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Die Familie ist froh über die positive Wendung
Aus Espresso vom 20.08.2019.
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ÖV-Busse für 5-Jährige Mutter: «Bin froh, dass diese stupide Bestimmung überdacht wird»

Die ÖV-Branche will bei den Schwarzfahrer-Zuschlägen über die Bücher. Die Mutter der gebüssten 5-Jährigen begrüsst das.

«Absurd», «unfassbar», «eine Frechheit» - schweizweit war man sich nach dem Beitrag im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» vom letzten Donnerstag einig: Dass die Schaffhauser Verkehrsbetriebe einem 5-jährigen Mädchen eine 100-Franken-Busse wegen Schwarzfahrens aufgebrummt haben, entbehre jeglichen gesunden Menschenverstands.

Der Proteststurm hat unterdessen gewirkt: Die Busse wird annulliert, das Mädchen kassiert auch keinen Eintrag im nationalen Schwarzfahrer-Register und die umstrittene Regelung wird überdacht. Dies vermeldet die «NZZ am Sonntag».

«Das Ganze ging an der Fünfjährigen ziemlich vorbei»

Die Mutter der 5-Jährigen sagt gegenüber «Espresso», sie sei in erster Linie froh, dass diese «stupide Bestimmung» jetzt zumindest überdacht werde. Deswegen sei sie mit der Geschichte auch an die Öffentlichkeit gegangen und nicht, weil es ihr ums Geld gegangen sei.

Und die Töchter? Die 10-Jährige sei froh über die positive Wendung. Mit der Kleinen habe man das gar nicht gross thematisiert: «Sie ist Fünf. Das Ganze ging ziemlich an ihr vorbei.»

«Nicht vorsätzlich»

Bei der Branchenorganisation CH-direct, welche für die ÖV-Tarife in der Schweiz und letztlich auch für die umstrittene Schwarzfahrer-Bestimmung verantwortlich ist, heisst es: Man sei gemeinsam mit den Schaffhauser Verkehrsbetrieben zum Schluss gekommen, dass das Mädchen in diesem Fall wohl nicht vorsätzlich schwarz gefahren sei. Deshalb habe man die Busse annulliert.

Gleichzeitig stellt sich Thomas Ammann, Mediensprecher von CH-direct, hinter die verantwortlichen Kontrolleure: «Sie haben gemäss den geltenden Richtlinien gehandelt.»

Und gemäss diesen brauchen auch Kinder unter sechs Jahren einen Fahrausweis, wenn – und das ist der entscheidende Punkt – ihre Begleitperson jünger ist als zwölf. Im Schaffhauser Fall hat die zehnjährige Schwester die Fünfjährige begleitet.

Änderungen nicht vor Juni 2020

CH-direct will nun aber über die Bücher. In welche Richtung, ist noch völlig offen. «Ziel ist eine möglichst einfache und einheitliche Regelung», verspricht Ammann nebulös. Konkretes sei nicht vor Juni 2020 zu erwarten.

Die Schaffhauser Verkehrsbetriebe (VBSH) und wohl auch viele andere Bus- und Bahnunternehmen in der Schweiz wollen aber lieber heute als morgen klare Handlungsanweisungen. Die Kontrolleure würden gerne wissen, wie sie nun vorgehen sollen, sagt der Mediensprecher der VBSH. Also ob sie weiterhin konsequent gemäss Vorschriften handeln und kleinen Kindern Bussen verteilen sollen, oder ob man den Kontrolleuren in solchen Fällen nicht mehr Ermessensspielraum zugesteht.

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41 Kommentare

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  • Kommentar von Lorie Lorie  (never_enough ◟̽◞̽)
    Bei der TPF geht es auch anders. Unser (mittlerweile 5 jähriger) Sohn fährt seit einem Jahr mit den ÖV in Begleitung seiner älteren Geschwister (der Älteste ist 9 Jahre alt). Er wird nie kontrolliert (die Kontrolleure sagen, er sei zu jung, müsse nicht bezahlen). Als ich die Abonnemente der älteren Kinder gelöst habe, wurde mir am Schalter gesagt, die älteren Geschwister (damals 7 und 6) gälten als Begleitpersonen und die Jüngeren müssten bis zum ihrem 6. Geburtstag nichts bezahlen.
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  • Kommentar von Theresia Weber  (Resi)
    Ich gratuliere den Eltern der beiden Mädchen, dass sie ihren Kindern den Weg zeigten u. sie alleine unterwegs liessen damit sie lernen.Heute werden Kinder zu sehr beschützt. Mutter liess Rotkäppchen alleine durch den Wald mit Ratschlag "Weiche nicht vom Weg ab".Die beiden Mädchen sind im Bus dem personifizierten Wolf (Kontroleur) begegnet, den es im alltäglichen Leben überall gibt.Durch übermässigen Schutz lernen die Kinder nicht u. Erwachsene wissen nicht mehr wie mit Kind, Jugendl.umgehen.
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Es stellt sich viel mehr die Frage, ob 10- und 5-jährige alleine mit dem ÖV unterwegs sein müssen.
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    1. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      'Müssen' nicht, aber sollten können dürfen... Bin überzeugt, die beiden sind mit 20 selbständiger als viele ihrer gleichaltrigen Gschpänli... ;-) Bei weitem inteliigenter, als sie jeden Tag mit dem SUV vor dem Schulhaus absetzen und abholen. Wer Gefahren nicht kennenlernt, wird sie auch nie meistern. Wir jammern ja ständig über eine verweichlichte Gesellschaft...