Das hat er sich so wohl nicht ausgemalt: Der Grüne Zürcher Baudirektor Martin Neukom wollte sich für die regierungsrätliche Ahnengalerie porträtieren lassen. So, wie es Zürcher Regierungsrätinnen und -räte in ihrem Präsidialjahr zu tun pflegen. Doch keines der drei von Künstler Hans Witschi angefertigten Porträts gefiel dem Regierungsrat, wie «Blick» zuerst berichtete.
Der Künstler, Hans Witschi, gilt als Maler, der Menschen und Persönlichkeiten stark interpretiert. Wie es im «Blick»-Artikel heisst, wünschte sich Neukom ein «rassiges» Porträt, etwas Eigenständiges sollte es sein. Neukom wählte den Künstler dafür selbst aus. Der Auftrag für das Porträt wurde vom Kanton Zürich mit 20’000 Franken budgetiert, wie auch in früheren Jahren.
Witschi fertigte zunächst zwei Versionen des Porträts an. Beide fielen beim Regierungsrat durch. Er erkannte sich in den Bildern nicht wieder. Per E‑Mail einigten sich die Parteien auf einen dritten Versuch. Doch auch dieses Bild überzeugte nicht. In einer Nachricht an den Künstler schrieb Neukom, er könne sich mit der dritten Version nicht anfreunden. Er fühle sich «entstellt». Eine Wortwahl, die der im Rollstuhl sitzende Künstler als verletzend empfand.
So liessen sich andere Regierungsmitglieder porträtieren
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Bild 1 von 3. Mario Fehr liess sich vor zehn Jahren von Alex Zwalen malen und liess sich vom Künstler zu Malsitzungen überreden. Bildquelle: Ahnengalerie Kanton Zürich.
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Bild 2 von 3. Natalie Rickli liess sich 2024/2025 von der Künstlerin Corinne Güdemann portätieren. Sie fand ihr Porträt eines der schönsten in der Ahnengalerie. Bildquelle: Ahnengalerie Kanton Zürich.
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Bild 3 von 3. Regierungsrätin Silvia Steiner wurde von Karoline Schreiber in einem fotorealistischen Stil porträtiert. Bildquelle: Ahnengalerie Kanton Zürich.
Nun erhält Künstler Hans Witschi eine Entschädigung, auch wenn seine Arbeit nicht in der Ahnengalerie zu sehen sein wird. Die Fachstelle für Kultur bestätigte gegenüber dem «Blick», dass Witschi bezahlt werde. In welcher Höhe, sei derzeit noch offen. Die Details würden geklärt.
Das Präsidialjahr von Martin Neukom endet am 30. April somit wohl ohne Porträt. Ob und wann es noch eines gibt – auch das ist zurzeit unklar.