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Sollen Elterngespräche nicht in der Schule stattfinden?
Aus Espresso vom 25.01.2021.
abspielen. Laufzeit 05:43 Minuten.
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Online oder in der Schule? Elterngespräche sorgen für Diskussionen

Eine Lehrerin möchte, dass die Schule Elterngespräche wenn möglich online durchführt. Doch die Schulleitung blockt ab.

Wenn immer möglich sollen die Gespräche vor Ort in der Schule stattfinden, unter Berücksichtigung der Schutzmassnahmen - dies die Devise einer Primarschule im Kanton Bern. Eine Lehrerin findet, das sei nicht der richtige Ansatz. Online-Gespräche sollten die Regel sein, jene im Klassenzimmer in Zeiten der Pandemie hingegen die Ausnahme.

Sie stösst mit ihrem Anliegen bei der Schulleitung auf taube Ohren. Sie selbst darf zwar ihre Gespräche von zu Hause aus am Computer durchführen. Die Schule ändert aber nichts an ihrer Haltung.

«Ansteckungsrisiko gleich null»

Dies widerspricht aber der Empfehlung des Kantons Bern, wonach Elterngespräche «wenn immer möglich über Online-Plattformen und/oder telefonisch» abgehalten werden sollen. «So ist das Risiko einer Ansteckung gleich null», sagt Erwin Sommer, Vorsteher des Amtes für Kindergarten, Volksschule und Beratung gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Spielraum für individuelle Lösungen

Man habe aber bewusst nur eine Empfehlung gemacht, um den Schulen einen gewissen Spielraum zu lassen für individuelle Lösungen, die allen Beteiligten – vor allem auch den Kindern – am besten gerecht werden. Und wenn Eltern, aber auch Lehrpersonen, den Wunsch äussern, dass sie die Gespräche lieber online abhalten würden, dann müsse die betreffende Schulleitung dies ernst nehmen, so Sommer. Andere Kantone, Gemeinden und Schulen handhaben das ähnlich.

In gewissen Situationen sei aber auch ein Gespräch in der Schule sinnvoller, sagt Franziska Peterhans, Zentralsekretärin beim Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer. Zum Beispiel bei wichtigen Übertrittgesprächen oder wenn es ein gravierendes Problem zu besprechen gebe. Andere Termine wiederum liessen sich auch gut verschieben, wie etwa die Lernberichts-Gespräche auf Kindergartenstufe.

Die Pandemie ist ja kein kantonales oder lokales Problem. Deshalb würden wir uns eine bessere Absprache unter den Kantonen dringend wünschen.
Autor: Franziska PeterhansLehrerinnen- und Lehrerverband

Lehrer fordern national einheitliche Massnahmen

Grundsätzlich sollten unterdessen eigentlich in allen Schulen die Schutzmassnahmen so gut greifen, dass ein sicheres Elterngespräch im Klassenzimmer möglich sein sollte, wenn dies angezeigt ist. Denn in manchen Kantonen wurden die Massnahmen in diesen Tagen verschärft. So gilt etwa seit neustem im Kanton Zürich ab der 4. Klasse eine Maskenpflicht. Damit will man letzten Endes auch Schulschliessungen verhindern.

Jeder Kanton setzt die Limite aber wieder etwas anders an, die Situation kann sich täglich ändern. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband ist nicht glücklich über diesen Schutzmassnahmen-Flickenteppich an den Schulen: «Die Pandemie ist ja kein kantonales oder lokales Problem. Deshalb würden wir uns eine bessere Absprache unter den Kantonen dringend wünschen», sagt Franziska Peterhans.

Regeln für die Schule seien Sache der Kantone, entgegnet der Berner Volksschuldirektor Erwin Sommer. Und die Fallzahlen seien von Kanton zu Kanton verschieden. Eine «radikale Massnahme von Genf bis Graubünden» mache deshalb keinen Sinn. Der jetzige Weg sei der bessere.

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Espresso, 25.01.2021, 08:13 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Pellaton  (ThePelikan)
    Ich habe im Vorfeld der Gespräche "meine" Eltern angeben lassen, ob sie die Gespräche lieber physisch präsent oder per Videochat durchgeführt haben möchten. Resultat: Zwei Drittel meiner Gespräche finden per Zoom statt, der Rest im Klassenzimmer. Unsere SL hat zuerst die dafür technischen Voraussetzungen geschaffen und anschl. die Lehrpersonen dazu ermutigt, die dafür nötigen Schritte zu unternehmen. Besser kann man das mMn nicht lösen.
  • Kommentar von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Schulleitungen Ewiggestrige sind. Man ist gegen alles und jeden, der Vorschläge macht, um Prozesse zu vereinfachen. Oft nur aus dem Grund "weil es ja schon immer so war". Das Schulsystem sowie die Schulleitungen sind ein absolutes Armutszeugnis im 21. Jahrhundert. Die Volksschulen hinken Jahrzehnte hinterher!
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jonathan Wolff: Vor Jahrzehnten gab es weder Corona, noch Fernunterricht und schon gar keine individuellen Elterngespräche. Im besten Falle gab es einen Elternabend an dem der Lehrer vor den Eltern die Notenliste der Klasse präsentierte. Bei Fragen konnte man sich im Anschluss des Abends verstohlen an den Lehrer wenden. Davon sind wir inzwischen weit entfernt. Es ist auch klar, dass die Schule nicht auf jeden Wunsch von Eltern eingehen kann. Für solchen Individualismus gibt es Privatschulen.
    2. Antwort von Jonathan Wolff  (Nathanloup)
      Es geht doch weder um Corona, noch um Elternwünsche (bin kinderlos). Ich kenne einige Lehrpersonen und bin erstaunt, was ich jeweils auf Vorschläge zu hören bekomme (vor allem IT-relevante Themen): Die Schulleitung möchte/akzeptiert das so nicht... Kommt dazu, dass sich Eltern dermassen ins Schulsystem einmischen, dass die Lehrer die Elterngespräche so gestalten müssen, dass es zeitlich den Eltern passt.
    3. Antwort von christoph scheidegger  (chsc)
      Als erfahrener Lehrer und Schulleiter möchte ich Ihnen sagen, dass genau solche undifferenzierte und pauschalisierende Haltungen wie die Ihrige unsere Arbeit enorm schwierig machen.... da frage ich mich immer sofort, wieso Leute wie Sie Ihre „Überlegenheit“ nicht zum Wohle der Schule einsetzen anstelle von billigem Bashing... nehmen Sie doch bitte die Herausforderung an und teigen Sie, wie es geht!
  • Kommentar von Ruben Andrist  (rsa)
    Derweil gibt es Schulen, die eine Zoom-Weiterbildung für alle Lehrpersonen vor Ort durchführen...