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Legende: Audio Der Ramadan als Herausforderung für Schulen abspielen. Laufzeit 02:17 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 24.05.2019.
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Ramadan an Schweizer Schulen Lern-Häppchen in der Fastenzeit

  • Die Zeit des Ramadans ist für viele Lehrerinnen und Lehrer an Schweizer Schulen mit Migrantenkindern eine teils grosse Herausforderung.
  • Flexibilität der Lehrpersonen sei in diesen Perioden besonders stark gefragt, meint ein Gesprächspartner gegenüber Radio SRF.
  • Doch es gebe «immer Lösungen, aber man muss gut kommunizieren.»

Beten, essen, trinken und dazu die Hausaufgaben machen – das alles erledigen die meisten muslimischen Schülerinnen und Schüler während des Ramadans in der Nacht. Da komme halt der Schlaf zu kurz, erzählt Schüler Hamed Rajabi.

«Zwei, drei Wecker, um aufzustehen»

Damit er nicht dauernd verschlafe, brauche er mehrere Hilfsmittel, sagt der 22-jährige Afghane: «Ich mache zwei, drei Wecker, damit ich aufstehen kann.» Hamed braucht also mehrere Wecker zum Aufstehen.

Doch nicht alle seien so gewissenhaft, meint Lehrer Hervé Kellenberger. Während des Ramadans gebe es tatsächlich mehr Schüler, die fehlten oder zu spät kämen: «Wir hatten viele Absenzen. Und ich habe auch noch ein paar Stunden Sport an einer anderen Klasse. Und da kommt man rein und dann heisst es: 'Heute ist Ramadan, heute mache ich nichts.'» Manchmal werde der Ramadan eben als Ausrede vorgeschoben, um im Sport nicht mitzumachen oder eine Prüfung nicht zu schreiben.

Flexibilität der Lehrpersonen gefragt

In einzelnen Fällen werde die Situation ausgenützt, ergänzt Lehrerkollege Daniel Graf. Für ihn ist klar, dass die Lehrpersonen während des Fastenmonats besonders flexibel sein müssten.

Er erwähnt als Beispiel den Kochunterricht: «Wenn die halbe Gruppe oder noch mehr sagt: 'Entschuldigung, wir fasten' – dann ist das eine Herausforderung in dem Sinn, dass die Lernenden das auch ankündigen sollen und mit der Lehrperson besprechen. Es gibt immer Lösungen, aber man muss gut kommunizieren.»

Merkblatt zum Thema Ramadan

Zu dieser klaren Kommunikation zählt auch, dass die Schule ein Merkblatt zum Ramadan ausgearbeitet und verteilt hat.

Für Daniel Graf – er ist seit fast 20 Jahren Lehrer an der Schule – ist klar, dass die Lehrpersonen zwar Rücksicht auf die muslimischen Schülerinnen und Schüler nehmen – gleichzeitig aber nicht zu viele Ausnahmen bewilligen sollten: «Auch das Arbeitsrecht verlangt, dass sie die Arbeit ausführen. Also der Zwiespalt ist: mit ihnen diskutieren und Toleranz üben.» In fast allen Fällen funktioniere das gut.

Durst in der Hitze ist das Schlimmste

Und so sagen auch die befragten Schüler, dass sie sich wohl fühlten – auch weil die Schweiz ein milderes Klima hat als die muslimischen Länder. Denn das Schlimmste sei der Durst in der Hitze.

Schön am Ramadan sei auch, dass es am Ende ein grosses Fest gebe, sagt Hamed Rajabi. Dann will er wieder Süssigkeiten essen – und darauf freut er sich am meisten: «Ja, ich esse so viel Schokolade – und ich will es weiter viel essen.»

Leitfaden Schule und Ramadan

Die Universität Luzern hat zum Thema Ramadan einen Leitfaden erstellt, der Tipps für Lehrpersonen enthält. Der Leitfaden, Link öffnet in einem neuen Fenster ist öffentlich und gratis.

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Fastenmonat, nichts weiter als ein Intervallfasten, wenn sich nachts eh jeder vollessen kann. Kinder wären dazu nicht verpflichtet, tagsüber zu fasten. Kann mir aber gut vorstellen, dass viele dann plötzlich religiös werden, um solche Sonderbehandlungen auszukosten. Dasselbe erlebten wir bei den Klimademos, grossartig während der Schulzeit auf die Strasse, Handys in die Höhe, um dann beim Abhangen danach die geilen Filmchen passieren zu lassen, aber das wars dann auch schon mit Klimaschutz.
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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Mich laust der Affe. Die Lehrer und anderen Schüler passen sich den Ramadan-Kindern an?
    Wo doch der Koran Ramadan für Kinder nicht vorschreibt? Und sowieso. Ramadan hat an unseren Schulen nichts verloren.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Wer schreibt etwas von anpassen? Wer schreibt etwas von Ramadan in unseren Schulen?
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  • Kommentar von Hanspeter Müller  (HPMüller)
    Zu meiner Schulzeit waren die Ausreden der Teenies wenn sie nicht ins Turnen oder Schwimmen wollten noch die Mens oder zu Hause vergessene Turnschuhe. Offenbar sind auch die Ausreden Modeströmungen ausgesetzt. Ich sehe weder einen Grund das hier mit Artikeln hochzuspielen noch für das inzwischen offenbar Salonfähig gewordene Muslimbashing. Teenies sind Teenies und Eltern und Lehrer haben die gemeinsame Aufgabe der Erziehung. Egal welchen Geschlechts, Religion, Herkunft oder Hautfarbe.
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    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Nur, die Einen erziehen so, die Andern etwas weniger und Viele zunehmend gar nicht, da anstrengend und die Schule machts ja sowieso. Wie im Beispiel.
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    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      H. P.M. Welche Regeln,Gesetze gelten nun in einem Land mit unterschiedlichen Kulturen? Sind wir nicht hauptsächlich noch ein Christlich geprägtes Land? Bekommen Christen und andere Religionen, in Muslimischen Länder auch solche Sonderreglungen? Gelten die Regulären Schulzeiten nicht für alle,(GLEICHBERECHTIGUNG) ,dies wird doch immer wieder gefordert,oder etwa nicht.Habe nichts gegen Ramadan,jedoch sollte man sich doch nach den Schul- und Arbeitsregeln,des Gastlandes halten, was meinen Sie dazu?
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    3. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      @artho Wir müssen uns nicht nach unten orientieren
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    4. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Frau Artho, wir sind ein Land mit Trennung von Kirche und Staat und ein Rechtsstaat, der sich eigenständig seine Gesetze gibt. Darum ist es völlig unerheblich, welche Freiheiten welche Menschen in irgendwelchen anderen Staaten haben. Ich halte nichts davon, uns und unsere Schweiz mit irgendwelchen Schurkenstaaten zu vergleichen. Schliesslich ist es ja nicht das Ziel, auch so zu werden. Und wie ich schon widerholt geschrieben habe, in einem Rechtsstaat gelten Rechte und Pflichten für alle gleich
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    5. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      M. Fetz wir müssen uns nicht nach unten orientieren, so frage ich Sie nun was machen wir denn jetzt, wenn sich Lehrer anpassen müssen? H.P. Müller ja wir sind ein sind ein Rechtstaat und ich vergleiche uns sicher nicht mit einem Schurkenstaat. Die Wahrheit ist, dass wir als Christen ungläubige Menschen sind, jedoch nicht für alle Muslim, aber leider doch für einige.Finden Sie es also richtig,dass nun die Lehrer sich unterordnen und sich dieser Situation anpassen müssen,oder wie sehen Sie dies?
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    6. Antwort von Hanspeter Müller  (HPMüller)
      Frau Artho, ausser Ihnen schreibt niemand davon dass sich Lehrer unterordnen müssten. Insbesondere im Artikel steht kein Wort in diesem Sinn. Damit erübrigt sich wohl auch die Frage.
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