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Nach heftiger Kritik Bundesrat bläst Zentralisierung von Agroscope ab

  • Die landwirtschaftliche Forschung in der Schweiz wird voraussichtlich doch nicht im freiburgischen Posieux zentralisiert.
  • Das kündigt der Bundesrat an. Er folgt der nationalrätlichen Finanzkommission.
  • Im März war der Plan des Bundesrates bekanntgeworden, die heutigen zwölf Agroscope-Standorte aus Spargründen zusammenzufassen.
  • Der Vorschlag stiess in der Landwirtschaft und in den betroffenen Regionen auf heftige Kritik.

Landwirtschaftliche Forschung soll nun am zentralen Forschungscampus in Posieux (FR), in zwei regionalen Forschungszentren in der Deutsch- und der Westschweiz und in dezentralen Forschungsstationen betrieben werden. Das kündigt der Bundesrat an.

Er hat seine Stellungnahme zu einer Motion der nationalrätlichen Finanzkommission veröffentlicht, die eine Struktur mit mehreren Standorten fordert. Der Bundesrat ist einverstanden damit. Die von der Kommission eingebrachte Variante sei ein «erfolgversprechender Kompromiss», schreibt er.

Sie spiegele die in den letzten Monaten eingebrachten Anliegen und Forderungen wieder. Gleichzeitig ermögliche sie die vom Bundesrat und vom Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung angestrebte Effizienzsteigerung und Stärkung der Forschung.

Mit dieser Lösung könnte der Streit um Agroscope, der vor Monaten ausgebrochen war, schon bald zu Ende gehen. Im März war bekannt geworden, dass der Bundesrat die zwölf Agroscope-Standorte aus Spargründen in Posieux zentralisieren will. Der Widerstand aus der Politik, aus der Landwirtschaft und aus den Regionen war jedoch so heftig, dass der Bundesrat nun zurückgekrebst ist.

Druck auf Sparprogramm

Auch beim geplanten Sparprogramm muss er über die Bücher. Die Finanzkommission hat nämlich auch eine Motion eingereicht mit der Forderung, die Höhe der Sparvorgabe von 20 Prozent zu prüfen und das Spar- in ein Effizienzprogramm umzuwandeln. Eingesparte Mittel sollen der Forschung zugute kommen.

Auch damit ist der Bundesrat einverstanden. Die Politik und die Branche wünschten nicht weniger, sondern mehr Forschungsleistungen von Agroscope, schreibt er in seiner Stellungnahme. Analysen hätten gezeigt, dass heute zu viele Ressourcen in Infrastruktur statt in Forschung investiert würden. Das Anliegen der Kommission erweitere den Handlungsspielraum.

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