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Legende: Video Die Gewerkschaft SEV fordert mehr Sicherheit abspielen. Laufzeit 02:12 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.08.2019.
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Nach tödlichem Unfall Defekte SBB-Türen können auch Reisende gefährden

  • Nach dem tödlichen Arbeitsunfall eines Zugchefs haben die SBB die Sonderkontrollen an den Einheitswagen IV abgeschlossen.
  • Es wurden dabei insgesamt 69 sicherheitsrelevante Mängel an der Funktionsweise des Einklemmschutzes festgestellt.
  • Insgesamt seien 1832 Türen von 458 Wagen kontrolliert worden, teilten die SBB mit. Die betroffenen Türen seien umgehend repariert oder gesperrt worden.
  • Doch damit sind nicht alle Probleme an den Einheitswagen IV gelöst. Der Abfertigungsprozess vor der Abfahrt eines Zuges steht in der Kritik.

Nach wie vor erkennt der Lokführer nicht, ob alle Türen wirklich geschlossen sind. Eine elektrische Schaltung muss geändert werden. Ausserdem wirft der Abfertigungsprozess Fragen auf.

Legende: Video So funktioniert der Abfertigungsprozess bisher abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.08.2019.

«Der Abfertigungsprozess wurde unmittelbar nach dem tragischen Unfall genau angeschaut, er ist grundsätzlich sicher», sagt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. Offiziell darf der Zugchef die Türen erst schliessen, wenn er im Zug drinnen ist. Er darf also höchstens den Kopf herausstrecken, um zu schauen, ob alle Reisenden im Zug sind.

Das sei nicht ganz ungefährlich, bemängelt die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV. «Das Problem liegt darin, dass das Zugpersonal nicht die volle Kontrolle über den Schliessvorgang hat», sagt Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni.

Es müsse im Zug innen die Türen schliessen und den Kopf zur Türe hinaushalten, um den Prozess zu überwachen. «Das birgt weiterhin die Gefahr des Einklemmens», sagt Hurni. Das SBB-Personal habe ausserdem keine Kontrolle über Reisende, die noch im letzten Moment einsteigen.

Legende: Video Diesen Abfertigungsprozess fordert die Gewerkschaft abspielen. Laufzeit 00:48 Minuten.
Aus News-Clip vom 29.08.2019.

Bis Ende September muss die SBB den Abfertigungsprozess nochmals genau überprüft haben und der Aufsichtsbehörde Bericht erstatten.

Sonderkontrolle abgeschlossen

Die Sonderkontrolle habe vom 12. bis 28. August stattgefunden und sei nun abgeschlossen. Es verkehre kein Wagen, der nicht geprüft wurde. Die SBB machten «keine Kompromisse bei der Sicherheit», wurde in einer Mitteilung weiter betont. An der Sicherheitseinschätzung habe sich nach Abschluss der Sonderkontrolle nichts geändert. Die Einheitswagen IV könnten weiterhin sicher betrieben werden.

Legende: Video Aus dem Archiv: Bund nimmt SBB in die Pflicht abspielen. Laufzeit 02:09 Minuten.
Aus Tagesschau vom 23.08.2019.

Die Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hatte in einem Zwischenbericht verlangt, dass der Einklemmschutz-Schutz durch ein «zuverlässiges System» ersetzt wird.

Der 54-jährige Zugchef wurde bei der Abfahrt aus dem Bahnhof Baden AG am 4. August mitgeschleift und tödlich verletzt. Eine lose Verbindung beim Druckwellenschalter der Türe des betroffenen Wagens hatte zur Folge, dass die Schliesskraft der Türe nicht abgebaut wurde, als sie auf ein Hindernis traf. Damit war der Einklemmschutz nicht wirksam.

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Arthur Häberli  (Arthur Häberli)
    Wie soll bitte ein Zugführer, mit vorsichtigem Kopf Heraushalten, den Zug in voller Länge überblicken in Bhöfen wie Bern, Zug und sonst überall wo der BH in einer Kurve liegt? Oder der Zug sehr lang ist? Da müsste wohl bei kritischen Zügen jemand aufs Peron, der den Prozess von aussen beobachtet und den Zug dann frei gibt, wenn alle auch der Zugführer hinter verschlossenen Türen sind. Das mit dem Kopf vorsichtig hinaushalten - eine enorme, kaum wahrzunehmende Verantwortung für den Zugführer.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Finde ich auch. Man könnte meinen, man stünde kurz vor einem Verbot von Eisenhbahnen. Und ich möchte auch nicht wissen, wie es zu diesem Thema bei ausländischen Bahnen steht...
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    es ist mehr als tragisch und traurig, dass ein Mitarbeiter der SBB das Leben verloren hat. Aber das "Affentheater", welches nun inszeniert wird - was könnte noch geschehen, wer hat nicht, usw. - geht auf den Geist.
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    1. Antwort von Stefan Meier  (Nepp)
      Sehen wir anders, dieser Unfall wurde grobfahrlässig herbeigeführt, das ist der kleine aber feine Unterschied!
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    2. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      @Meier: Bei aller Tragik für diesen Mann. Welche Beweise ermöglichen Ihnen die Aussage der Grobfahrlässigkeit ab zu geben? Die SBB unternimmt alles um Sicherheit zu gewährleisten, vergleichen Sie bitte mit Zugsunglücken anderswo. Und das bei einem weitaus dichteren Fahraufkommen als irgendwo. Diese Tragödie muss jetzt bei einigen Leuten herhalten um pauschal über die SBB her zu ziehen.
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