Zum Inhalt springen

Header

Video
Silvia Steiner zur Maskenpflicht in der Schule
Aus Schweiz aktuell vom 21.01.2021.
abspielen
Inhalt

Maskenpflicht in Primarschule «Kinder sind mit den Masken ziemlich diszipliniert»

Im Kanton Zürich müssen Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse künftig Schutzmasken tragen. An den Mittelschulen soll die Zahl der anwesenden Schüler um die Hälfte reduziert werden. Silvia Steiner, Erziehungsdirektorin und Präsidentin der Erziehungsdirektorenkonferenz, nimmt Stellung.

Silvia Steiner

Silvia Steiner

Zürcher Regierungsrätin

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die Juristin ist seit 2015 als Bildungsdirektorin in der Zürcher Regierung. Seit 2017 präsidiert Steiner zudem die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK. Im Moment ist Steiner ausserdem Zürcher Regierungspräsidentin.

SRF News: Warum weiten Sie die Maskenpflicht auf die 4. Primarstufe aus?

Silvia Steiner: Das mutierte Virus zwingt uns, die Lage neu zu beurteilen. Laut Wissenschaftlern ist es einfacher übertragbar. Wir wissen noch nicht, ob dies auch bei Kindern der Fall ist. Im Kanton Zürich haben sich einige Kinder mit dem mutierten Virus infiziert. Diese Fälle hatten weitreichende Quarantäne-Massnahmen zur Folge. Zum Teil mussten ganze Schulen geschlossen werden. Dies versuchen wir, mit dieser Massnahme abzufedern.

Haben sich wegen der mutierten Virusvariante in letzter Zeit häufiger Kinder infiziert?

Bisher sind es nur vereinzelte Ansteckungen. Momentan gehen die täglichen Infektionszahlen ja schweizweit zurück. Der Bundesrat geht aber davon aus, dass das mutierte Virus zu einem starken Anstieg führen könnte und hat deshalb frühzeitig reagiert. Das machen wir jetzt auch.

Können Kinder die Masken überhaupt richtig verwenden?

Wir sprechen von mindestens 9- bis 12-Jährigen. Bei lokalen Ausbrüchen haben wir in einzelnen Schulen die Maskenpflicht schon ausgedehnt und damit recht gute Erfahrungen gemacht. Die Kinder sind in dieser Hinsicht ziemlich diszipliniert und die Lehrpersonen pädagogisch begabt. Sie können den Kindern beibringen, wie sie die Maske tragen müssen.

Wir wollen eine erneute komplette Schulschliessung verhindern. Kinder und Jugendliche sollen ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können.

Im Moment macht es den Anschein, dass die Kantone sich gegenseitig unterbieten. Der Kanton Baselland hat die Maskenpflicht ab der 5. Primarschulstufe eingeführt, in Schaffhausen müssen zum Teil sogar im Kindergarten Masken getragen werden. Bräuchte es eine schweizweite Lösung?

Eine schweizweite Lösung wäre natürlich schön. Aber die Infektionslage und die organisatorischen Voraussetzungen sind in allen Kantonen unterschiedlich. Deshalb muss es Raum für kantonale Lösungen geben. In einem Punkt ist sich die Erziehungsdirektorenkonferenz aber einig: Wir wollen eine erneute komplette Schulschliessung verhindern. Kinder und Jugendliche sollen ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können.

Sie wollen in der Mittelschule auch die Anzahl Schülerinnen und Schüler reduzieren. Wie muss man sich das vorstellen?

Die Massnahme betrifft rund 20 Schulen und jede hat etwas andere Voraussetzungen. Meine Rektoren erarbeiten individuelle, pädagogisch gute Konzepte, die in die jeweilige Schulorganisation passen. Wir wollen die Anzahl Schülerinnen, die gleichzeitig im Schulhaus sind, verringern und verhindern, dass es zur Mittagszeit zu Ansammlungen kommt. Kantonsschüler im Kanton Zürich haben sehr lange Anfahrwege. Deshalb müssen sie sich in der Schule verpflegen. Es ist kaum zu vermeiden, dass dabei viele junge Menschen zusammen kommen. Deshalb müssen wir die Personenzahl in den Schulhäusern verringern.

Die Mittelschule wieder auf Fernunterricht umstellen – das wollen Sie aber nicht?

Das wollen wir unbedingt verhindern. Wir haben im Frühling festgestellt, welche schwerwiegenden Auswirkungen der Fernunterricht hatte. Viele leistungsschwächere Schüler haben die Lernziele klar verfehlt. Es haben nicht alle das gleich gute Lernumfeld Zuhause. Mit der jetzigen Lösung können die Schülerinnen in der Schule lernen, wo sie unterstützt werden. Und sie haben weiterhin eine gewisse Anzahl Lektionen im Präsenzunterricht. Dies gibt ihnen eine Struktur ausserhalb der eigenen vier Wände, wo ihnen vielleicht manchmal die Decke auf den Kopf fällt.

Das Gespräch führte Catherine Thommen.

Schweiz aktuell, 21.01.21, 19 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

143 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Tobias Haas  (ToHa)
    absolut unbegründet und unverhältnismässig. Ich glaube das Ziel ist, den Kindern die Schule so umbequem wie möglich zu machen, dass die Eltern und Kinder irgendwann froh sind wenn die Schulen in ein paar Wochen geschlossen werden.
  • Kommentar von Corinne Styger  (Corä)
    Ich bin noch immer geschockt und kann beim besten Willen nicht verstehen wie man Kindern sowas antun kann.
    Vor allem nachdem die Fallzahlen ja kontinuierlich sinken.
    Falls meine Tochter sich mit der Maske in der Schule unwohl fühlt, werde ich alles mögliche unternehmen, dass sie wieder normal, wie immer zur Schule gehen kann.
    Sogar im Turnunterricht müssen sie eine Maske tragen.
    Wo bitte führt das alles noch hin.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Frau Styger, die Kinder fühlen sich mit den Masken genau so, wie es ihnen von den Eltern in den Kopf gesetzt wurde. Gehen Sie entspannt mit dem Thema um, befürworten Sie die Maskenpflicht und Sie werden sehen, dass sich Ihre Tochter plötzlich nicht mehr unwohl fühlt.
  • Kommentar von Oliver Stampfli  (Ichwars)
    Solange wie wir erwachsenen nicht auf panik machen... tun kinder das auch nicht... wenn wir mit gutem beispiel vorangehen schadet es den kindern zumindest psychisch nicht. Wenn die erwachsenen sachlich erklären und die maske tragen wie andere alltägliche dinge... ist es für das kind kein besonderer grund besorgt zu sein. Bsp:viele kinder haben nicht vor spinnen angst wenn wir erwachsene uns aber ekeln... lernt das kind.... sich dann auch zu ekeln oder entwickelt sogar angst.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Das kann ich bestätigen. Ich kenne Familien, da tragen 6 jährige die Maske mit Spass und Freude, weil es ihnen die Eltern so vorleben.