen eine Chance auch mal angenommen zu werden, nur darüber debattieren reicht für mich nicht.
    1. Antwort von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
      Eine Initiative wird in die Verfassung übernommen. Diese ist der Rahmen, auf dem die Gesetz- und Verordnungsdetails basieren. Ein Verfassungstexte ist darum schwammig und sollte keine fixe Zahlen beinhalten.

      zB Die Anzahl Unterschriften für Initiativen & Referenden, ist fix festgelegt und passt sich nicht automatisch an die stetig wachsende Zahl der Stimmberechtigen an. Dies zu ändern bedarf einer neuen Initiative. In einem Gesetz, kann das Parlament die Zahlen schnell und einfach anpassen.
  • Kommentar von Sam Brenner  (Sam Brenner)
    Dass Reiche hier irgendwie speziell geachtet werden (arme also nicht?!), das ist Wunschdenken und grenzt schon fast an Sarkasmus. Es ist wohl eher die "Brotkrumenmentalität" die hier half und gezielt bearbeitet wurde: Je praller der Tische gedeckt ist, je grösser die Reste die runterfallen, und wer reklamiert kriegt nix mehr.
  • Kommentar von Dieter Müller  (Das Intelektum)
    Zur Abstimmung "Ehe für Alle":

    wir in Europa haben und leben in einem Rechtsstaaten, keinem Religionsstaaten.
    Die Rechte müssen für alle gleich gelten.
    Zu dem noch: wir leben im Jahr 2021....
    Schon vor den Römern, dem Christentum existierte homossexuelle Beziehungen: wer kennt das Trinkegelage von Platon ? Wer kennt die griechische Kunst aus der Antike ?
    Warum muss die Religion die natürliche Bedürfnisse der Menschen untersagen ? In Tierwelten existiert sie ja....
    Schönes Ergebnis.
    1. Antwort von Andreas Jörg  (Flumpi)
      Wenn jede/r seinen natürlichen Bedürfnissen nachgeben würde ... Au weia! Wir könnten ja morgen die Verkehrsregeln aufheben!