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Neu kann man auf Schweizer Autobahnraststätten Alkohol kaufen
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
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Neue gesetzliche Regelung 2021 Ab 2021 gibt es an den Autobahnraststätten Alkohol

Alkoholkonsum auf Raststätten war lange verboten, nun erlaubt. Verkehrssicherheitsexperten befürchten mehr Unfälle.

Der Bierzapfhahn und die Weinflaschen fehlen noch im Selbstbedienungs-Restaurant der Raststätte Grauholz an der A1 bei Bern. Aber Christian Keel, der hier die Gastronomie leitet, weiss schon genau, wie es hier bald aussieht. «Hier werden die Offen- und Flaschenweine stehen und hier kommt die Ausschankanlage mit unserem Logo, ‹Biergenuss Grauholz›.»

Uns ist die Prävention nicht egal.
Autor: Christian KeelGastronom in der Grauholz-Autobahnraststätte

Das neue Angebot mit Hoch- und weniger Hochprozentigem soll diskret daherkommen. «Wir werden nicht provokativ für das Angebot werben. Uns ist die Prävention nicht egal», sagt Keel.

Der Blick in die provisorische Getränkekarte zeigt: Es wird Bier geben, im Offenausschank und in Flaschen, daneben auch Wein und Schaumwein, wobei man hier auch kleine Mengen anbiete, so Keel: «Es ist ganz klar unsere Absicht, dass die Gäste die Möglichkeit haben, in kleinen Mengen Alkohol zu konsumieren. Man kann zum Beispiel einen Deziliter Wein im Offenausschank haben.» So sei man nicht gezwungen, gleich eine ganze Flasche zu bestellen.

Marché verkauft Alkohol, aber keine Spirituosen

Auch die anderen Raststätten in der Schweiz werden die neue Möglichkeit nutzen, geben sich aber auch zurückhaltend beim Thema Alkohol. Marktführer Marché, der zu Coop-Gruppe gehört, will nur schriftlich Stellung nehmen: «Bei Marché stehen Frische, Natürlichkeit, Qualität und das Erlebnis im Mittelpunkt. In diesem Kontext bieten wir ein massvolles Genusserlebnis. Auf den Verkauf von Spirituosen verzichten wir.» Unter dem Begriff Spirituosen werden destillierte alkoholhaltige Getränke zusammengefasst, Wein und Bier gehören nicht dazu.

Verkaufsvorschriften sind kantonal unterschiedlich

Auch die Migros-Tochter Migrolino, die viele Tankstellen an der Autobahn betreibt, plant laut einem Sprecher keine Werbemassnahmen für das neue Angebot in ihren Shops. Zudem sei wegen kantonal unterschiedlicher Vorschriften noch nicht klar, wo man bis spät abends das ganze Sortiment anbieten dürfe.

Nicht alle können selbstverantwortlich mit Alkohol umgehen. Entsprechend gilt: Mehr Alkohol gibt mehr Probleme, mehr Unfälle.
Autor: Stefan SiegristDirektor der Beratungsstelle für Unfallverhütung Bfu

Diese Zurückhaltung beim Thema Alkohol begrüsst Stefan Siegrist. Er ist Direktor der Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU. Aber das Grundproblem bleibe: ein zusätzliches Alkoholangebot am falschen Ort.

«Es ist so, dass nicht alle selbstverantwortlich mit Alkohol umgehen können. Entsprechend gilt: Mehr Alkohol gibt mehr Probleme, mehr Unfälle», sagt Siegrist. Die Autobahn-Wirtinnen und Wirte seien besonders in der Pflicht, einzugreifen, wenn jemand zu viel trinke, so BfU-Direktor Siegrist. Schliesslich seien dort mehr Autofahrerinnen und -fahrer unter den Gästen als in normalen Restaurants.

Es ist schon immer unsere Pflicht gewesen zu schauen, dass der Kunde an übermässigem Konsum gehindert oder sicher darauf aufmerksam gemacht wird.
Autor: Christian KeelGastronom in der Grauholz-Autobahnraststätte

Grauholz-Wirt Keel sagt zu diesem Thema: «Es ist in der Gastronomie schon immer unsere Pflicht gewesen, zu schauen, dass der Kunde an übermässigen Konsum gehindert oder sicher darauf aufmerksam gemacht wird.»

Seine Angestellten würden nun aber speziell geschult, denn sie hätten bis jetzt ja keinen Alkohol ausschenken müssen.

Heute Morgen vom 20.12.2020; 06:00 Uhr

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49 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Alkohol hat in Autobahnraststätten nichts verloren, denn sonst ist die Versuchung für Autofahrer viel zu gross. Da kann man die Alkohol-Prävention gleich in die Tonne werfen. Keine Ahnung was die Herren und Frauen in Bundesbern dachten als Sie dies erlaubten. Wenn ich Lehrer wäre gäbe es für diesen Entscheid die Schweizer Note 1.
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    1. Antwort von Chruti Da Goya  (Νικος)
      ...die Versuchung viel zu gross für was?

      Nach all diesen Kommentaren, könnte man echt den Eindruck bekommen das ab heute jede/r zweite Autofahrer/in auf Schweizer Autobahnen bei jeder Raststätte anhält, sich besäuft und dann weiterfährt?!

      Geht's eigentlich noch?!!

      No more comment....
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was für eine wichtige, "Sinn machende Änderung" des Gesetzes...? Haben die Herrschaften nichts Wichtiges zu tun?
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  • Kommentar von Pierre Schüpbach  (pschuep)
    Ich habe die Parlaments Debatte über dieses Thema nicht verfolgt. Ich frage mich deshalb wie unsere National- und Sände Räte/innen einen solchen Entscheid befürworten können? Dafür wollen diese Damen und Herren die Tabakwerbung verbieten. Und wiederum kann jeder Kanton,eigene Vorschriften bestimmen. Wo das hinführt wissen wir ja mittlerweile, Unglaublich, aber so ist es.
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