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Legende: Audio Die Alu-Dose ist nicht so schlecht wie ihr Ruf abspielen. Laufzeit 05:23 Minuten.
Aus Espresso vom 26.06.2019.
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Nicht mehr unökologisch Das steile Comeback der Alu-Dose

Getränkedosen galten lange Zeit als schlecht für die Umwelt. Inzwischen sind sie wieder salonfähig. Zu Recht?

Wer in den 80er- oder 90er-Jahren aufgewachsen ist, wusste: Aludosen sind unökologisch. Deren Herstellung verbraucht enorm viel Energie. Daher mied man Getränke aus der Dose und bevorzugte PET- oder Glasflaschen. Mit einer Getränkedose in der Hand schämte man sich fast. Bis zur Jahrtausendwende verschwanden sie daher mehr und mehr aus den Ladengestellen.

Seither erlebt die Aludose aber einen regelrechten Boom. Von 2002 bis 2017 hat sich die Menge der gekauften Dosen vervierfacht: von 2600 auf fast 10'000 Tonnen. Unter jungen Leuten gilt die Getränkebüchse quasi als schickes Accessoire. Für diesen Wandel gibt es gute Gründe.

Heute ist die Ökobilanz einer Aludose in etwa gleich gut, wie diejenige einer PET-Flasche oder einer Mehrweg-Glasflasche.
Autor: Fredy DinkelUmweltberatung Carbotech

Die Umweltberatungs-Firma Carbotech untersuchte 2014 im Auftrag des Bundesamts für Umwelt die Ökobilanzen verschiedener Getränkeverpackungen. Zum Resultat sagt Fredy Dinkel von Carbotech: «Heute ist die Ökobilanz einer Aludose in etwa gleich gut, wie diejenige einer PET-Flasche oder einer Mehrweg-Glasflasche.» Die Alu-Industrie habe dafür viel gemacht.

Über 90 Prozent der Getränkedosen werden rezykliert

Inzwischen werden mehr als 90 Prozent der Getränkedosen rezykliert. Das ist enorm wichtig. Denn die Herstellung von Dosen aus rezykliertem Aluminium verbraucht 95 Prozent weniger Energie. Die Dosen sind auch dünnwandiger geworden, sagt Daniel Frischknecht von der Igora, der Genossenschaft für Alu-Recycling: «Man redet von 25 bis 30 Prozent weniger Aluminium pro Büchse.»

Ein weiterer Fortschritt: Bei den heutigen Getränkedosen ist der Deckel fix an der Verpackung. Er kann also nicht mehr separat weggeworfen werden. Zudem ist Aluminium praktisch endlos nutzbar. Man kann es immer wieder einschmelzen.

Legende:
Verbrauch Aludosen in Tonnen 2002 bis 2017 Bundesamt für Umwelt

Bereits 2001 veröffentlichte die Igora eine eigene Studie zur Ökobilanz der Getränkedosen. Diese zeigte ebenfalls, dass die Dosen mit PET und Glas-Flaschen mithalten können. Daraufhin nahmen die grossen Detailhändler Getränke in Aludosen wieder ins Sortiment auf. Seither ist der Getränkedosen-Trend nicht mehr zu stoppen. Passanten mit einer offenen Bier-, Cola- oder Energy-Drink-Dose in der Hand gehören zum Strassenbild. Schämen tut sich keiner mehr.

Energy-Drinks fördern Dosen-Boom

Die Energy-Drinks haben sicher zu diesem Boom beigetragen, sagt Marcel Kreber vom Bierbrauer-Verband und vom Verband der Mineralwasser- und Softdrink-Produzenten: «Man hat ja von der Generation Energy-Drink geredet. Da war der Schritt zum Bier oder der Limonade in der Dose nicht mehr so gross.» Und Dosenbier habe seinen schlechten Ruf inzwischen auch abgelegt. Es schmeckt nicht mehr metallisch, wie noch in den 80er-Jahren.

Bei den Produzenten seien die Getränkedosen beliebt, weil man sie rundum kreativ gestalten könne. Bei einer Flasche habe man dagegen nur eine kleine Etikette zur Verfügung. Die Büchsen sind auch lichtdicht, was gut ist fürs Bier und sie lassen auch nach längerer Zeit keine Luft durch. Daher setzen heute auch trendige, kleine Brauereien und Softdrink-Hersteller auf die Aludose. Konsumenten schätzen laut Marcel Kreber an der Büchse, dass man sie einfach transportieren und stapeln sowie schnell kühlen kann.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hagen  (brunohagen)
    Naja, bei Betrachtung des meist überzuckerten, koffeinierten und gesundheitsschädlichen Inhalts der Dose könnte man sich eigentlich oft auch das ganze Produkt sparen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Jedes Jahrhundert hat sein Problemmetall im 20. Jh. war es das Quecksilber im 21. Jh. das Aluminium. Bemerkenswert ist ja, dass dieses in der Natur jeweils nur gebunden vorkommt. Das 'befreite' also das ionisierte Aluminium wird von Mensch, Tier und Pflanze, dazu genügt ein leichter Säuregrad
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Verlorener Teil des Kommentars: .... Das 'befreite' also das ionisierte Aluminium wird von Mensch, Tier und Pflanze, dazu genügt ein leichter Säuregrad
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      2.Versuch:
      Jedes Jahrhundert hat sein Problemmetall im 20. Jh. war es das Quecksilber im 21. Jh. das Aluminium. Bemerkenswert ist ja, dass dieses in der Natur jeweils nur gebunden vorkommt. Das 'befreite' also das ionisierte Aluminium wird von Mensch, Tier und Pflanze, dazu genügt ein leichter Säuregrad
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