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Haben die Kantone die Lage im Griff, Herr Engelberger?
Aus Samstagsrundschau vom 08.08.2020.
abspielen. Laufzeit 29:27 Minuten.
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Oberster Gesundheitsdirektor «Wir hätten eine langsamere Öffnung begrüsst»

Lukas Engelberger wäre eine behutsamere Lockerung der Corona-Massnahmen durch den Bund lieber gewesen. Das sagt er im Interview mit SRF.

Seit fast zwei Monaten sind in der Schweiz die Kantone wieder federführend im Kampf gegen das Coronavirus. Gefordert ist deshalb auch Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK). In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF gab sich Engelberger zuversichtlich, dass die Kantone die Situation unter Kontrolle halten können, obwohl die Corona-Fallzahlen wieder steigen.

Engelberger sagte, dass es den Kantonen lieber gewesen wäre, der Bund hätte mit den Öffnungsschritten nach dem Lockdown nicht ganz so schnell vorwärts gemacht: «Wir hätten eine langsamere Öffnung begrüsst». Aber er verstehe, dass ein Grossteil der Bevölkerung das Bedürfnis gehabt habe, schnell wieder zu einer relativen Normalität zurückzukehren.

Wichtig sei nun, dass die Menschen in der Schweiz auch weiterhin diszipliniert seien. «Wir haben nicht ansatzweise einen solchen Anstieg der Fälle wie im Frühjahr. Besorgniserregend ist aber die Tendenz, die in den letzten paar Wochen kontinuierlich nach oben zeigt.»

«Weitergehende Massnahmen denkbar»

Doch die Kantone seien für diese Situation gerüstet. Die Situation sei dynamisch, da müsse man flexibel reagieren können. «Das Konzept der Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren ist es, lokal zu handeln: mit Begrenzungen von Besucherinnenzahlen bei Veranstaltungen und in Lokalen oder Maskenpflicht. «Wenn es ganz schlimm wird, wird man in einzelnen Kantonen oder in Teilgebieten von einzelnen Kantonen auch wieder weitergehende Massnahmen ergreifen müssen – das ist durchaus denkbar.»

GDK will bei Passagierdaten auf Bund warten

Weil der Bund zu lange brauche, um Daten über Rückkehrende, die per Flugzeug aus Risikoländern in die Schweiz zurückkehren, den Kantonen zu übermitteln, nahm der Kanton Zürich selbst das Heft in die Hand. Seit Dienstag holt sich der Kanton die Passagierdaten direkt bei den Airlines – unmittelbar nach der Landung und noch vor dem Bund. Zürich gibt die Daten auf Wunsch auch an andere Kantone weiter.

«Das kommentiere ich nicht», sagte Engelberger auf die Frage, ob er das Vorgehen des Kantons Zürich unterstütze. Man werde sehen, inwieweit der Bund dieses Vorgehen akzeptiere. Er wolle dem Bundesamt für Gesundheit eine Chance geben, die Passagierdaten in Zukunft wie angekündigt schneller an die Kantone weiterzuleiten, so Engelberger.

Samstagsrundschau, 8.8.2020, 11:30 Uhr;

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33 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Hassler  (Matthias78)
    Frau Werle, der Bevölkerung wurden Apokalyptische Zustände vorausgesagt. Nach all den Öffnungen, die wir zum großen Glück erleben durften, müsste die Sterberate in der Schweiz jetzt eigentlich sehr hoch sein. Ich nehme davon aber nichts war. Vielleicht liegt das daran, dass sie und ich eine verschiedene Wahrnehmung haben.
    1. Antwort von Eva Werle  (Wishbone Ash)
      Von "apokalyptische Zuständen" sprechen Sie, nicht die Berichterstattung. Ich weiss, viele vermissen "apokalyptische Zuständen" und fordern deshalb mehr Tote durch Durchseuchung. Aber es gibt auch Menschen, die erkennen können, dass umsichtiges Handeln uns damals wie heute immer noch davor bewahrt, Menschen an Covid19 sterben zu sehen, und dies bevorzugen.
  • Kommentar von Bruno Schelker  (4435Lord)
    Herr Engelberger, ich bin Ihrer Meinung.
    Jetzt wenn die Weisungen verschärft werden zum Beispiel Kontrollen gibt es dicke Luft.
    Wenn das Geld ruft, öffnen sich Tür und Tor. Zu Ungunsten zum Beispiel der "Alten".
  • Kommentar von Eva Werle  (Wishbone Ash)
    Ja, bedauerlich, dass man sich nicht an den ursprünglichen Plan hielt, die Auswirkungen jedes Öffnungsschrittes abzuwarten. Dann wüssten wir jetzt, welche Öffnungen problemlos waren und welche nicht. Jetzt muss das Contact Tracing bis zum Anschlag die Folgen versuchen einzufangen. Das hätten wir bei dem anfänglich guten Erfolg besser machen können. Und mehr Informationen zu Fragen, die die Menschen beschäftigen, wäre gut gewesen, damit nicht Fantastereien in die Lücke springen.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      erst zu langsam, dann zu schnell : das gesunde Mittelmass fehlt, weil anscheinenden der eine hüh und der andere hott sagt. Auch die langsame
      Weitergabe der Passagierlisten. Ich will das nich kommentieren.Besser so !
      Auch Schweigen sagt mehr als Worte. Jetzt will Zürich sogar die Daten selbst weitergeben, wenn verlangt. Auf diese Antwort vom Bund bin ich gespannt.