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Legende: Audio Der neue Armeechef – seine Vor- und Nachteile abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 05.09.2019.
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Neuer Armeechef Thomas Süssli «Er kann Dinge mit einer unbelasteten Aussensicht anpacken»

Der Bundesrat hat den 52-jährigen Thomas Süssli zum neuen Armeechef gewählt. Überraschend: Süssli ist erst seit vier Jahren Berufsmilitär. Davor arbeitete er als Informatiker und Finanzanalyst für Grossbanken. Eine besondere Wahl ist es auch für den SOG-Präsidenten Stefan Holenstein.

Stefan Holenstein

Stefan Holenstein

Präsident der Offiziersgesellschaft

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Der Jurist ist seit März 2016 Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG). Im Militär hat er den Grad eines Obersts im Generalstab.

SRF News: Sind Sie überrascht von der Wahl von Thomas Süssli?

Stefan Holenstein: Ja. Denn es gab andere Kandidaten, die zuerst im Vordergrund standen. Dies nicht zuletzt aufgrund Süsslis Alters – er ist mit 52 Jahren noch relativ jung – und seines Quereinstiegs als Berufsoffizier.

Er ist erst seit vier Jahren Berufsoffizier. Ist das ein Nachteil?

Nein. Es ist insofern sogar ein Vorteil, dass er Dinge jetzt unvoreingenommen und unbefangen mit einer unbelasteten Aussensicht anpacken und verändern kann. Vielleicht ist es ein kleiner Nachteil, dass er sich nun zuerst einmal die Akzeptanz schaffen muss. Er ist noch nicht so lange dabei wie die altgedienten Kameraden aus dem Corps der Berufsoffiziere. Da braucht er vermutlich noch eine gewisse Zeit. Aber diese Zeit sei ihm gegebenen.

Der neue Armeechef hat grosse Kompetenzen im Bereich Cybersicherheit. Denken Sie, dass dieser Punkt den Ausschlag für seine Wahl gegeben hat?

Vermutlich schon. Viola Amherd hat wohl bewusst jemanden gesucht, der in Sachen neue Bedrohungsformen à jour ist. Es geht dabei auch um die zunehmende Technologisierung der Armee. Thomas Süssli war in seiner bisherigen Funktion bereits verantwortlich für die elektronischen Operationen. Das ist ein wichtiges Standbein der zukünftigen Armee.

Er ist noch nicht so lange dabei wie die altgedienten Kameraden aus dem Corps der Berufsoffiziere.

Trotzdem darf man nicht ausser Acht lassen, dass die konventionellen Mittel – die Luftstreitkräfte und die schweren Bodensysteme – abgelöst werden müssen. Er muss unbedingt auch hier Kompetenzen mitbringen.

Süssli sagt, dass er die Anfangszeit dazu nutzen will, um seine Kontakte in die Westschweiz und ins Tessin zu intensivieren. Wie wichtig ist das?

Wir als Offiziersgesellschaft haben immer darauf hingewiesen, dass der künftige Armeechef eine integrative Persönlichkeit sein muss. Eine Persönlichkeit, die nicht nur in der Deutschschweiz, sondern auch in der Westschweiz und im Tessin akzeptiert und anerkannt ist und der man vertraut. Es freut uns natürlich zu hören, dass sich der Armeechef hier starkmachen will und den Kontakt mit den Minderheiten in der Schweiz sucht. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, auch für die kommenden Abstimmungen – Stichwort Kampfjetbeschaffung.

Das Gespräch führte Elmar Plozza.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Vorteil ist es, er wird zum Liebling der Medien und Viola Amherd und damit kann selbige sich aus der Schusslinie der Medien nehmen. Nachteil, es nutz der Armee nichts, der Landesverteidigung nichts, der Cyberabwehr auch kaum was, zumal dies so oder so nur sehr limitiert ist und eigentlich nur die Armee-Netzwerk-Struktur mit all jenen die daran angeschlossen sind, selber schützen. Der ganze, grosse übrige zivile Bereich wird wohl kaum durch die Armee auch noch geschützt werden können.
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  • Kommentar von Andreas Fischer  (Senfdazugeber)
    Die gestrige Meldung zur Wahl von Thomas Süssli als neuen CdA war für mich der Aufsteller des Tages!
    Ich hatte die Ehre, als Zugführer im Spit Bat 5 unter ihm zu dienen, als er Bat Kdt war.
    Er ist der fähigste Offizier, mit dem ich jemals zu tun hatte.
    Immer souverän, freundlich, fair, motivierend, inspirierend, zielorientiert und fordernd.
    Eine echte Führungspersönlichkeit! Ich betrachte seine Wahl als Glücksfall für unsere Armee.
    Danke, Frau Amherd!
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  • Kommentar von Joseph De Mol  (Molensepp)
    Unvoreingenommenheit - DAS herausragende Merkmal der Schweizer Armee! Seien wir doch ehrlich: Gerade die Strukturen beim Militär verunmöglichen, einen anderen, vielleicht unkonventionellen Blick auf einen IST-Zustand zu entfalten. Man müsste das gesamte Wesen des Militärs auf den Kopf stellen, um dies erreichen zu können. Das scheint mir dann doch ein etwas zu ambitioniertes Unterfangen zu sein. Kurzum: Ändern wird sich nix. Und das ist von der Pike auf so gewollt. Blosse Inszenierung!
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