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Nationales Krebsregister: Nach Einwänden angepasst
Aus HeuteMorgen vom 13.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:43 Minuten.
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Nationales Krebsregister Das gezähmte «Bürokratiemonster»

  • Seit Anfang Jahr gibt es in der Schweiz ein nationales Krebsregister.
  • Dieses verpflichtet die Kantone, die Daten krebskranker Einwohnerinnen und Einwohner zu sammeln, sofern diese nicht explizit dagegen sind.
  • «Das Berner Beispiel zeigt, dass die meisten Ärzte bereits auf freiwilliger Basis gut kooperiert haben», so Aurel Perren, Leiter des Krebsregisters Bern/Solothurn.

Der Bundesrat schiesse über das Ziel hinaus, hatten die Kantone kritisiert. Die geplante Datensammlung sei zu umfangreich, Aufwand und Ertrag stimmten nicht überein. Heute klingt es anders. Michael Jordi, Generalsekretär der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, sagt: «Man hat den Datensatz angepasst und verkleinert. Das Projekt wurde aufs Wesentliche fokussiert.»

Einige Ärzte sehen das immer noch anders. Sie sprechen von einem Bürokratiemonster und grossem Mehraufwand. Eine Kritik, die Aurel Perren nicht nachvollziehen kann. Der Leiter des Krebsregisters Bern/Solothurn sagt, man sei auf die Einwände der Ärzteschaft eingegangen. Beim überarbeiteten Projekt halte sich der Mehraufwand für Ärzte und Spitäler in Grenzen.

Bald vollständige Datensammlung

Bern führt seit 2013 ein Krebsregister – bis vor kurzem also auf freiwilliger Basis. Die Erfahrungen mit den Ärzten seien gut, sagt Perren. «Es war gut zu sehen, wie freiwillig die Ärzteschaft Meldungen durchgeführt hat. Wir haben es innerhalb von einem Jahr hingekriegt, eine gute Meldequote aufzubauen.»

Seit dem 1. Januar gilt nun also die schweizweite Meldepflicht. Künftig werde man eine vollständige Datensammlung haben, erklärt Ulrich Wagner, Direktor der nationalen Krebsregistrierungsstelle. Daraus könne man wissenschaftliche Erkenntnisse ziehen: «Was vor allem genutzt werden soll, ist die Aussagekraft zum Verlauf von Krankheiten. Wir werden aber sicher auch zur Versorgungs-, Diagnose- und teils auch zur Behandlungsqualität Aussagen machen können.»

Relativ rasch werde man Früherkennungsprogramme wie zum Beispiel das Brustkrebs-Screening bewerten können. Auch der Patientenschutz sei gewährleistet. Denn das neue Krebsregistrierungsgesetz, Link öffnet in einem neuen Fenster verpflichtet Ärzte, ihre Patienten über das Krebsregister zu informieren. Diese haben ein Vetorecht. Sie können also verbieten, dass Ärzte ihre Daten weiterleiten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Dietmar Logoz  (Universalamateur)
    Das Vetorecht der PatientInnen ist bloss ein Widerspruchsrecht, denn die Diagnosen müssen ungefragt übermittelt werden. PatientInnen haben lediglich das Recht, die nachfolgende Registrierung zu verweigern. Allerdings können auch Gesunde (ohne Diagnose) die Registrierung jederzeit ohne Begründung verweigern. Wird dann später die Diagnose gestellt, muss sie übermittelt werden, danach werden die Daten gelöscht. Gesetzlich verordneter Leerlauf...
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Denken und effektiv Sinn machend handeln, muss die Devise sein! Nicht mittels einem zeitaufwändigem Krebsregister, weiterhin teure "Übelbekämpfung" machen, anstatt effektive "Ursachen-Verursachungs-Behebung/Verbesserungen"!?
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    1. Antwort von Hans-Peter Grüter  (HP Grueter)
      Ds gibt es eine klare Ursache:
      Wenn Geld, viel Geld verdient werden kann, und du die Akteure einbinden kannst, dann sind viele dabei...
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wann handeln die teuren Zuständigen (BAG, BLW,Gesundheits-DirktorenInnen, ParlamentarierInnen, Bundesrat,...)? Wann wird endlich und aktiven "Ursachen-Verursachungs-Eruierung-Behebung-Verbesserungen" von Krankheiten (tonnenweise verschiedenste chemisch-pharmazeutische Gifte: Industrien, industrialisierte LW, Medizin,....), wie ua "KREBS, Immunsystem-Lungen- Allergien-Blut- etc, etc -Erkrankungen, anstatt weiterer - sehr lukrativen - , teuren, auch ausbeuterischen, "Übelbekämpfungs-Massnahmen"?
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