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Legende: Video Aus dem Archiv: SRF-Wirtschaftsredaktor Stucki zum neuen Postchef abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus News-Clip vom 22.11.2018.
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Neuer Postchef tritt Amt an Diese Baustellen warten auf den neuen Postchef

Mit dem Postautoskandal hat der Ruf der Post gelitten. Auf Roberto Cirillo warten aber noch andere Herausforderungen.

Die Zukunftsaussichten für den Postkonzern sind alles andere als rosig. Die Post muss sparen und gleichzeitig in neue Geschäftsfelder investieren, um den Umbau von einem traditionellen Unternehmen zu einem digitalen Anbieter voranzutreiben. Der neue Postchef sieht sich also mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert:

  • Postautoskandal

Postauto hat über Jahre Subventionen in Millionenhöhe erschlichen. Das Vertrauen in den ganzen Postkonzern hat dabei arg gelitten. Dieses Vertrauen muss Roberto Cirillo zusammen mit dem neuen Postautochef wiederherstellen.

Finanziell gesehen ist der Fall unterdessen erledigt. Die Post hat 205 Millionen Franken an Bund und Kantone zurückbezahlt.

Doch zentrale Zielkonflikte sind noch nicht gelöst: Postauto darf keine Gewinne erzielen, weil es Subventionen erhält, während der Bund als Eigner vom Postkonzern als Ganzes branchenübliche Renditen erwartet. Solchen Zielkonflikten muss sich Roberto Cirillo stellen.

Auch juristisch ist der Fall Postauto noch nicht abgeschlossen. Das Verwaltungsstrafverfahren des Bundesamtes für Polizei läuft noch. Auch gegen den ehemaligen Postautochef und den Finanzchef von Postauto hat die Bundespolizei ein Strafverfahren eröffnet.

  • Umbau des Kerngeschäfts

Die schwierigste Herausforderung wartet auf den neuen Postchef im Kerngeschäft. In der Schweiz werden immer weniger Briefe verschickt, und die Poststellen sind seit Jahren defizitär. Die Einnahmen im Kerngeschäft der Post schrumpfen deshalb.

Roberto Cirillo muss also einen Spagat schaffen: Einerseits muss er den Ansprüchen von Bevölkerung und Politik an den Service Public gerecht werden, auf der anderen Seite muss er Kosten sparen. Erschwerend kommt da hinzu, dass Politiker, Gewerkschaften und Bevölkerung oft unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie die Grundversorgung aussehen soll – etwa davon, wie viele Poststellen geschlossen werden sollen.

  • Postfinance unter Druck

Die Postfinance war aus finanzieller Sicht gesehen jahrelang das wichtigste Standbein des Postkonzerns. Doch 2018 trug die Postbank erstmals weniger zum Gewinn der Post bei als die Briefpost. Der Gewinn sank um rund 60 %.

Hauptgrund dafür sind die tiefen Zinsen. Postfinance muss ihr Geld an den Finanzmärkten anlegen, weil sie keine eigenen Kredite vergeben darf. Doch wegen der tiefen Zinsen verdient Postfinance mit solchen Anlagen immer weniger.

Der Bundesrat hat deshalb Ende des letzten Jahres angekündigt, das Kreditverbot für die Postfinance aufheben zu wollen. Das Parlament muss dem Vorhaben allerdings noch zustimmen. Der Widerstand von anderen Banken ist da schon vorprogrammiert.

Ausserdem werden die Zinsen wohl noch länger tief und das Geschäft der Postfinance also so oder so anspruchsvoll bleiben.

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