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Legende: Video Expertin Sexual-Opferhilfe: Wir erhoffen uns selbstbewusstere Frauen und mehr Abschreckung abspielen. Laufzeit 00:26 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.
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«Nein heisst Nein» Opferhilfe-Stellen fordern Anpassung des Sexualstrafrechts

Im Schweizer Strafrecht gilt ein Sexualdelikt nur dann als Vergewaltigung, wenn Nötigung vorliegt – also Gewalt, Gewaltandrohung oder psychischer Druck. Dass ein Opfer klar Nein gesagt hat, reicht nicht.

Agota Lavoyer von der Opferhilfe Lantana berät täglich Opfer sexueller Gewalt. Die Täter gehen meist straffrei aus, weil es im Sexualstrafrecht die Anwendung von Gewalt braucht, damit eine Vergewaltigung vorliegt.

Doch viele Frauen wehren sich nicht, erklärt Lavoyer. «Die meisten Frauen werden überrumpelt, da sie den Angriff nicht erwarten. Dadurch geraten sie in eine Schockstarre oder Lähmung und können sich nicht körperlich wehren.»

Zeit reif für modernes Sexualstrafrecht

Laut einer repräsentativen Umfrage von Amnesty International erstatten bei ungewollten sexuellen Handlungen lediglich acht Prozent der Opfer eine Strafanzeige. Der Hauptgrund laut Opferstelle Lantana: Die mutmasslichen Täter gehen meist straffrei aus.

So wurden im letzten Jahr 626 Vergewaltigungen angezeigt, 91 Täter wurden verurteilt. Das sind 14.5 Prozent. Bei der Opferhilfe geht man davon aus, dass einer von zehn Tätern verurteilt wird. Deshalb bringen sich heute die Opferhilfestellen in die politische Debatte ein.

Legende: Video Expertin Sexual-Opferhilfe: Übergriffe kommen überraschend und oft aus vertrautem Umfeld abspielen. Laufzeit 00:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.09.2019.

Die Zeit sei reif für ein modernes Sexualstrafrecht. Das gegenseitige Einverständnis müsse ausschlaggebend sein. Dieses Prinzip des «Nein heisst Nein» gilt in vielen europäischen Ländern, unter anderem in Deutschland, Grossbritannien, Schweden und Irland.

Ohne Einwilligung ist es strafbar

Kritiker sagen, dass man sich durch diese Anpassung nur noch mit Anwalt ins Schlafzimmer traut. Agota Lavoyer von Lantana widerspricht. «Bei anderen Straftatbeständen gibt es das schon heute. Bei Hausfriedensbruch ist es klar: Wenn jemand reinkommt, ohne dass ich eigewilligt habe, ist es strafbar. Genau das soll auch im Sexualstrafrecht gelten.»

Das Parlament ringt um eine Revision des Sexualstrafrechts – Opferhilfestellen fordern von der Politik jetzt rasch Anpassungen.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Stephan Lauterburg  (PHIE)
    zu Sandro Hofmann: mein Vergleich sei an Haaren herbeigezogen (Verkehr, wo die Tempolimiten und die roten Ampeln = beides ein Nein bzw. Stop, ignoriert werden). Im Grunde geht es um die Frage: Mit welchen Werten wollen wir die Gesellschaft aufrecht erhalten? Ein Kind sieht das Mami Autofahren 70km/h statt 50 km/h. Auf die Frage warum? Ich bin im Stress, habe keine Zeit. So lernt ein Kind: Ein Nein ist ein Ja, und überträgt dies in andere Lebensbereiche. Ganz einfach für ein Kind.
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  • Kommentar von Shane O'Neill  (Diddleydoo)
    @Maria Meier

    habe ich nicht gewusst, dass solches handeln in der Schweiz strafbar ist. Freut mich, dass die Schweiz an einigen Stellen doch für richtige Gleichberechtigung sorgt.

    Übrigens, ich finde "nein heisst nein" kann nicht wirklich ehrliche Gegner finden. Wenn jemand "Nein" sagt, und trotzdem die Körperliche Würde nicht respektiert wird, ist das ein echtes Problem. Egel ob Mann oder Frau oder was auch immer es heute alles gibt.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Es gibt bereits diverse Apps, mit denen man das gegenseitige EInverständnis mandantensicher festhalten kann. Das gegenseitig erwartete Kopulationsereignis kann man sogar teilweise damit konfigurieren. Toll! Eine Errungenschaft der Hochkultur (wahrscheinlich eine der letzten...).
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