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Neuer Kampfjet F-35A Fluglärm: Wenn Schallschutzfenster nicht mehr reichen

Der neue Kampfjet der Schweizer Armee macht mehr Lärm als der bisherige Kampfjet FA-18. Etwa drei Dezibel. Dieser Unterschied sei nur knapp wahrnehmbar, sagen die Verantwortlichen im VBS. Man kann dies glauben. Man kann es auch in Zweifel ziehen.

Das F-35A-Triebwerk erzeugt andere Frequenzen als die Triebwerke des FA-18. Erstmals spricht das VBS von Erschütterungen, die an bestimmten Orten nicht genügend reduziert werden könnten. Ein Hinweis darauf, dass die Frequenzen des F-35A Gebäudestrukturen in Schwingung bringen können. Ohrenzeugen, die den Start eines F-35A miterlebt haben, berichten, der Lärm des F-35A sei mit dem ganzen Körper «fühlbar».

Flugzeug am blauen Himmel
Legende: F-35A-Kampfflugzeug während einer Vorführung auf dem Stützpunkt der Schweizer Luftwaffe in Emmen (23. März 2022). REUTERS/Arnd Wiegmann

Die betroffene Bevölkerung rund um die Militärflugplätze fürchtet diesen zusätzlichen Lärm und die Emissionen. Das VBS verweist zwar darauf, dass zukünftig weniger geflogen werde also heute. Nur noch halb so viel wie heute soll gestartet und gelandet werden.

Kein Trick

Die Lärmbelastung bleibe also insgesamt gleich wie heute. Das ist kein Trick oder eine Ausrede. Die Lärmschutzverordnung lässt diese Form der Lärmberechnung so zu. Das ist so, als ob der Zahnarzt sagt, er bohre jetzt doppelt so schnell, aber es schmerze halt auch doppelt so stark.

Um den hörbaren «Schmerz» etwas zu reduzieren, wird das VBS in Perimetern rund um die Flugplätze Payerne, Meiringen und Emmen VBS für 30 Millionen neue Schallschutzfenster finanzieren. Ob das reicht? Möglichweise braucht es aber mehr finanzielles Entgegenkommen. Erste Forderungen der betroffenen Gemeinden lassen das erahnen.

So könnte der Ruf nach finanziellen Entschädigungen bis zum Kauf von Liegenschaften lauter werden, wenn Betroffene den Fluglärm nicht mehr aushalten und wegziehen wollen. Erstmals spricht das VBS auch von denkbaren Entschädigungen für Wertverluste bei Liegenschaften und verweist auf Bundesgerichtsurteile zu Lärmentschädigungen rund um die grossen zivilen Flughäfen. Was in der Folge den F-35A nochmals teurer machen würde als ursprünglich gedacht.

Tobias Gasser

Inlandredaktor

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Seit 2005 arbeitet Tobias Gasser bei SRF, zuerst bei «10vor10» und «Tagesschau». Ab 2011 war er Produzent beim «Echo der Zeit» und ist seit 2019 Inlandredaktor bei Radio SRF.

SRF 4 News, 20.04.2026, 21 Uhr

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