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Prüfungsfrei zur Matura dankt Notrecht
Aus 10 vor 10 vom 22.04.2020.
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Offene Prüfungsfrage Matur in Corona-Zeiten

  • Sollen während der Corona-Krise Matura-Prüfungen stattfinden? Die kantonalen Erziehungsdirektoren sind sich in dieser Frage nicht einig.
  • Gymnasiastinnen und Kanti-Schüler könnten somit dieses Jahr ohne Prüfung zu ihrem Abschluss kommen.
  • Jetzt soll der Bundesrat entscheiden.

Die Ungewissheit ist für die Maturandinnen und Maturanden nicht einfach. Im Moment wissen sie nicht mit Sicherheit, ob die Maturaprüfungen stattfinden werden oder nicht. Was tun? Den ganzen Tag büffeln? Oder in der Hängematte liegen?

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) konnte sich nicht einigen. Klar ist, dass der Präsenzunterricht bis zum 8. Juni nicht möglich ist. In den meisten Kantonen jedoch beginnen die mündlichen und schriftlichen Prüfungen schon vorher.

Ziemlich sicher keine mündliche Prüfung

Die EDK schlägt dem Bundesrat vor, dass auf die mündlichen Prüfungen verzichtet werden soll, dass es den Kantonen aber auch erlaubt sein soll, auf die schriftlichen Prüfungen zu verzichten. Dem Bundesrat wird beantragt, dies im Rahmen des Notrechts zu regeln.

Beim Verzicht auf die Prüfungen soll für die Matura-Noten auf die Erfahrungsnoten abgestützt werden. Das Argument: Wer es bis zur Matur geschafft hat, fällt kaum je durch. Nur etwa ein bis zwei Prozent der Schülerinnen und Schüler fallen durch.

Strengere Ostschweiz

Manche Kantone möchten jedoch Prüfungen durchführen. Das sind vor allem die Ostschweizer Kantone und die kleinen Kantone, die von der Corona-Pandemie weniger betroffen sind und auch weniger Maturandinnen und Maturanden haben.

Zum Beispiel der Kanton Thurgau. Rund 560 Maturandinnen und Maturanden hat der Kanton dieses Jahr. Die Vorsteherin des Erziehungsdepartementes, SVP-Regierungsrätin Monika Knill, erklärt, in ihrem Kanton sei es möglich, die Hygienevorschriften auch bei den Prüfungen einzuhalten.

«Schlussbouquet gehört dazu»

Sie sieht in den Matura-Prüfungen aber auch einen emotionalen Wert: «In so einem Prozess, den die Jungen durchlaufen, steht am Schluss die persönliche Reife, da gibt es ganz unterschiedliche Formen, diese zu bewerten. Ein Element ist am Schluss auch diese Krönung, dieses Schlussbouquet, und das möchten wir den jungen Menschen nicht vorenthalten, das gehört irgendwie dazu.»

Zuspruch erhält Monika Knill von sehr vielen Eltern, sowie den Lehrerinnen und Lehrern. Sie findet aber auch, dass der Bundesrat es den Kantonen erlauben sollte, darauf zu verzichten.

Zürich fordert föderalistische Lösung

Das möchte zum Beispiel der Kanton Zürich. Mit rund 3000 Maturandinnen und Maturanden wäre es logistisch schwieriger, die Prüfungen in Corona-Zeiten sicher durchzuführen. Ausserdem argumentiert Erziehungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) damit, dass die Prüfungsnoten im Maturazeugnis insgesamt nur ein Fünftel zu den Noten beitragen. Man habe zudem in den Mittelschulen eine strenge Auswahl, beim Eintritt, bei jedem Semester, sodass kaum jemand bei den Maturaprüfungen durchfalle.

Als EDK-Präsidentin ist sie jedoch der Meinung, dass der Bundesrat es den Kantonen erlauben sollte, diese Frage selber zu entscheiden.

Für die Maturandinnen und Maturanden hat die Ungewissheit bald ein Ende. Noch diese Woche soll der Bundesrat entscheiden, ob ein Verzicht auf die schriftlichen Prüfungen möglich ist. Und dann heisst es für sie je nach Kanton: Vollgas geben – oder schon jetzt entspannt den Sommerferien entgegenschauen.

10vor10, 22.4.20, 21:50

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Simon Mathys  (Simon Mathys)
    Man kann darüber streiten, ob es sinnvoll ist, die Prüfungen durchzuführen. Ich denke generell, dass Erfahrungsnoten durchaus ein guter Ersatz sein können. Bei Härtefällen müsste man evtl. Sonderregelungen schaffen. Ich denke da an Gymnasiasten, die aufgrund der Erfahrungsnoten das Zeugnis knapp nicht kriegen würden. Wichtig finde ich aber auch, dass es in der Schweiz eine einheitliche Lösung gibt. Sosehr ich das föderalistische Schulsystem befürworte, hier geht die Chancengleichheit vor.
  • Kommentar von Stefan Pfeffer  (bucs)
    Von wo haben Sie die Information, dass ein bundesrätlicher Entscheid noch diese Woche erfolge?
    In einer Mitteilung des Kanton Zürich stand, in den nächsten Tagen sei nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.
    1. Antwort von Marco Arnold  (x)
      Könnten Sie die erwähnte Mitteilung verlinken?
      Mich würde auch interessieren, wann ein Entscheid fallen wird. In Basel wären die ersten Prüfungen bereits in 13 Tagen und je nach Entscheid des Bundes müsste sich der Kanton anschliessend ebenfalls noch entscheiden.
      Das ganze ist einfach frustrierend. Bei mir an der Schule wurde zB. auf Grund der Unsicherheiten noch nicht einmal der Prüfungsplan veröffentlicht. Es ist einfach alles sehr kurzfristig und wirkt als ob man das Thema hinten anstellt.
  • Kommentar von Marvin Gonzalez Marotta  (Marv G.)
    Meiner Meinung sollte hier klar eine einheitliche und nationale Lösung gefunden werden für alle Bildungsstufen des gleichen Typs! Wir sind von den Massnahmen alle gleichermassen betroffen und dementsprechend wurden die Lockerungen (Ausnahme Tessin) national entschieden. Beispiel FR: Uni FR schliesst und macht keinen Präsenzunterricht mehr. Alles aus der Ferne auch die Prüfungen. Die HSW FR hingegen überlegt sich immer noch ob der Präsenzunterricht stattfinden soll oder nicht. Ist doch absurd...
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Marvin Gonzalez Marotta: Es geht hier nicht um den Unterricht. Den haben alle Hochschulen für den Rest des Semesters auf Fernunterricht umgestellt. Es geht am Abschlussdiplome und die Frage ob ein solches Diplom, das lediglich aus den Erfahrungsnoten besteht, einem Diplom für das man ein grosse Abschlussprüfung schreiben musste gleichwertig ist. Man kann es schon per Notverordnung für gleichwertig erklären. Aber jeder der so etwas schon hinter sich gebracht hat, weiss dass dies nicht stimmt.
    2. Antwort von Marvin Gonzalez Marotta  (Marv G.)
      @Thomas Leu: Bald können wir einen eigenen Chat eröffnen. Korrekt, da gebe ich Ihnen recht. Doch diese Notverordnung wurde meines Erachtens das letzte Mal im 2. Weltkrieg gemacht. Diese Auswirkungen sind somit bekannt und können dieses Mal besser gehandhabt werden. Ein Mass besteht. Zudem hat sich seither vieles weiterentwickelt und der Vergleich kann gar nicht wirklich gemacht werden. Widersprechen tu ich Ihnen Punkto Fernunterricht. Dies stimmt nämlich nicht wie mein HSW-Beispiel zeigt.