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Schaffhauser Gemeinden erhalten vom Kanton Geld für den Hochwasserschutz
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.08.2021.
abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
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Nach den Juli-Unwettern Schaffhausen baut Hochwasserschutz aus

Vor einem Monat richteten Unwetter in Beggingen und Schleitheim grossen Schaden an. Nun reagiert das Kantonsparlament.

Es ging alles rasend schnell an jenem Abend im Juli: Innert Minuten schwoll der beschauliche Dorfbach in Schleitheim zu einem reissenden Fluss an. Die Fluten überschwemmten Keller, rissen Autos und gar Wohnwagen mit und sorgten so für ein Bild der Verwüstung.

Verletzt wurde niemand, bei der Schaffhauser Gebäudeversicherung gingen jedoch Hunderte Schadenmeldungen ein. Der Schaden ging in die Millionen.

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Hochwasser-Schock in Schleitheim (SH)
Aus SRF News vom 16.07.2021.
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Schaffhausen bessert als letzter Kanton nach

Der Zufall wollte es nun, dass das Schaffhauser Kantonsparlament gut einen Monat nach den verheerenden Unwettern den Hochwasserschutz debattierte. Die Geschehnisse in Beggingen und Schleitheim waren dabei in den Voten der Ratsmitglieder präsent. Solche Unwetter könnten jederzeit wieder passieren, sagte etwa Hans-Ueli Graf von der SVP. Er wohnt in Oberhallau und machte auch dort Erfahrungen mit Überschwemmungen. «Wir mussten in unserem Keller diesen Sommer schon drei Mal das Wasser absaugen. Das ist weit mehr als im langjährigen Durchschnitt.» Die Realität sei, dass Naturereignisse immer extremer würden, so Graf. Das liesse sich nicht wegdiskutieren.

Es herrschte Einigkeit im Rat, dass es den Schaffhauser Gemeinden möglich sein muss, sich besser auf Überschwemmungen und Naturereignisse vorbereiten zu können. Ohne Gegenstimme sprach das Kantonsparlament den Gemeinden auch mehr Geld zu. Neu sollen sie nicht nur Bundesbeiträge erhalten – auch der Kanton soll sich mit Geld an Projekten in den Gemeinden beteiligen. Schaffhausen besass dazu als einziger Schweizer Kanton noch keine rechtliche Grundlage.

Bislang war nämlich das Problem, dass sich viele kleine Dörfer im Kanton Schaffhausen den Hochwasserschutz nicht leisten konnten, weil er ihnen zu teuer ist. Oder sich ihn nicht leisten wollten, weil er nur ein paar wenige Dorfbewohner schützt, die gesamte Gemeinschaft aber die Kosten dafür tragen muss. So diskutiert auch die Gemeinde Schleitheim, die massiv von den Unwettern betroffen war, bereits seit längerer Zeit eine Bachsanierung. Die Kosten von 15 Millionen Franken kann sie jedoch nicht stemmen.

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Einen Monat nach den Unwettern: Reportage aus Schleitheim
05:03 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.08.2021.
abspielen. Laufzeit 05:03 Minuten.

Hilfe für finanzschwache Gemeinden

Es sei wichtig, dass auch kleinere, finanzschwächere Gemeinden Beiträge für den Hochwasserschutz erhalten würden, sagte Schaffhausens Baudirektor Martin Kessler. «Diesen Beitrag kann der Kanton in Zukunft leisten.» Bund und Kanton übernehmen so in Zukunft rund 60 Prozent der Kosten, welche in den Gemeinden für Hochwasserschutz-Projekte anfallen würden. Das Schaffhauser Baudepartement rechnet in den kommenden Jahren mit Beiträgen von durchschnittlich 150'000 bis 200'000 Franken.

SRF 1, Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 23.08.2021, 17:30 Uhr;

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Kohler  (UrsKo)
    Es ist richtig dass man den Gemeinden beim Hochwasserschutz hilft. Es wäre aber auch schön gewesen wenn diese Gemeinden bei der CO 2 Abstimmung nicht gehen das Gesetz gestimmt hätten. Das wäre richtige Soldidarität und man hätte durch die Abgaben sogar noch mehr Geld für solche Aufgaben.
  • Kommentar von Alfred Reist  (Fredi)
    Vieleicht sollte man auch aufhören, jeden Quadratmeter zu überbauen,und den Flüssen und Bächen wieder mehr Platz geben.
    1. Antwort von Mike Steiner  (M. Steiner)
      Sie meinen, aufhören, zu wachsen? Vergessen Sie's. Die Intelligenz haben wir nicht.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Es braucht aber mehr als nur Hochwasserschutz gegen die Klimaextreme. Die Natur wird immer weiter zurückgedrängt, und mit dem Klimawandel ist ein neues, brennendes und den gesamten Globus betreffendes Problem aktuell. Der Klimawandel ist die grösste Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts. Was tun wenn extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürmen und Sturmfluten, Überschwemmungen zunehmen, so wie steigende Temperaturen und lang anhaltende Trockenzeiten? Sind wir dagegen gewappnet? Eher Nein.