Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Economiesuisse-Präsident ist für das Rahmenabkommen abspielen. Laufzeit 03:27 Minuten.
03:27 min, aus Rendez-vous vom 31.01.2019.
Inhalt

Rahmenabkommen mit der EU «Letztendlich profitiert jedes Schweizer Unternehmen»

Das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU ist eines der umstrittensten Dossiers derzeit. Während der Gewerbeverband dem Abkommen noch sehr kritisch gegenübersteht, hat Economiesuisse, der Dachverband der Schweizer Wirtschaft, offiziell Position bezogen. Es gebe zwar noch offene Fragen, aber man stehe hinter dem Verhandlungsergebnis, so Präsident Heinz Karrer.

Heinz Karrer

Heinz Karrer

Präsident Economiesuisse

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der frühere Handballspieler Heinz Karrer war von 2002 bis 2014 CEO des Schweizer Energiedienstleistungskonzerns Axpo Holding. Seit dem 1. September 2013 präsidiert er den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse.

SRF News: Steht der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse mit ganzem Herzen hinter dem institutionellen Rahmenabkommen mit der EU?

Heinz Karrer: Ja, wir sind überzeugt von diesem institutionellen Abkommen. Die Schweiz gehört zu den drei am stärksten globalisierten Ländern auf dieser Welt. Und die Europäische Union spielt da natürlich die grösste Rolle. Das Abkommen ist eine Möglichkeit, diesen bilateralen Weg, hinter dem die Schweizer Bevölkerung grossmehrheitlich steht, weiter zu entwickeln.

Die Wirtschaft ist ziemlich gespalten. Ein Med-Tech-Unternehmen, das in die EU exportiert, ist darauf angewiesen. Ein Malerbetrieb im Emmental sagt wohl eher, der Souveränitätsverlust sei ihm zu gross.

Gegen 100'000 von 600'000 Schweizer Unternehmen exportieren. Mit anderen Worten: Diese sind direkt tangiert, wenn sie in die EU liefern. Auf der anderen Seite spielen Hunderttausende von Unternehmen in der Schweiz eine Rolle in der Zulieferung solcher Unternehmen – etwa im Bereich von Dienstleistungen, beispielsweise in der Gastronomie. Letztendlich profitiert jedes Schweizer Unternehmen vom Zugang zu anderen Ländern.

Ganz zu 100 Prozent stehen Sie aber doch nicht hinter dem Abkommen. Sie verlangen vom Bundesrat noch gewisse Erklärungen, quasi einen Beipackzettel, in dem unklare Fragen erläutert werden. Was bringt der?

Es ist oft so, dass man Verträge hat, in denen nicht jedes Detail geregelt ist, oder die Interpretationen zulassen, obwohl dies die beiden Parteien vielleicht gar nicht beabsichtigt hatten. Ich nehme als Beispiel die Frage, ob die Sozialpartnerschaft mit dem Rahmenabkommen weiterhin privatwirtschaftlich gehalten werden kann. Das ist für die Schweiz enorm wichtig, und das ist für die Sozialpartnerschaft enorm wichtig.

Wir sind der Meinung, in zwei, drei, vier Punkten braucht es sicher Klärungen, vielleicht auch Präzisierungen.

Nun kam die Frage auf, ob das wirklich so sei, oder ob man in den Vertrag hineininterpretieren könnte, dass das nicht mehr der Fall ist. Solche Fragen müssen geklärt werden. Auch wenn die eine Partei sagt, das stehe ja eigentlich so drin. Wir sind der Meinung, in zwei, drei, vier Punkten braucht es sicher Klärungen, vielleicht auch Präzisierungen. Das scheint uns sehr wichtig.

Aber da müsste dann auch die EU ihre Unterschrift darunter setzen?

Ja. Ich gehe davon aus, wenn im Zusammenhang mit dem Vertrag Fragen aufkommen, wird man auch mit der EU darüber sprechen. Und wenn das für beide Seiten klar ist, kann man solche Präzisierungen, Klarstellungen und Ergänzungen auch vornehmen. Davon bin ich überzeugt.

Das Gespräch führte Iwan Lieberherr.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

57 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kari Raeschter  (K. Raeschter)
    Kann man einen Herrn Karrer ernst nehmen, der schon als CEO des Alpiq Stromkonzernes versagt hat und diesen in diesen Miesen geführt hat. Ich denke nein. Dieses Rahmenabkommen ist nur für die EU gut und hat für die Schweiz in dieser Ausführung nur Nachteile. Evtl. müsste man diesen genau beurteilen und danach neu definieren, so dass beide Seiten etwas davon haben; und nicht nur die EU. Ein Nein von mir ist sicher an der Urne.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Steff Stemmer  (Steff)
    Die Überheblichkeit die hier von vielen Kommentarschreiber an den Tag gelegt wird, ist eigentlich nur zum Lachen. Nun denn, Hochmut kommt vor dem Fall! Insbesondere die ältere Generation hat allem Anschein nach das Gefühl, dass ihre Pensionen auf ewig gesichert sind. Ohne dabei zu berücksichtigen, dass ihre AHV direkt von den Arbeitenden und die PK von einer florierenden Wirtschaft bezahlt wird! Sicher, das RA entspricht nicht jedem Einzelnen, aber, summa summarum muss es stimmen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Dölf Meier  (Meier Dölf)
      Wollen wir unseren Wohlstand verlieren? Werden wir verpflichtet uns an den mehr als € 4,2 Billionen Staatsschulden von zwei EU-Mitgliedern zu beteiligen, so dürfte auch Steff Stemmer, sein EU Problem haben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ich finde, die Politik sollte das Wirkungsdreieck Demokratie-Selbstbestimmung-Wirtschaftserfolg des RA kritisch beleuchten. Ich bin mir überzeugt, dass die Wirtschaft in CH so oder so stagnieren wird und dass das Lohnniveau bereits am Sinken ist. Es sind irreversible Vorgänge im Gange, welche die Wirtschaftsstärke der CH tangieren. Somit würde ich wirklich auf die anderen zwei Faktoren setzen. Es würde den freien Schweizern nichts anderes schwerer fallen, als Normen auferlegt zu bekommen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen