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Das Tessin profitiert von seinem Vertreter in Bundesbern
Aus HeuteMorgen vom 08.12.2021.
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Neuer Bundespräsident 2022 Das Tessin hofft auf einen politischen «Cassis-Effekt»

Die Südschweiz profitiere klar von ihrem Vertreter Ignazio Cassis in Bundesbern, sagen Beobachter aus dem Kanton.

Dass das Tessin von seinem Mann in Bern profitiert, scheint von links bis rechts unbestritten. Für den Tessiner Regierungspräsidenten Manuele Bertoli von der SP hat das Tessin in Bern wieder mehr Gewicht, seit Ignazio Cassis dort in der Regierung sitzt.

SVP-Präsident Marco Chiesa wünscht sich von Cassis zwar ein energischeres Vorgehen bei den Verhandlungen mit Italien, betont aber gleichzeitig auch den Vorteil, mit Cassis einen Landesteilvertreter in der Landesregierung zu haben, der die besondere Tessiner Arbeitsmarktsituation kennt.

Cassis bringt das Tessin näher

Nur wer etwas kennt, kann dafür Verständnis schaffen. Verständnis schaffen für die besondere Lage der italienischsprachigen Schweiz. Das ist der grosse Verdienst von vier Jahren Ignazio Cassis in Bern. Die Coronakrise sei ein gutes Beispiel dafür, sagt der Direktor der Tessiner Handelskammer, Luca Albertoni.

In der Coronakrise wurde das Tessin dank Cassis zum Vorbild für die Schweiz.
Autor: Luca Albertoni Direktor der Tessiner Handelskammer

«Das Tessin wurde sehr stark von der ersten Welle getroffen und musste als erster Kanton der Schweiz schnell Massnahmen ergreifen. Cassis konnte in Bern Verständnis für die geforderten Massnahmen schaffen. Das Tessin wurde damit zum Vorbild für die Schweiz», sagt Albertoni.

Weniger Spannungen

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass der Südkanton mit Cassis in Bern mehr ins Rampenlicht gerückt ist. Seit er Bundesrat ist, finden mehr Anlässe mit Medienrummel im Tessin statt. Einen Teil der Ansprachen findet jeweils auf Italienisch statt. Die Italianità, die italienische Sprache, erhält auch in der Bundesverwaltung mehr Gehör. Das hat jüngst eine Untersuchung zum Thema gezeigt.

Cassis hat Ruhe in konfliktreiche Gesprächsthemen zwischen Bern und dem Tessin gebracht.
Autor: Oskar Mazzoleni Tessiner Politgeograf

Für den Tessiner Politgeografen Oskar Mazzoleni steht fest: Es gibt einen klaren Cassis-Effekt. «Die Rolle von Cassis scheint die des Neutralisierers zu sein. Bevor Cassis da war, waren die Gespräche zwischen dem Tessin und Bern sehr konfliktbeladen, besonders wenn es um Grenzgängerfragen und sonstige Themen mit Italien ging. Cassis hat Ruhe in diese Gespräche gebracht.»

Cassis bewege in Bern etwas für das Tessin. Und das habe direkte politische Folgen in der Südschweiz, ist Mazzoleni überzeugt. Die Tessinerinnen und Tessiner fühlten sich von Bern wieder ernster genommen. Und das bremse die populistische Politik der wählerstärksten Partei der Lega, die gerne gegen Bern und Grenzgänger wettere.

HeuteMorgen, 08.12.2021, 06:00 Uhr

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42 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Guten Abend liebe Community. Wie gewohnt schliessen wir die Kommentarspalten an dieser Stelle und bedanken uns herzlich für Ihre Beiträge. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch morgen wieder mitdiskutieren. Liebe Grüsse und gute Nacht, SRF News
  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Ausser seiner gelegentlichen Demission als Bundesrat erwarte ich von Ignazio Cassis gar nichts - sorry.
  • Kommentar von Thomas Leu  (tleu)
    Als aufrechte Demokraten und Befürworter des Föderalismus eines multikulturellen Kleinstaats, sollte die Zweidrittelsmehrheit der Deutschsschweizer Grösse zeigen und der italienischen Schweiz (=Tessin und Teile Graubündens) einen permanenten Bundesrat zugestehen. Das würde das Land bereichern und erfolgreicher machen. Wertemässig, kulturell und sprachlich gemischte Teams bringen einen höheren Output als 5 stromlinienförmige Deutschschweizer-/innen im Bundesrat, bereichert durch 2 Westschweizer.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das stimmt so nicht. Quoten-Bundesräte bringen nicht viel.
    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Albert Planta: Es geht hier nicht um ein Verwaltungsratsmitglied eines globalen Konzerns, sondern um ein viersprachiges Land. Es hat in der italienischen Schweiz mehr als genug qualifizierte Kandidaten, um ein Amt eines Bundesrates auszuführen. Man muss nur wollen.
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Bei der Wahl eines Bundesrates muss jetzt schon auf sehr viel Rücksicht genommen werden, wenn ich z.B. an die Konkordanz denke. Wir sind auch mit dem bisherigen System sehr gut gefahren und Cassis ist bereits der dritte Tessiner Bundesrat, der ich wissentlich erlebte. Ich denke, unser Regierungssystem muss man nicht von Grund auf erneuern.
    4. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Eine sympathische Idee. Aber ich bin auch als grosser Anhänger von Föderalismus und Diversität in Teams nicht dafür. Das wäre eine enorme Bevorteilung von Politiker:innen aus dem Tessin, die extrem viel höhere höhere Chancen auf einen Sitz hätten als alle anderen. Im Tessin leben 100 000 Menschen weniger als in der Stadt Zürich! Für garantierte 3 Sitze für die Romandie und das Tessin könnte man mich vielleicht gewinnen.