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Wie Thierry Burkart den Abwärtstrend der FDP stoppen will – das Interview
Aus News-Clip vom 17.08.2021.
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Neue FDP-Spitze Burkart: «Das liberale Feuer in Partei und Bevölkerung tragen»

Thierry Burkart hat lange gezögert, bis er sich für eine Kandidatur für das FDP-Präsidium entschieden hat. Für seinen Entscheid habe es viele persönliche Gespräche gebraucht, erklärt der Aargauer Ständerat.

Thierry Burkart

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FDP-Ständerat Thierry Burkart ist Rechtsanwalt und vertritt seit 2019 den Kanton Aargau in der kleinen Kammer.

SRF: Thierry Burkart, Sie haben gewartet, bis alle abgesagt haben – jetzt haben Sie zugesagt. Was verbirgt sich hinter dieser Taktik?

Thierry Burkart: Es war nicht eine eigentliche Taktik. Ich habe sehr viele Gespräche geführt mit Menschen aus meinem politischen Umfeld, aber vor allem natürlich auch mit Leuten aus meinem privaten Umfeld. Schliesslich musste auch meine Lebenspartnerin einverstanden sein.

Und ich glaube, mit dieser motivierten Crew werden wir es schaffen, das liberale Feuer in die Partei, aber auch in die Bevölkerung zu tragen.

Was mich am Schluss motiviert hat: Ich darf mit einem motivierten Team von Vizepräsidentinnen und Vizepräsidenten antreten. Wir verstehen uns auch als Team, sie sind sehr motivierend. Und ich glaube, mit dieser motivierten Crew werden wir es schaffen, das liberale Feuer in die Partei, aber auch in die Bevölkerung zu tragen.

Haben Sie auch mit dem früheren FDP-Präsidenten Franz Steinegger gesprochen? Er sagte einmal, das Präsidium sei einer der «verschissensten Posten» überhaupt. Und den wollen Sie übernehmen? 

Ich würde jetzt nicht ganz so hart mit diesem Amt ins Gericht gehen. Aber vielleicht sage ich am Schluss das gleiche; ich weiss es nicht. Ich glaube, man kann mitgestalten, wir dürfen zusammen als Team für diesen liberalen Spirit, für die Partei Verantwortung übernehmen. Das motiviert doch auch sehr.

Wir haben ein gemeinsames liberales Wertefundament, das ist sehr stark. In 95 Prozent aller unserer Positionen sind wir völlig geeint.

Sie haben es schon wiederholt gesagt: Sie wollen das «liberale Feuer» wieder entfachen. Warum brennt das im Moment nur auf Sparflamme? Wie ist da Ihre Kurzdiagnose?

Es ist nicht «nicht» vorhanden. Es gibt dieses Feuer, auf Sparflamme, ich möchte es einfach stärker entfachen. Ich glaube, man spürt etwas Verunsicherung auf allen Ebenen der Partei. Und das wirkt sich aus bis auf die kommunale Ebene. Da geht es schon darum, dass wir als Partei wieder klar betonen: Wir haben ein gemeinsames liberales Wertefundament, das ist sehr stark. In 95 Prozent aller unserer Positionen sind wir völlig geeint. Das sollten wir auch wieder stärker beachten und darüber reden. Und nicht nur über die wenigen trennenden Punkte.

Aber genau darüber müssen wir reden: Sie haben in den letzten Monaten und Jahren offen andere Positionen vertreten als die Parteispitze. Stichwort Europa oder Klimapolitik. Treten Sie nun auch an, um die FDP wieder auf den richtigen Weg, oder vielleicht besser gesagt, auf den «rechten» Weg zurückzubringen?

Es stimmt, ich habe einen Meinungsartikel geschrieben über das Rahmenabkommen mit der EU. Aber grundsätzlich ist in der Europapolitik bei uns völlig unbestritten, dass wir ein stabiles Verhältnis zur EU brauchen. Nicht nur für uns, aber auch im Interesse der EU. Und, dass wir die bilateralen Verträge in die Zukunft retten müssen und es da auch Anpassungen braucht.

Beim CO2-Gesetz trat ich gar nicht auf. Aber es sind zwei Themen, die man als Partei neu bearbeiten kann, wo wir uns neu zusammenraufen können. Auch im Hinblick auf das CO2-Gesetz sind wir uns in der FDP völlig einig. Wir stehen zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens, wir wollen eine Klima- und Umweltpolitik, die auf dem Verursacherprinzip und auf der Kostenwahrheit beruht. Und es braucht Lösungen unter Einbezug der technologischen Entwicklungen, die ökologisch, aber auch ökonomisch und sozial nachhaltig sind. Nur so kann es mehrheitsfähig sein. Das ist eine grosse Aufgabe für unsere Partei, die eine Verantwortung für das ganze Land hat.  

Sie müssen Wähler zurückgewinnen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Wie sehen die FDP-Wählenden aus, die Sie wieder mehr ansprechen wollen?

Die Menschen, die FDP wählen, wollen eine verantwortungsvolle bürgerliche Politik für dieses Land. Weil unser Land auf liberalen Werten basiert. Diese Werte haben uns stark und erfolgreich gemacht und sie werden es auch in Zukunft tun. Wir als FDP sind die Vertreter dieser Werte. Darum braucht dieses Land eine starke liberale freisinnige Stimme, das können nur wir sein.

Tönt ein bisschen unkonkret.

Ich verstehe, dass Sie mich schon auf konkrete Punkten festnageln wollen. Aber da muss ich etwas unbestimmt bleiben. Ich will nämlich Teamarbeit leisten und keine Thierry-Burkart-Show abziehen.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

10 vor 10, 16.08.2021, 21:50 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Krise der Freisinnigen (FdP)

    Als Mitte-Partei hat die FDP Verantwortung beim Aushandeln von Kompromissen. Weil sie zusammen mit anderen Mitte-Parteien zurzeit keine Mehrheit hat, ist sie gezwungen, sich einmal nach links und ein anderes Mal nach rechts zu bewegen. Das wirkt auf die potenzielle Wählerschaft irritierend. Die FDP ist die Partei des „Soo nicht!“. Sie ist ständig am Reagieren und Abblocken von Vorschlägen anderer Parteien. So gewinnt man kein Profil.
  • Kommentar von Fabio Scheidegger  (Fabioski)
    Wirtschaftsliberalismus sorgt wohl eher für echte Brände...
  • Kommentar von Peter Meier  (pmeier)
    Der Liberalismus würde vielleicht funktionieren, wenn die natürlichen Ressourcen unendlich wären und unser Planet all den von uns verursachten Müll aufnehmen könnte. Aber das ist nicht der Fall. Die einzige Möglichkeit, unser Schicksal zu meistern, besteht darin, unsere Konsumwut zu unterdrücken und strenge Gesetze und Verbote einzuführen, um unsere Gesellschaft nachhaltig zu gestalten.