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Wie sparsam gehen Krankenkassen mit Prämien um?
Aus Tagesschau vom 12.11.2020.
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Prämiengelder Verwaltungskosten der Krankenkassen unterscheiden sich stark

Krankenkassen gehen zunehmend effizient mit Prämiengeldern um. Die Unterschiede zwischen den Kassen bleiben aber gross.

Ein Indikator für die Effizienz einer Krankenkasse ist die Höhe der Verwaltungskosten – wie viel Geld eine Krankenkasse also für Löhne, Immobilien und insbesondere Werbung ausgibt. Die Unterschiede zwischen den Krankenkassen sind bei diesen Verwaltungskosten zum Teil beträchtlich.

Krankenkassenexperte Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst Comparis hat Zahlen der Krankenkassen dazu ausgewertet. Er kommt zum Schluss, dass höhere Verwaltungskosten nicht unbedingt mit höheren Prämien einhergehen. «Die Verwaltungskosten sind nur ein kleiner Teil der Prämien. Im Durchschnitt machen diese etwa 4.5 Prozent aus», so Schneuwly. Deshalb sei es für Versicherer auch nicht besonders ergiebig, bei der Verwaltung zu sparen.

Unterschiede von fast 100 Franken

Die Unterschiede zwischen den Kassen sind trotzdem beträchtlich. Gut schneidet zum Beispiel die Visana ab. Die Verwaltungskosten pro versicherte Person in der Grundversicherung betragen 127 Franken, bei einer Durchschnittsprämie von knapp 3700 Franken pro Jahr. In den hinteren Reihen liegt dagegen etwa die Helsana. Ihre Verwaltungskosten liegen bei 212 Franken, bei einer Durchschnittsprämie von 4100 Franken pro Jahr.

Nicht jeder mit tiefen Verwaltungskosten hat eine schlechte Servicequalität.
Autor: Felix SchneuwlyKrankenkassenexperte

Die Helsana schreibt dazu: «Von einem Prämienfranken fliessen in der Grundversicherung rund 94 Rappen als Leistung an die Kundinnen und Kunden zurück. Die Verwaltungskosten eines Krankenversicherers sind im Vergleich dazu klein. Knapp 6 Rappen werden für den Betrieb der Krankenversicherung benötigt.»

Verwaltungskosten und Servicequalität entkoppelt

Laut Krankenkassenexperte Schneuwly sind hohe Verwaltungskosten weder ein Zeichen für noch ein Zeichen gegen gute Servicequalität einer Krankenkasse. «Man sieht nicht, dass die Kassen mit guter Servicequalität generell höhere Verwaltungskosten haben», gibt er zu bedenken. «Das Gleiche gilt für die Effizienz: Nicht jeder mit tiefen Verwaltungskosten hat eine schlechte Servicequalität.»

Eine Erkenntnis jedenfalls stimmt positiv: Die Verwaltungskosten der Kassen sind im Verhältnis zu den Prämien in den letzten Jahren um fast die Hälfte gesunken. Die Unterschiede zwischen den Kassen bleiben jedoch bestehen.

Tagesschau, 12.11.2020, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Assura hat sehr tiefe Prämien. Dafür muss man die Rechnungen erst selbst bezahlen und dann die Belege mit einem Formular für die Rückerstattung einschicken. Ein kleiner Aufwand für grosse Ersparnisse! Dafür spart man Verwaltungskosten.
  • Kommentar von Verena Bensaddik  (V. Bensaddik)
    4.5% sind also zu klein, um dabei sparen zu wollen. Aber bei den Physiokosten, die noch weniger ausmachen, da soll dann gespart werden? Jedes Jahr im Frühsommer behauptet Santésuisse, dass die Physiotherapie verantwortlich sei für die steigenden Gesundheitskosten. Dabei wird der Prozentsatz nie erwähnt. Er liegt aber etwa im Beeich der Verwaltungskosten - oder sogar darunter.... Hoffentlich erinnert man sich nächstes Jahr noch daran.
  • Kommentar von Hannes Zubler  (Zubi)
    Einmal mehr, viel Gerede aber keine Fakten bezüglich unseres Gesundheitswesens. Liefert doch nun klare Zahlen, die jeder dann selber interpretieren darf. Das wäre doch mal eine journalistische Recherche? Wohin fliessen all die Krankenkassenprämien, Arztkosten etc.? Kann doch nicht so schwierig sein?
    1. Antwort von Christian Rusch  (Ch.U.R.)
      So was gibt es, ist aber schwierig im Web zu finden, bei diesen vielen Meinungen. Folgendes führt zu stetig steigenden KK-Prämien: Überalterung, der Bedarf an ärztlicher Behandlung steigt exponentiell mit dem Alter, neue, teure Behandlungsmethoden in den Spitälern, ein zu ausgebauter Katalog der Kassenpflichtigen Behandlungen (Lifestyle Operationen) und fehlender Anreiz für Sparsamkeit, die Leute rennen mit jedem Bobo zum Arzt oder mit einer Erkältung in den Notfall.