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Die schulischen Bezugspersonen merken es, wenn ein Kind zuhause Gewalt erfährt
Aus HeuteMorgen vom 07.05.2020.
abspielen. Laufzeit 02:37 Minuten.
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Öffnung der Schulen «Wir befürchten, dass es zu Gewalt gegen Kinder kam»

Keine Schule heisst auch, keine externen Betreuungspersonen: Wie geht es den Kindern nach dem Shutdown?

Für manche Kinder waren es lange acht Wochen zu Hause, denn sie leben in einem Umfeld von Gewalt. Das kann Gewalt in unterschiedlichsten Formen sein: körperliche Gewalt, psychische Gewalt, sexuelle Übergriffe oder Vernachlässigung.

Die Folgen des Shutdowns könnten verheerend sein. «Genaue Zahlen gibt es noch keine», sagt die Leiterin der Geschäftsstelle Kinderschutz Schweiz, Regula Bernhard Hug: «Die Familien waren unter sich. Wenn Kinderschutzorganisationen mit ihnen Kontakt hatten, haben sie telefoniert, und da weiss man nicht genau, was wirklich passiert.»

Jedes zweite Kind erlebt Gewalt zu Hause

Eine Studie, die Kinderschutz Schweiz vor drei Jahren in Auftrag gegeben hat, kommt zum Schluss, dass jedes zweite Kind zu Hause schon Gewalt in irgendeiner Form erlebt hat. Die Schule spiele eine wichtige Rolle. Bernhard Hug sagt: «Die Schule ist auch ein Ort der Verschnaufpause. Es ist ein Ort, wo stilles Leiden der Kinder gehört wird, sei es von Lehrkräften oder vom Tagesschulpersonal.»

In der Zeit der Schulschliessungen fehlten diese Bezugspersonen aber, um mögliche Gewalt zu melden. In der Waadt schlägt Jacques Cornu deshalb Alarm. Er ist Co-Leiter der Stiftung La Rambarde, die sieben Heime betreibt, wo Kinder und Jugendliche platziert werden können.

Normalerweise hätten sie eine Warteliste, sagt er, nun stünden die halben Heime leer und die Nachfrage nach dringenden Aufnahmen sei gering. Er befürchtet, dass sich dies ändern werde, sobald die Schulen am Montag wieder aufgehen und wieder genauer hingeschaut werden könne.

Es braucht Zeit, bis die Kinder darüber sprechen

So schnell werde es nicht gehen, sagt Bernhard Hug von der Geschäftsstelle Kinderschutz Schweiz. «Die Kinder brauchen ihre Zeit, bis sie darüber sprechen, was in dieser Zeit passiert ist. Aber wir befürchten, dass in gewissen Familien wirklich Gewalt erlebt wurde.»

Mögliche Hinweise darauf sind vermehrte Telefonanrufe während des Shutdowns bei Pro Juventute oder kantonalen Hotlines.

Ein wichtiger Schritt ist der Schulbeginn am Montag. Er trägt dazu bei, dass eine vermutete Dunkelziffer von Gewalttaten gegen Kinder ans Tageslicht kommt.

Video
Unsicherheiten bei Unterricht mit Schutzkonzept
Aus Tagesschau vom 30.04.2020.
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SRF 4 News; 06.05.2020; 06.35 Uhr

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    All die Mutmassungen und versuchten statistischen Quantifizieren werden eins nicht öffentlich hervorbringen, obwohl Zahlen dahingehend sicher so auswertbar wären: wie gross ist die "zugewanderte" Gewalt an Kindern, im vergleich zu der "Eingeborenen". Tabu-Thema in unserer supranational-progressiven Politik.
  • Kommentar von Wolfgang Nivard Wolfsgruber  (Nivi)
    Jedes zweite Kind erlebt Gewalt zu Hause?
    Die Schule ein Ort der Verschnaufpause?
    Ist das nicht ein bisschen schwarz-weiss Malerei und warum werden da schon wieder die Eltern unter Generalverdacht gestellt?
    Warum kennen wir Kinder, die wegen der Schule Suizid begangen haben?
    Warum schwänzen Schüler wegen Prüfungsängsten die Schule?
    Ist Mobbing an Schulen nicht ist ein Faktum?
    Neigen Kinder unter einander nicht auch mal schnell zu Gewalt und findet dies dann eben auch in Schulen statt?
  • Kommentar von - Cao  (Cao)
    "jedes zweite Kind zu Hause schon Gewalt in irgendeiner Form erlebt hat"
    In der Studie ist dies nicht so zu entnehmen. Sondern folgendes Zitat:" Pro Jahr gelangen etwa 2–3,3 % aller in der Schweiz lebenden Kinder wegen Kindeswohl- gefährdung an eine darauf spezialisierte Organisation."
    Von jedem zweiten Kind kann also nicht die Rede sein. Vielmehr macht die Aussage einen reisserischen Eindruck.