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Legende: Video Dagegen ist kein Kraut gewachsen: Pestizide in Privatgärten abspielen. Laufzeit 09:56 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.05.2019.
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Pestizide in Laienhänden Umwelt-Risiko: Tonnenweise Pestizide in Privatgärten

In Privatgärten werden tonnenweise Pestizide angewendet. Viele Mittel sind giftig für Böden und Wasser.

Herbizide, Insektizide, Fungizide: Das Angebot an chemischen Keulen in den Baumärkten und Gartencentern ist riesig. Wie gross die Menge der eingesetzten Pflanzschutzmittel ist, weiss man nicht. Der Bund erhebt diese Zahlen nicht. Fachleute schätzen, dass es 100 bis 200 Tonnen sind. Fünf bis zehn Prozent aller schweizweit verkauften Pestizide.

Für David Huber, Spezialist für Naturgärten bei der Organisation Bioterra, ist der Einsatz von Pestiziden im Heimbereich unnötig: «Diese Mittel sind schädigend für die Umwelt, für die Biodiversität und für die eigene Gesundheit auch. Sie werden meist ohne Fachkenntnisse eingesetzt, sie werden in zu grossen Mengen eingesetzt und häufig auch falsch.»

Herbizid-Verbot für Wege und Plätze unbekannt

Zum Beispiel Herbizide, also Unkrautvertilgungsmittel. Diese sind seit 2001 auf Wegen und Plätzen verboten. Der Grund: Auf diesen Unterlagen werden die Herbizide vom Regen in Gewässer abgeschwemmt. Die Mittel sind deshalb nur auf Humusschichten erlaubt, damit sie eben nicht ausgewaschen werden.

Legende: Video David Huber über die Einsatzbereiche von Herbiziden abspielen. Laufzeit 00:11 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.05.2019.

«Viele Leute wissen das nicht», so Huber. Tatsächlich: Obwohl dieses Verbot seit 18 Jahren gilt, hat fast die Hälfte der Gartenbesitzer davon noch nie etwas gehört. Das zeigt eine Umfrage des Bundesamtes für Umwelt., Link öffnet in einem neuen Fenster Viele Insektizide sind für Bienen giftig. Das erfährt aber nur, wer das Kleingedruckte liest. «Es ist fraglich, ob das alle lesen», so David Huber von Bioterra.

Pestizide sind für Gewässer eine Gefahr

Gelangen Pestizide in hohen Konzentrationen in Gewässer, bedrohen sie Fauna und Flora, sagt Irene Wittmer, Leiterin der VSA-Plattform Wasserqualität.

Legende: Video Irene Wittmer über die Auswirkungen auf die Wasserqualität abspielen. Laufzeit 00:13 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.05.2019.

«Das kann dazu führen, dass Wasserlebewesen wie Bachflohkrebse absterben. Wenn es länger dauert, verändern sich Artengemeinschaften und die Artenvielfalt nimmt ab.»

Die Umweltnaturwissenschafterin, die zu Pestiziden forscht, erläutert das Risiko anhand des frei erhältlichen Pestizids Insect-Stop von Gesal. Es enthält einen Wirkstoff, der zu den toxischsten gehört, die auf dem Markt erhältlich sind: «Wenn von diesem Produkt zehn Milliliter in einen Bach von rund einem Meter Breite gelangen, dann sterben auf ein bis zwei Kilometern die Hälfte aller Bachflohkrebse in diesem Bach.»

Legende: Video Irene Wittmer mit dem Beispiel Insect-Stop von Gesal abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.05.2019.

Der Hersteller schreibt «Kassensturz» dazu, man weise in den Sicherheitshinweisen ausdrücklich darauf hin, dass bei der Anwendung kein Sprühnebel in Oberflächengewässer gelangen dürfe. Und dass weder das Mittel noch der Behälter in Gewässer gelangen dürfen.

Pestizid-Verbot für Laien gefordert

Eine Motion der grünen Nationalrätin Maya Graf, Link öffnet in einem neuen Fenster fordert ein Verkaufsverbot von chemisch-synthetischen Pestiziden an Laien. Der Bundesrat lehnt die Forderung ab. Er hat die zuständigen Bundesämter aber beauftragt, Vorschläge auszuarbeiten für «eine Verschärfung der Zulassungskriterien für nichtberufliche Anwenderinnen und Anwender». Die Vorschläge liegen 2022 vor.

Frankreich ist da weiter: Seit 1. Januar 2019 ist der Verkauf von Pflanzschutzmitteln an Private verboten.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Fakt ist, Forschung und Medizin, wissen längst, wie sehr die vielen verschiedenen chemisch-pharmazeutischen Gifte (Hobbygärtner, Landwirtschaft, Lebensmittel- und andere Industrien)der Gesundheit von: NATUR - TIER - und damit dem MENSCHEN, als letztem Glied in der Nahrungskette schaden! Labor-Tests von Haaren zB, zeigen z.Teil sehr hohe Werte von Giften, was logischerweise dann auch zu Krankheiten führt - KREBS! Wann wird endlich von den Zuständiguen von BAG und Co gehandelt?
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  • Kommentar von Kurt Läderach (Qrt)
    Als Hobbygärtner bin ich gleich hinter meine Mittel gegen Blattläuse. Da bin ich auf "Belrose* von Maag gestossen. Beim Durchlesen der Gebrauchsanleitung stellte ich fest, dass das Mittel sehr giftig für die Umwelt ist.
    https://www.ktipp.ch/document/?no_cache=1&m=Artikel&rid=1103570&attr=zusatz
    Nun bin ich auf einen K-Tipp-Beitrag Nr. 2/16 gestossen unter dem Titel "Unkraut auf den Teller" indem Herr Niklaus Haldi, Fachlehrer vom Oeschberg, dieses "schonende" Belrose besonders empfiehlt !
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  • Kommentar von Eva Werle (Eva Werle)
    nicht nur in privaten haushalten verbieten, sondern generell. wir vergiften uns selbst doch auch über diese pestizidverseuchte landwirtschaft.
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    1. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      ja Frau Werle, wir wissen es nun, die Landwirtschaft ist an allem schuld. Also abschaffen und alles wird gut, gell?
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    2. Antwort von Sabrina Hofer (Artenvielfalt)
      Verbieten in privaten Haushalten, ja.

      In der Landwirtschaft generell keine Pestizide einzusetzen wird nicht funktionieren, aber es wäre schon viel gewonnen, einen nachhaltigeren Ansatz zu verfolgen und generell die Bio-Landwirtschaft zu fördern, die keine künstlichen Mittel einsetzt (Problem bleibt der Einsatz von Kupfer).

      In praktisch keinem anderen Land in Westeuropa werden in der konventionellen Landwirtschaft so hohe Mengen an Pestiziden eingesetzt wie in der Schweiz.
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    3. Antwort von C. Baumgartner (bäumig)
      @Sabrina Hofer: Die aussage, das die schweizer Landwirtschaft am meisten Pestizide einsetzt, stimmt so NICHT! Die Zahlen stamen daher, das flüssige Düngemittel in der Schweiz zu den Spritzmitteln gezählt werden. In Europa (und warscheinlich Weltweit) gelten sie richtigerweise als Dünger! Einflussreiche Kreise, die die Schweizer Landwirtschaft in Misskredit bringen wollen, verhindern eine Richtigstellung.
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