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Und plötzlich kostet das NZZ-Digitalabo 20 Prozent mehr
Aus Espresso vom 15.01.2021.
abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
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NZZ-Mediengruppe Preis-Panne beim digitalen NZZ-Abo

Wegen eines technischen Fehlers haben zahlreiche NZZ-Kunden nicht erfahren, dass sich der Abopreis um 20 Prozent erhöht.

Seit letztem Sommer leistet sich ein Ehepaar die digitale Ausgabe der «Neuen Zürcher Zeitung». Das Paar bezahlt pro Monat 20 Franken, das Abo erneuert sich von Monat zu Monat automatisch. Im Dezember wirft die Frau eher zufällig einen Blick auf die Rechnung und staunt: Ab Januar kostet das Abo 24 Franken. Der Betrag wurde bereits automatisch abgebucht. Enttäuscht darüber, dass sie nicht informiert wurde über diese Preiserhöhung von happigen 20 Prozent, wendet sich die Frau an den NZZ-Kundendienst.

Kundendienst lässt sie ins Leere laufen

Doch die NZZ-Kundin wird enttäuscht: «Man ging gar nicht auf mein Anliegen ein.» Man habe ihr einfach erklärt, dass man höhere Kosten habe und deshalb den Abopreis anheben musste. Und sie ergänzt gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso»: «Das ist stillos.» Sie hätte beim Kundendienst ausrichten lassen, sie erwarte nun die Kontaktaufnahme einer verantwortlichen Person. Als sich daraufhin niemand meldet, schickt die Frau noch eine Mail. Aber auch darauf erhält sie keine Antwort.

NZZ-CEO entschuldigt sich

Als sich «Espresso» in die Angelegenheit einschaltet, kommt Bewegung in die Sache. Und zwar auf höchster Ebene. Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe nimmt sich der Sache an. Die mehreren tausend Abonnentinnen und Abonnenten des Digital-Abos (Monatsabo) seien per Mail rechtzeitig während der Kündigungsfrist informiert worden, erklärt Graf. «Bei 100 Kunden hat dies aber nicht funktioniert, aus technischen Gründen. Und dafür entschuldige ich mich.»

Schliesslich sei im konkreten Fall auch die Betreuung durch den Kundendienst nicht optimal gelaufen. Sämtliche Kunden seien aber unterdessen informiert worden über die Preisanpassung. Als Wiedergutmachung für das Ehepaar aus der «Espresso»-Hörerschaft bietet er ein digitales Jahres-Abo an, kostenlos.

Viele Abo-Kündigungen und Einbruch bei den Werbeeinnahmen

Die Anpassung bei den digitalen Monats-Abos sei aus mehreren Gründen erfolgt, erklärt der NZZ-CEO. Einerseits kämpfe auch die NZZ mit einem massiven Einbruch der Werbegelder im letzten Jahr. Dazu sei der Kundendienst im Dezember von Abo-Kündigungen überrollt worden wegen der Pandemie: «Wie Sie sich vorstellen können, haben Gastrobetriebe reihenweise ihre Abos gekündigt, weil sie insolvent sind.»

Espresso, 15.01.2021, 08:13 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Ben Utzer  (smi)
    Das NZZ Digital Abo kostet im Ausland bloss 14.90 € pro Monat bzw. 100 € pro Jahr. Einfach abo.nzz.ch aus dem Ausland oder mit einem VPN aufrufen, sonst zeigt es einem die schweizer Preise. Zum Abo abschliessen braucht man eine ausländische Kreditkarte, danach kann man das Angebot ganz normal aus der Schweiz nutzen.
  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Das Loblied auf alles Digitale hat seinen Preis. Ein Klick und bezahlt, ja so einfach funktioniert "Geld weg" heute und viele sind sogar noch glücklich damit.
    Früher gabs den "Druckfehler" heute "ein technisches Problem". Beim Druckfehler konnte man meist selber etwas ändern. Beim techn. Problem muss dieses erst bemerkt und bemängelt werden bis sich dann jemand zuständig fühlt dazu. Leider kann man immer weniger selber entscheiden welchen Weg man gehen kann.
  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    Lektion Nr 1 Betriebswirtschaft: Angebot und Nachfrage bestimmt den Preis. Sinkende Nachfrage = steigende Preise??? Das nennt sich dann Reduktionsmarketing! Die NZZ muss da wohl noch mal über die Bücher, sonst gibts noch mehr Kündigungen.