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Hochwasserschutz in der Schweiz
Aus Tagesschau vom 13.07.2021.
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Verheerende Überschwemmungen Die Lehren aus dem Jahrhundert-Hochwasser von 2005

Die Überschwemmungen vor 16 Jahren machten deutlich, wie dringend der Hochwasserschutz in der Schweiz ist.

Unwetter ziehen über die Schweiz, die Reuss, die Aare und der Vierwaldstätter- und der Thunersee drohen über die Ufer zu treten. Die derzeitige Wettersituation weckt Erinnerungen an die Überschwemmungen im August 2005.

Damals entwickelte sich die kleine Emme zu einem reissenden Fluss, das Berner Matte-Quartier wurde von der Aare komplett geflutet und im Berner Oberland zerstörten die Wassermassen und Murgänge ganze Dorfzentren.

Uns ist sicher bewusst geworden, dass Hochwasserschutz nicht nur heissen darf, Dämme zu bauen.
Autor: Andri Bryner Medienverantwortlicher Eawag

Die Hochwasser 2005 verursachten schweizweit rund drei Milliarden Franken Schäden. Aus diesem Jahrhundert-Hochwasser habe man viel gelernt, sagt der Medienverantwortliche des Wasserforschungsinstituts Eawag, Andri Bryner. «Uns ist bewusst geworden, dass Hochwasserschutz nicht nur heissen darf, Dämme zu bauen. Es ist klar geworden, dass die Gewässer Raum brauchen und auch, dass es nie eine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Dass man also immer auch bedenken muss, was passiert, wenn das Wasser doch einmal über die Dämme fliesst.»

 Schutzmassnahmen in den grossen Städten

So werden beispielsweise im Stadtberner Matte-Quartier seither mobile Hochwassersperren, sogenannte Beaver-Schläuche, eingesetzt. Diese sollen das überschwappende Wasser der Aare zurückhalten. 

Legende: Am 23. August 2005 drängten sich Menschen auf Holzstegen am überfluteten Ufer der Reuss in Luzern. Keystone

Auch die Stadt Luzern baute den Hochwasserschutz nach 2005 aus und sanierte das Reuss-Wehr. In Zürich wurden im Modell Hochwasser-Schutzmassnahmen für die Sihl erprobt und mittlerweile umgesetzt. Ausserdem ist ein Entlastungsstollen an der Sihl geplant, der das Wasser unterirdisch in den Zürichsee leiten soll. 

Gesetzesrevision soll helfen

Seit den extremen Hochwassern 2005 haben Bund und Kantone insgesamt 4.5 Milliarden Franken in den Hochwasserschutz gesteckt. Und es sollen auch weiterhin jährlich rund 380 Millionen sein. 

Auf politischer Ebene wird aktuell das Wasserbau-Gesetz revidiert. Damit soll der Hochwasserschutz besser geregelt werden. Für die Eawag ist klar, dass dabei auch die Siedlungsentwässerung durch Dolen und Kanalisationen miteinbezogen werden müssen.

«Wenn es lokal so stark regnet wie in den letzten Tagen, dann kann dieses Abflusssystem die Wassermassen nicht mehr schlucken. Und dann läuft das Wasser in den nächsten Keller oder die nächste Strasse runter.» Der Hochwasserschutz in der Schweiz ist und bleibt also eine Daueraufgabe.

Tagesschau, 13.07.2021, 19:30 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Ich frage mich, wie man bereits nach 5 Jahren eines eben erst angebrochenen Jahrhunderts, von einem Jahrhundert-Hochwasser reden kann. Warten wir doch noch 95 Jahre und gucken dann was das 2005 wirklich war.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Hat man wirklich Lehren aus dem Jahrhundert-Hochwasser von 2005 gezogen? Hat es wirklich genügend effiziente Abflusssysteme wo der Starkregen ausweichen kann. Ich bezweifle es. Unsere Böden werden imm mehr Zubetoniert und versiegelt. Wohin soll das Wasser? Die Böden grossräumig zerstört: Fast ein Viertel der vom Menschen genutzten Landfläche ist heute durch Erosion geschädigt, wertvolle Böden werden immer weiter überbaut. Man hat also wenig dazu gelernt. Unsere Natur wird immer mehr zerstört.
    1. Antwort von Hans Jürg  (Hans Jürg)
      Lehren und Wirksamkeit sehen wir bald
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Nach dem verheerenden Hochwasser 2005 wurde ein Hochwasser Entlastungsstollen in Thun gebaut. Jetzt wo er benötigt würde, sind beide Tore nicht mehr regulierbar - er funktioniert nicht. Viel Steuergeld wurde investiert mit null Nutzen. Morgen gibt es wieder Überschwemmungen. Welche Lehren nan wohl daraus ziehen wird?